Barrierefreies Zuhause

Modern, ergonomisch und sicher: So geht die barrierefreie Küchenplanung

10.04.2015 16:06:59

Um möglichst lange mobil im eigenen Zuhause zu bleiben, sind barrierefreie Sanitäranlagen und zusätzliche Einbauten wie ein Treppenlift hilfreich. Aber auch in der Küche kann einiges dafür getan werden, dass Sie sich bis ins hohe Alter selbstständig in den eigenen vier Wänden bewegen können. Lesen Sie hier, wie Sie Ihre Küche barrierefrei gestalten.

Auch bei der Küchenplanung an die Zukunft denken

Die Küche ist einer der meistgenutzten Räume in einem Haus oder einer Wohnung. Daher ist es nicht nur wichtig, dass sie rein optisch dem Geschmack der Bewohner entspricht, sondern sich auch an die körperlichen Anforderungen ihrer Nutzer optimal anpasst. Gerade mit fortschreitendem Alter ergeben sich hier oft Schwierigkeiten. Denn bis vor einigen Jahren wurde beim Einbau der meisten Küchen noch nicht besonders weit in die Zukunft gedacht. Folglich legte man wenig Wert auf die Themen Barrierefreiheit oder Ergonomie.

kueche fuer die ganze familie

In einer barrierefrei geplanten Küche fühlt sich die ganze Familie wohl.

 

Das A und O – ausreichend Bewegungsspielraum

Gerade kleine Küchen stellen ergonomische Planungsvorhaben oft vor erhebliche Probleme. Idealerweise besitzen großzügig oder barrierefrei geplante Küchen eine ausreichend große Bewegungsfläche von 1,50 Meter entlang oder vor der Kücheneinrichtung.

abmessungUm diesen Platz umzusetzen, sind Modulküchen eine sinnvolle Alternative. Sie lassen sich leicht anordnen und an die individuellen Platzbedürfnisse verschiedener Nutzer anpassen. Neben einem ausreichenden Bewegungsspielraum spielt auch eine für alle Bewohner ergonomische Arbeitshöhe eine wichtige Rolle. Für Rollstuhlfahrer beispielsweise gibt es entsprechende unterfahrbare Arbeitsplatten, die bei einigen Modellen auch in der Höhe verstellt werden können. Für Schalter und Steckdosen empfiehlt es sich, diese in einer gut erreichbaren Höhe von 85 Zentimetern anzubringen. Einbaugeräte wie Spülmaschine und Backofen, Mikrowelle oder Geschirrspüler sollten idealerweise in Sicht- beziehungsweise Greifhöhe montiert sein. Für Rollstuhlfahrer ist es besonders wichtig, auf die Höhe des Sockels zu achten. Dieser sollte mindestens 24,6 Zentimeter hoch sein, damit die Fußrasten des Rollstuhls noch genügend Platz haben.

Tipp der Redaktion

Über die barrierefreie Planung, den Bau und die Einrichtung der eigenen vier Wände informiert der Verband L. o. B. (Leben ohne Barrieren) Deutschland umfassend auf seiner Webseite. Hier finden sich auch verschiedene Hilfen für barrierefreien Wohnkomfort in den unterschiedlichen Räumen.
Britta Haas

Förderungen und Finanzierungsmöglichkeiten prüfen

Neben ausreichend Freiraum muss eine barrierefreie Küche noch weitere Faktoren erfüllen. Welche Bedingungen für einen offiziell anerkannten barrierefrei umgestalteten Wohnraum erfüllt sein müssen, gibt die DIN 18040-2 zum Thema barrierefreies Bauen mit detaillierten Orientierungswerten vor. Um Förderungen, Finanzierungshilfen oder Zuschüsse von der KfW-Bankengruppe, einer für Ihr Bundesland zuständigen Förderbank oder der Pflegekasse zu erhalten, ist es notwendig, die DIN-Vorschriften genau einzuhalten. In den meisten Fällen ist die Bewilligung der Fördermittel an die Einhaltung der entsprechenden Vorschriften geknüpft. Ein professioneller Partner bei der Küchenplanung zahlt sich hier aus. Entsprechende Fachfirmen beraten Ihre Kunden auch zu Fördermöglichkeiten.

Klug geplante Räume und barrierefreie Möbel

Nicht nur für Menschen mit einem körperlichen Handicap sind barrierefreie und ergonomisch durchdachte Möbel eine Erleichterung. Vor allem im Alter profitieren Eigenheimbesitzer von einer zukunftsweisenden und durchdachten Küchenplanung. Achten Sie darauf, dass der ausgewählte Bodenbelag rutschfest, trittsicher, strapazierfähig, pflegeleicht und elastisch ist. So wird ein leichtes Ausrutschen und schnelles Ermüden verhindert. Neben der eigentlichen Küchenausstattung kann sich auch die kluge Planung der Räume selbst positiv auf eine möglichst barrierearme Wohnsituation auswirken. Die effektive Planung von Fenstern und Türen sowie eine klug gewählte Beleuchtungssituation unterstützen komfortables Wohnen in den eigenen vier Wänden ebenso.

Drei Beispiele:

  • Bereits die Fenster sollten die Küche ausreichend mit Tageslicht versorgen. Für Bewohner mit einem Handicap sollten die Fenster außerdem leicht zu erreichen und, durch die Ausstattung mit speziellen Beschlägen, leicht zu öffnen sein.
  • Türen sollten nicht zu schmal sein und einen großzügigen Öffnungswinkel besitzen. Achten Sie auf schwellenfreie Türen.
  • Achten Sie auf eine durchdachte Raumzuordnung. Die Küche sollte möglichst nah am Hauseingang liegen. So wird die Versorgung mit Lebensmitteln und die Entsorgung von Müll erleichtert. Auch eine direkte Verbindung der Küche mit dem Essbereich schafft zusätzlichen Wohnkomfort.

Mehr Komfort für alle Bewohner mit einer barrierefreien Küche

Eine barrierefrei geplante Küche ist eine komfortable Lösung für all diejenigen Personen, die verfügbaren Raum optimal ausnutzen wollen. Das Hauptziel der barrierefreien Planung liegt dabei darin, den Raum allen Hausbewohnern gleichermaßen nutzbar zu machen, ungeachtet ihrer körperlichen Bewegungsfreiheit. Auch Familien mit kleinen Kindern profitieren von der großzügigen Alternative. Werden die entsprechenden Maßnahmen bereits bei der Küchenplanung bedacht, fallen in späteren Jahren auch keine hohen Kosten für eine barrierefreie Nachrüstung an.

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