Optimale Nutzung von Solarstrom

Eigenverbrauch von Solarenergie 2015: So lohnt sich die Variante auch steuerlich

11.05.2015 8:27:48

Noch bis vor Kurzem war vor allem die Einspeisung in das öffentliche Stromnetz ein schlagendes Argument für die Anschaffung einer Solaranlage. Nach und nach wird aber vor allem der Eigenverbrauch für Anlagenbesitzer interessant. Grund dafür sind neue Konditionen bei der Solarvergütung und steigende Strompreise für Verbraucher. Wir zeigen Ihnen, wie Sie Ihre Solaranlage auch 2015 optimal nutzen.

Sinkende Solarvergütung fördert den Eigenverbrauch

Die Solarvergütung sinkt zwar auch zum aktuellen Zeitpunkt immer noch nur um moderate 0,25 Prozent. Allerdings ist die Tendenz weiter fallend und die Vergütungsätze liegen mittlerweile je nach Anlagengröße nur noch bei rund 8 bis 13 Cent pro Kilowattstunde. Die Kosten zur eigenen Stromerzeugung dagegen liegen bei typischen Aufdachanlagen in der Größenordnung eines Einfamilien- beziehungsweise Mehrfamilienhauses aktuell zwischen rund 10 und 14 Cent pro Kilowattstunde. Bei den aktuellen Vergütungssätzen erzeugen Solaranlagenbesitzer demnach Strom zum gleichen Preis beziehungsweise nur leicht besseren Konditionen, als Sie ihn anschließend wieder verkaufen beziehungsweise einspeisen können. Die Einspeisung des erzeugten Stroms ist daher mit der 2015 gültigen Solarvergütung keine selbstverständliche Entscheidung mehr.

Lohnt sich der Eigenverbrauch überhaupt?

Bei bedarfsorientiert geplanten Kleinanlagen kann mit einer Photovoltaikanlage ein Anteil selbstverbrauchten Eigenstroms von bis zu 40 Prozent und mehr erreicht werden. Optimieren können Sie die Höhe des Eigenverbrauchs zusätzlich durch entsprechende Verbrauchsanpassungen, etwa durch Zeitschaltuhren, die verbrauchintensive Tätigkeiten auf eine Tageszeit mit dem höchsten Ertrag zwischen 11 und 16 Uhr legen. Eine weitere Möglichkeit besteht in der Nutzung eines entsprechend großen Solarstromspeichers, um die nicht verbrauchte Energie einzulagern und zu den verbrauchstarken Abend- und Morgenstunden zu nutzen. So kann der Anteil des Eigenverbrauchs sogar auf bis zu über 90 Prozent angehoben werden.

eigenverbrauch

Wie funktioniert der Eigenverbrauch?                     

Viele Solaranlagenbetreiber sind sich unsicher, was den Eigenverbrauch des erzeugten Solarstroms angeht. Grund dafür ist, dass viele nicht genau wissen, wie der Selbstverbrauch eigentlich richtig funktioniert. Die mit einer Photovoltaik-Anlage erzeugte Energie wird in das hauseigene Netz eingespeist. Dort kann diese dann für den Betrieb von elektrischen Geräten genutzt werden. Sollte mehr Strom zur Verfügung stehen als verbraucht wird, fließt dieser Überschuss in das öffentliche Stromnetz. Für den Fall, dass der selbst erzeugte Solarstrom zur Deckung des eigenen Verbrauchs nicht ausreicht, wird umgekehrt die fehlende Menge aus dem Netz bezogen.

photovoltaikzaehler

Für eine korrekte Abrechnung des Eigenverbrauchs mit dem Energieversorger muss der Stromzähler auf bestimmte Weise angeordnet sein. Der Stromzähler erfasst einerseits die Energieerzeugung aber auch die Netzeinspeisung. Der Eigenverbrauch wird dann errechnet, indem man die im Einspeisezähler festgehaltene, eingespeiste Energie von der erzeugten Energie des Photovoltaikzählers abzieht.

Solarspeicher für den cleveren Stromverbrauch

Das größte Problem beim Selbstverbrauch besteht darin, dass der erzeugte Strom nicht immer dann verfügbar ist, wenn er auch benötigt wird, sondern dann, wenn die Sonne scheint. Zu den verbrauchsstarken Abend- und Morgenstunden wird in der Regel nicht viel Energie erzeugt. Für die gezielte Nutzung der selbsterzeugten Energie ist daher ein cleveres Speichersystem nötig. In der Regel sind entsprechende Speicherlösungen nicht ganz günstig. Ohne Speichermöglichkeit beschränkt sich der Selbstverbrauch allerdings auf höchstens 20 bis 30 Prozent.

speicherung

Die restliche Energie kann entweder in das öffentliche Netz eingespeist werden oder geht dem Nutzer verloren.

Tipp der Redaktion

Die Kreditanstalt für Wiederaufbau bietet mit der Programmnummer 275 einen günstigen Kredit bereits ab 1,36 % effektivem Jahreszins für kombinierte Anlagen aus Photovoltaik und Batteriespeicher an. Auch bereits bestehende und nach dem 31.12.2012 in Betrieb genommene Anlagen können durch die Finanzierung mit einem Speicher aufgerüstet werden.
Sarah Conrad

Umsatzsteuer für selbstverbrauchten Strom richtig berechnen

Anlagenbetreiber mit Eigenverbrauch, die sich umsatzsteuerpflichtig erklären, können die beim Kauf bezahlte Umsatzsteuer vom Finanzamt zurückerstattet bekommen. In den meisten Fällen lohnt sich dieses Vorgehen und wird daher von den meisten Anlagenbesitzern genutzt. Die Photovoltaikanlage wird somit steuerlich gesehen zum Unternehmen und der privat verbrauchte Solarstrom muss versteuert werden.

Im vergangenen Jahr sorgte eine vom Bundesfinanzministerium veröffentlichte Verwaltungsanweisung zur Umsatzsteuer für den Eigenverbrauch aus Photovoltaikanlagen für Verwirrung. Bislang war nicht eindeutig geklärt, welche Bemessungsgrundlage für die Errechnung der Umsatzsteuer dient. Meistens wurden die deutlich unter dem Preis für Netzstrom liegenden Herstellungskosten angesetzt. Seit Ende 2014 gilt nach dem neusten Anwendungserlass des Bundesfinanzministeriums aber: Wer Solarenergie selbst verbraucht und sich gegen die Befreiung von der Umsatzsteuer entschieden hat, zahlt die 19 Prozent Umsatzsteuer künftig auf den Preis, den er für Strom aus dem Netz bezahlt.

Eigenverbrauch richtig planen und Stromkosten sparen

Wer den mit einer Photovoltaikanlage erzeugten Strom selbst nutzen möchte, sollte mit einer vorausschauenden und bedarfsorientierten Anlage sowie einem cleveren Speichersystem planen. Aufgrund der sinkenden Vergütungssätze für die Einspeisung von Solarstrom ins öffentliche Netz und weiter steigenden Strompreisen, wird der Selbstverbrauch immer mehr zum Verkaufsargument für Verbraucher. Die meisten Fachfirmen informieren Ihre Kunden bereits zu Beginn der Planung über die besten individuellen Nutzungsmöglichkeiten der eigenen Solarenergie.

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