Inkasso

Ausweg aus der Insolvenz

Schuldenvergleich

Beim Inkasso ist der Vergleich eine Möglichkeit, als Gläubiger umgehend einen Teil der Forderung zu erhalten. Denn geht der Schuldner in die Insolvenz, kann es sein, dass Sie nur noch einen Bruchteil der eingesetzten Summe zurückerhalten. Worauf Sie bei einem Schuldenvergleich achten müssen, erfahren Sie bei uns. Gerne helfen wir Ihnen bei der Suche nach einem passenden Inkassounternehmen.

Vergleich als letzter Ausweg vor der Insolvenz

Mit einem Schuldenvergleich, auch als Gläubigervergleich bezeichnet, besteht für den Schuldner vor Eröffnung eines Insolvenzantrags eine letzte Möglichkeit, den Schulden zu entkommen. Von dieser Option profitiert auch der Gläubiger, denn sie bietet die Aussicht auf sofortige Begleichung offener Zahlungsbeträge.

Informationen zum Vergleich von Inkasso-Unternehmen finden Sie hier.

Seitdem 1999 die Möglichkeit eines privaten Insolvenzverfahrens eingeführt wurde, machten zahlreiche Haushalte von ihrem neuen Recht Gebrauch. Die Zahl der Verfahren ist seit wenigen Jahren zwar leicht rückläufig, jedoch gab es in Deutschland 2013 immer noch mehr als 120.000 Privatinsolvenzen. Für die Gläubiger bedeutet dies im Regelfall, nur sehr wenig von ihren ursprünglichen Geldforderungen zu bekommen oder sogar leer auszugehen.

Dennoch ist zu berücksichtigen: Die meisten Bürger kommen nicht mehr aus eigener Kraft aus der Schuldenspirale heraus, unbezahlte Rechnungen beruhen weniger auf fehlender Zahlungsmoral. Diese Schlussfolgerung ist einer Statistik zu entnehmen, die vom Bundesverband Deutscher Inkasso-Unternehmen (BDIU) stammt.

Häufigste Gründe: private Schuldner offene Rechnungen
Die häufigsten Gründe, warum private Schuldner offene Rechnungen nicht zahlen (Mehrfachantworten waren möglich)

Für die Statistik des BDIU wurden Verbraucher befragt, welche Gründe sie im Nichtbezahlen offener Rechnungen sehen. Mehrfachantworten waren dabei möglich. Nahezu alle Befragten (88 %) gaben Überschuldung als Hauptgrund an. Für zwei Drittel spielte Arbeitslosigkeit eine weitere entscheidende Rolle. Bei diesen Gründen handelt es sich um Faktoren, die vom Schuldner kaum beeinflussbar sind. Diesen Hintergrund sollten Sie berücksichtigen, wenn Sie Schulden eintreiben, die bereits seit längerer Zeit bestehen.

Warum dabei ein Vergleich auch für Sie als Gläubiger ein aussichtsreiches Mittel ist, um zumindest noch einen Teil der ursprünglichen Forderungen zu erhalten, erfahren Sie im Folgenden.

Was bringt dem Gläubiger ein Schuldenvergleich?

Zum Mittel des Vergleichs greift ein Schuldner meist, wenn er seit längerer Zeit seine Schulden nicht bezahlen kann und der reguläre außergerichtliche Ablauf des Inkassoverfahrens bereits erschöpft ist. Weil der Schuldner einer Privatinsolvenz entgehen möchte, bittet er den Gläubiger oder das vertretungsberechtigte Inkassobüro um einen Vergleich. Für gewöhnlich beauftragt der Schuldner hierfür einen Rechtsanwalt, der, ähnlich dem Inkasso-Anwalt, die Interessen seines Mandanten vor der Gegenpartei vertritt. Bei einem Vergleich handelt es sich immer um ein Angebot, das grundsätzlich nicht angenommen werden muss.

Die Möglichkeiten und damit verbundenen Konsequenzen für den Gläubiger können wie folgt aussehen:

Der Sinn eines Vergleichs für den Gläubiger besteht darin, zumindest noch einen Anteil der gesamten ausstehenden Forderungen ausgezahlt zu bekommen. Sobald der Schuldner sich in einem Insolvenzverfahren befindet, kann es passieren, dass die Forderungen auf einen sehr geringen Restwert reduziert oder vollständig erlassen werden. Einem Vergleich zuzustimmen, kann für den Gläubiger daher sinnvoll sein. Denn letztendlich gilt: Einen geringen Teil der Forderungen zu erhalten, ist besser als mit leeren Händen dazustehen.

  Info

Recht üblich bei einem Vergleich ist ein Wert von 20 bis 40 % der gesamten Forderungshöhe. Abhängig ist dieser Wert im Wesentlichen davon, worauf sich beide Parteien einigen, aber auch die Höhe der Ausgangsforderung spielt eine Rolle.

Steht dem Gläubiger ein bestimmter Geldbetrag zur Verfügung, den ihm Freunde oder Familienangehörige zur Verfügung gestellt haben, ist dies gleichermaßen eine Chance für den Schuldner und für den Gläubiger. Die Alternative bedeutet unter Umständen mehr Nachteile für beide Parteien.

Ein Vergleich kann unterschiedliche Konsequenzen zur Folge haben

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Der Vergleich aus Sicht des Schuldners

Für den Schuldner kommen zwei wesentliche Gründe in Betracht, weshalb er sich dazu entschließt, einen Schuldenvergleich anzustreben:

1. Punkt

Er möchte ohnehin in Insolvenz gehen und hat deshalb zuvor die Pflicht, bei einem Vergleichsangebot abgelehnt zu werden.

 2. Punkt

Er will sich von seinen Restschulden befreien, um der Insolvenz zu entgehen. Mithilfe finanzieller Mittel Dritter möchte er erreichen, zumindest einen Teilbetrag der Gesamtschulden zu begleichen.

​Die beiden Beweggründe unterscheiden sich stark voneinander. Die erstgenannte Möglichkeit ist eher dann gegeben, wenn der gesamte Schuldenbetrag sehr hoch ist und auch auf dem Weg des Vergleichs nicht abbezahlt werden kann. Zu einem Vergleich kommt es meist nur im zweiten Fall, da hier Zahlungsabsichten des Schuldners zu erkennen sind. Dass sich der Schuldner in diese Lage begibt, ist neben der Verpflichtung zur sofortigen Zahlung mit zusätzlichen Folgen für ihn verbunden. So kann ein Vergleich negative Schufa-Einträge oder Kündigungen weiterer bestehender Kredite zur Folge haben. Das Ersuchen eines Vergleichs ist demnach in vielen Fällen als ernsthafter Versuch auf eine außergerichtliche Einigung zu deuten.

Ablauf eines Vergleichs

Die Erfolgsaussichten eines Schuldenvergleichs sind für den Schuldner zu gering, wenn kein Anwalt mit dieser Aufgabe betraut wird. Daher können Inkassobüro und Mandant meist davon ausgehen, dass die Anfrage zu einem Vergleich von einem Rechtsanwalt stammt. Existieren mehrere Gläubiger, so gilt: Der Vergleich spricht in der Regel alle Gläubiger gleichzeitig an. Grundsätzlich hält der Schuldner alle Formalitäten in einem Schuldenbereinigungsplan fest, der alle Gläubiger berücksichtigt. Nach der schriftlichen Einreichung des Vergleichs besteht nicht nur die Wahl zwischen Zustimmung und Ablehnung. Da es sich lediglich um einen Vorschlag handelt, können die Parteien über den endgültigen Wert der Zahlungshöhe verhandeln.

Kommt es zu einer Einigung, so ist es üblich, die vollständige vereinbarte Geldsumme mit einer einmaligen Zahlung zu begleichen. Ebenfalls möglich ist die Festlegung einer Ratenzahlung.

Vorteile der Zahlungsmodelle im Vergleich
Einmalzahlung Ratenzahlung
  • weiterer Verwaltungsaufwand entfällt
  • gesamter Schuldenfall ist danach erledigt
  • flexible Anpassung an finanzielle Situation des Schuldners möglich
  • bei Zahlungsausfall kann erneut die ursprüngliche Forderung verlangt werden

Über weitere alternative Zahlungsmethoden beim Inkasso informieren wir Sie in einem gesonderten Artikel.

Wichtige Tipps für den Gläubiger

Wenn Sie einige Faktoren beachten und die in einem Vergleich vorgebrachten Argumente gründlich mit ihren Alternativen abwägen, können Sie Ihre Liquidität auch bei schwierigen Fällen von Nichtzahlern erhöhen. Das von Ihnen beauftragte Inkassounternehmen wird Sie bei Ihren Entscheidungen unterstützen.

  1. Sofern Sie sich auf eine Ratenzahlung der vereinbarten Restschuld geeinigt haben und es zu Zahlungsausfällen kommt, sind Sie dazu berechtigt, wieder die volle Höhe der ursprünglichen Schulden einzufordern. Grund: Der Schuldner hat sich in dem Fall nicht an die festgelegten Regeln des Vergleichs gehalten.
  2. Beurteilen Sie von Fall zu Fall, ob weitere Mittel wie Zwangsvollstreckung oder Pfändung zu mehr Erfolg führen würden als ein Vergleich. Rechnen Sie auch damit, dass der Schuldner bei abgelehntem Vergleichsangebot in Privatinsolvenz gehen könnte. Dann wird es umso schwieriger für Sie, Ihre Forderungen geltend zu machen.
  3. Schätzen Sie ab, ob der Schuldner im Insolvenzfall pfändbares Einkommen oder Vermögen besitzt und ob diese Summe den angebotenen Vergleichswert übersteigt. Falls nicht, ist es ratsamer, einem Vergleich zuzustimmen.
  4. Stimmen Sie nur Vergleichen zu, die eine plausible Begründung enthalten.

Eine Vergleichsanfrage sollten Sie nur annehmen, wenn diese nach längerem erfolglosen Bestehen der Forderung gestellt wird. Ziehen Sie zunächst die außergerichtlichen Schritte eines Inkassodienstleisters einem Vergleich vor.

Vergleich als Inkasso-Dienstleistung

Sofern Sie ein Inkassounternehmen mit der Beitreibung offener Forderungen beauftragt haben, ist in den Inkassogebühren auch die Abwicklung eines Vergleichs enthalten. Da die Inkassofirma der Ansprechpartner für den Schuldner ist, muss dieser auch die Vergleichsanfrage an sie richten. Der Inkasso-Dienstleister spricht sich jedoch immer mit Ihnen über mögliche Maßnahmen ab, wobei am Ende Sie entscheiden können, wie vorgegangen werden soll.

Haben Sie offene Geldforderungen und möchten ein Inkasso beauftragen? Bei Käuferportal werden Sie fündig. Füllen Sie unseren kurzen Fragebogen aus und wir vermitteln Ihnen kostenlos und unverbindlich bis zu drei Firmen, deren Konditionen Sie miteinander vergleichen und schließlich den besten Dienstleister auswählen können.

Bildquellen:
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