Gabelstapler richtig finanzieren

Vor- und Nachteile der beliebtesten Finanzierungsalternativen

06.08.2015 8:20:27

Bei der kostenintensiven Anschaffung eines Gabelstaplers gewinnen Finanzierungsalternativen immer stärker an Bedeutung. Unternehmen wollen mit der Finanzierung als Alternative zum Direktkauf eine übermäßige Bindung ihres Kapitals vermeiden und somit Ihre Liquidität sichern. Wir zeigen die Nachteile der einzelnen Varianten und wie Sie diese bei der Auswahl gezielt vermeiden.

Bewahren Sie den Überblick im Finanzierungsdschungel

Die Möglichkeiten von Finanzierungsvarianten sind vielfältig und auch nicht für alle Interessenten auf den ersten Blick durchschaubar. Unterschiedliche Anforderungen der Kunden und teilweise variierende Vertragsinhalte zwischen den Anbietern erschweren die Suche nach der richtigen Finanzierung. Besonders bei den Vertragsleistungen ist daher eine intensive Recherche notwendig.

Tipp der Redaktion

    Überlegen Sie sich vor der Anschaffung genau, ob für Sie die reine Nutzung des Gabelstaplers oder eventuell auch ein späterer Kauf interessant sein könnte. So können Sie Ihre Anschaffungsvariante gezielter auswählen.

Variante 1: Die Teilzahlung

Teilzahlung als Finanzierungsvariante wird von einigen Gabelstapler-Herstellern für den Vertrieb der eigenen Produkte angeboten. Als klassisches Annuitäten-Darlehen haben Teilzahlungsverträge für gewöhnlich eine einfache Abwicklung: Die Laufzeit ist bei einer gleichbleibenden Rate maximal der Abschreibungszeit. Nach Zahlung der letzten Rate und zum Vertragsende geht der Gabelstapler automatisch in den Besitz des Kunden über.

Tipp der Redaktion

    Der Vertragsgegenstand muss auf Kundenseite erfolgen. Kaufinteressenten sollten sich bewusst machen, dass mit der Zahlung der ersten Monatsrate die Mehrwertsteuer auf den kompletten Teilzahlungspreis inklusive des Teilzahlungspreises fällig wird.

Variante 2: Mietkauf für eine unkomplizierte Investitionsfinanzierung

Im Unterschied zur Teilzahlung besteht beim Mietkauf für den Kunden keine Kaufverpflichtung am Ende der Vertragslaufzeit. Stattdessen können Sie eine Kaufoption zum jeweils kalkulierten Restbetrag in Anspruch nehmen. Ein entscheidender Vorteil des Mietkaufs gegenüber beispielsweise der Leasing-Variante liegt darin, dass die Laufzeit beim Mietkauf frei vereinbart werden kann. Daraus ergeben sich monatlich geringere Raten. Zudem muss der Restwert nicht während der Laufzeit getilgt werden. Auch der für das Vertragsende errechnete Restwert ist genau der Betrag, zu dem Sie den Gabelstapler anschließend kaufen können. Die Leasing-Variante hingegen legt in jedem Fall eine Vertragsdauer fest, die zwischen 40 und 90 Prozent der Abschreibungszeit beträgt.

Tipp der Redaktion

    Achten Sie unbedingt darauf, dass der Mietkauf-Vertrag den Vorteil der Miete mit der späteren freiwilligen Entscheidung zum Kauf beinhaltet. Nur dann handelt es sich um einen echten Mietkauf-Vertrag.

Variante 3: Miete zur Bewältigung kurzfristiger Auftragsspitzen

Sollten Sie den Gabelstapler nur kurzfristig nutzen wollen, bietet sich besonders die Miete des Fahrzeugs an. Diese Anschaffungsvariante wird von den meisten Gabelstapler-Fachfirmen angeboten und bietet zahlreiche Vorteile. Die Mietraten bleiben während der gesamten Laufzeit konstant und stellen sofort abzugsfähige Betriebsausgaben dar. Die Mietzeit wiederum kann individuell gestaltet werden. Somit muss kein Eigenkapital eingesetzt und kurzfristige Betriebsspitzen können flexibel abgedeckt werden. Die Variante eignet sich vor allem für Unternehmen, die ein starkes Saisongeschäft haben.

Variante 4: Leasing für eine mittel- bis langfristige Nutzung

Beim Leasing ist der Grundgedanke eigentlich ähnlich wie bei der Miete, den Gabelstapler zu nutzen anstatt ihn zu kaufen. In der Realität wird jedoch häufig eine Übernahme durch den Kunden zum Vertragsende verlangt. Die Leasing-Variante erfordert keine Kapital-Bindung auf Seiten des Nutzers und die Bilanzierung erfolgt grundsätzlich beim Leasing-Geber. Die vertraglich festgelegte Monatspauschale deckt den Wertverzehr und die Verzinsung ab. Der Leasing-Erlass schreibt bestimmte Rahmenbedingungen vor. Diese legen fest, dass die Person, die das Leasing des Gabelstaplers in Anspruch nimmt während der Abschreibungs- beziehungsweise Nutzungszeit wirtschaftlich über das Produkt verfügt. Außerdem regelt der Erlass auch die Laufzeit von 39 bis 86 Monaten bei einer gesetzlich vorgeschriebenen Absetzung für Abnutzungen von acht Jahren.

Tipp der Redaktion

    Auf Wunsch des Leasingnehmers kann in der Monatspauschale auch eine Abdeckung für Gewaltschäden integriert werden.

Eine untergeordnete Variante ist der kündbare Leasingvertrag. Hier muss der Leasingnehmer den noch nicht getilgten Anteil nach Abzug des Verwertungserlöses an den Leasinggeber entrichten. Der Vertrag darf die übliche maximale Laufzeit von 86 Monaten überschreiten und läuft automatisch weiter, sofern keine Kündigung erfolgt. Experten raten Leasingnehmern häufig von dieser Variante ab, da sie erhebliche Nachteile mit sich bringen kann. Eventuell bezahlen Sie hier für die reine Nutzung mehr als 100 Prozent des Anschaffungswertes.

Finanzierungsvorteile erkennen und ausnutzen – Fehler vermeiden

Welche Anschaffungsvariante für Sie am besten funktioniert, muss je nach Unternehmen und Auftragslage individuell festgelegt werden. Eine Fachfirma kann hierzu eine Bedarfsanalyse Ihrer Firma erstellen und das beste Modell für Sie ausarbeiten. Wir haben die unterschiedlichen Vorteile noch einmal für Sie zusammengefasst:

Für welche Finanzierung Sie sich entscheiden, hängt von der jeweiligen Auftragslage und dem vorhandenen Kapital ab, welches Sie investieren wollen. Außerdem sollten Sie sich vorab Gedanken darüber machen, ob Sie langfristig Eigentümer des Gabelstaplers werden wollen.

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