Fenster

Lassen Sie die Kälte draußen

Wärmeschutzglas und Wärmeschutzfenster

Moderne Wärmeschutzfenster reduzieren Wärmeverluste und helfen Ihnen dabei, Heizkosten zu sparen. Käuferportal erklärt, wie das Prinzip von Wärmeschutzglas funktioniert und warum sich die Investition aus energetischer Sicht lohnt. Außerdem erfahren Sie, mit welchen Kosten Sie für Wärmeschutzfenster rechnen müssen und auf welche Details Sie beim Kauf achten sollten.

Warum Wärmeschutzfenster?

Fenster sind ein entscheidender Faktor für den Energieverbrauch eines Hauses. Einerseits dringen durch sie wärmende Sonnenstrahlen in das Haus, andererseits entweicht gerade dort viel Wärme. Wie viel Wärme verloren geht, hängt von der Verglasung und Rahmenkonstruktion des Fensters ab. Beides hat sich in den letzten Jahren entscheidend verbessert. Doch nicht nur die energetische Technologie ist vorangeschritten, auch die Gesetzgebung unterliegt häufigen Änderungen.

Mit der Energieeinsparverordnung von 2009 (EnEV 2009) ist ausreichender Wärmeschutz sogar Pflicht. Wer noch über kein Wärmeschutzglas verfügt, sollte seine alten Fenster also schnell austauschen. Vorschrift für Fenster ist laut EnEV 2009 ein maximaler U-Wert von 1,3 W/m²K. So lassen sich mit dem Einbau moderner Fenster bis zu 50 Prozent Energie sparen.

Was ist der U-Wert?

Wichtiges Maß für den Wärmeschutz eines Fensters ist der U-Wert (auch Uw-Wert oder k-Wert). Der Wärmedurchgangskoeffizient gibt an, wie gut die Wärmedämmung eines Bauteils ist. Für Fenster beschreibt er den Wärmestrom, der von einer Fensterseite durch das Fenstermaterial hindurch zur anderen Fensterseite übertreten kann. Es gilt: Je niedriger der Wert, desto energieeffizienter die Wärmedämmung.

Was ist der g-Wert?

Auch der g-Wert (Gesamtenergiedurchlassgrad) ist ein wichtiges Maß für die Energieeffizienz von Fenstern. Er beschreibt die Wärme, die von außen nach innen dringen kann. Ein Wert von 0,4 bezeichnet einen 40-prozentigen Durchlass von Wärme in den Raum. Problem: Je höher die Wärmedämmung (U-Wert), desto geringer ist die Wärmegewinnung durch die Sonneneinstrahlung (g-Wert). Bei günstiger Sonnenlage sollte daher ein hoher g-Wert gewählt werden, während der U-Wert eher vernachlässigt werden kann. Bei wenig Sonne ist ein guter U-Wert hingegen wichtiger.

  In unserem Fenster-FAQ-Bereich beantworten wir Ihnen weitere wichtige Fragen.

Vom Einfach- zum Wärmeschutzglas

Vom Einfach- zum Wärmeschutzglas
Vom Einfach- zum Wärmeschutzglas

Der technische Fortschritt beim Wärmeschutz für Fenster verläuft rasant. Der U-Wert der Fenster hat sich in den letzten 40 Jahren um mehr als das Achtfache verbessert. Übliche zweifachverglaste Wärmeschutzfenster haben gute U-Werte von 1,3 W/m²K bis 1,1 W/m²K und entsprechen den Anforderungen der EnEV 2009. Optimalen Wärmeschutz bieten neueste Modelle mit einer Dreischeiben-Wärmeschutzverglasung. Mit U-Werten von 0,8 W/m²K bis 0,4 W/m²K sind sie die effizienteste Technologie in der Wärmedämmung. Zum Vergleich: Noch Anfang der 70er Jahre waren die meisten Fenster in Deutschland einfachverglast und hatten einen durchschnittlichen U-Wert von 5,5 W/m²K. Erste Isolierglasscheiben brachten Besserung, doch erst mit der zweischeibigen Wärmeschutzverglasung konnte die Wärmedämmung deutlich gesteigert werden.

  Tipp

Nicht immer müssen ältere Fenster gegen moderne Wärmeschutzfenster ausgetauscht werden. In denkmalgeschützten Gebäuden kommt ein Austausch oft ohnehin nicht infrage. Besitzer alter Kastenfenster können diese beispielsweise energetisch modernisieren lassen, ohne dabei die Optik zu beeinflussen.

Wie funktionieren moderne Wärmeschutzfenster?

Moderne Wärmeschutzfenster bestehen aus zwei-, für optimale Dämmung sogar aus dreifachem Wärmeschutzglas. Das Grundprinzip: Sonnenwärme dringt durch das Fenster in den Wohnraum, während die Raumwärme an der Scheibe reflektiert wird und im Raum erhalten bleibt. Hochisolierte Wärmeschutzfenster halten Wärme im Raum und Kälte draußen. Für ein effektives Wärmeschutzsystem müssen die einzelnen Komponenten perfekt zusammenarbeiten.

Funktionsweise von Wärmeschutzglas
Funktionsweise von Wärmeschutzglas

Folgende Faktoren entscheiden über den Wärmeverlust eines Fensters:

Verglasung

Eine Wärmeschutzverglasung aus drei Glasscheiben ist ein abgeschlossenes System. Ein Randverbund hält die einzelnen Glasscheiben auf Distanz zusammen, gleichzeitig wird der Scheibenzwischenraum hermetisch versiegelt. Der Grund für die gute Dämmwirkung liegt zum einen in der Dreifachverglasung, zum anderen in einer unsichtbaren, hauchdünnen Edelmetallschicht, die auf die Scheibeninnenseite aufgedampft wird.

Querschnitt eines Wärmeschutzglases
Querschnitt eines Wärmeschutzglases

Langwellige Wärmestrahlen werden so reflektiert und in den Wohnraum zurückgeworfen, kurzwellige Lichtstrahlen hingegen durchgelassen. Unterstützt wird dieser Effekt durch Edelgase, meist Argon oder Krypton, die sich im Scheibenzwischenraum befinden und weniger wärmeleitend sind. Ein Trocknungsmittel zwischen den Glasscheiben unterbindet das Auftreten von Kondenswasser. Noch weiterentwickelter sind Vakuum-Verglasungen. Sie können mit deutlich geringeren Fensterstärken und nur einer zweischeibigen Verglasung ähnliche Dämmwerte erzielen wie Dreifach-Wärmeschutzverglasungen. Modernste Technik ermöglicht es, dass Fenster mithilfe einer elektrisch variierbaren Licht- und Strahlungsdurchlässigkeit selbstständig auf äußere Bedingungen reagieren (intelligentes Glas).

  Info

Je besser ein Fenster die Wärme im Raum behält (U-Wert), desto weniger Sonnenwärme wird durchgelassen (g-Wert). Da es kein Modell gibt, das g-Wert und U-Wert perfekt miteinander kombiniert, sollten Wärmeschutzfenster immer ihrem Bestimmungsort nach ausgesucht werden. Bei günstiger Sonnenlage ist in der Regel ein höherer g-Wert besser. Für sonnenarme Hausseiten eignen sich Fenster mit einem möglichst niedrigen U-Wert. Der g-Wert spielt hier nur eine zu vernachlässigende Rolle.

Gasfüllungen

Im Raum zwischen den einzelnen Scheiben befand sich früher getrocknete Luft. Heute wird der Scheibenzwischenraum mit Edelgasen gefüllt, welche die Wärme schlechter leiten als Luft. Am häufigsten wird Argon verwendet, das eine verbesserte Wärmedämmung von etwa zehn Prozent bringt. Deutlich teurer und minimal besser ist das Gas Krypton. Das Diagramm zeigt, wie stark Edelgase zur verbesserten Wärmedämmung beitragen.

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U-Werte von Fenstern innerhalb der letzten Jahrzehnte

U-Werte von Fenstern innerhalb der letzten Jahrzehnte

Randverbund

Der Randverbund hält die Glasscheiben auf Distanz zusammen und verhindert, dass die Gasfüllung entweicht und Umgebungsluft oder Feuchtigkeit eindringt. Bis heute werden Randverbunde in der Regel zweistufig geklebt. Nachteil: Bei einem geklebten Randverbund ist es nicht zu vermeiden, dass Gase mit der Zeit entweichen. Pro Jahr darf dabei höchstens ein Prozent Gas verlorengehen. Die durchschnittliche Lebensdauer einer mit Gas gefüllten Isolierglasscheibe liegt daher bei rund 20 bis 30 Jahren.

Rahmen

Früher waren Fensterrahmen die Schwachstellen in der Wärmedämmung. Heute haben sich ihre Dämmeigenschaften deutlich verbessert. Verschiedene Rahmenmaterialien haben dabei unterschiedliche Dämmeigenschaften.

Wärmeverlust bei KunststofffensternKunststoff
Kunststoffrahmen sind weit verbreitet, relativ günstig, lange haltbar und dabei nahezu wartungsfrei. Ein von Dichtungen eingeschlossenes Luftpolster mindert den Wärmeverlust. Sowohl Rahmen als auch Fensterflügel müssen dabei mindestens in zwei Ebenen abgedichtet sein.
Lesen Sie mehr über Kunststofffenster.


Holz und Holz-Alu FensterrahmenHolz und Holz-Alu
Rahmen aus Holz sind aufgrund der Lufteinschlüsse in den Fasern besonders wärmedämmend. Allerdings müssen sie regelmäßig gepflegt werden. Besonders beliebt sind Holz-Aluminium-Kombinationen, die die positiven Eigenschaften beider Materialien voll ausnutzen. Das Holz dient als inneres Rahmenmaterial, das Aluminium als wetterfeste Außenschale.
Lesen Sie mehr zu Holz-Alu-Fenstern.


Fensterrahmen aus AluminiumAluminium
Aluminiumrahmen sind gute Wärmeleiter und daher eigentlich nicht mehr zeitgemäß. Deshalb werden Innen- und Außenebene von Rahmen und Flügel mit Kunststoffstreifen gegeneinander isoliert und thermisch getrennt.
Lesen Sie mehr über Aluminiumfenster.

 

  Info

Beim Austausch der Fenster gegen neue Wärmeschutzfenster sollte unbedingt der Zustand der Außendämmung geprüft werden. Grundsätzlich gilt: Die Fenster sollten immer die kältesten Stellen der Wand bilden. Werden bei einer schlecht gedämmten Wand hochdämmende Fenster eingesetzt, kann es zu einer Verschiebung der thermischen Verhältnisse und zu erhöhter Schimmelgefahr kommen. In einem solchen Fall muss im Zuge eines Fensteraustausches auch die Dämmung der Außenwand verbessert werden.

Wärmeschutzfenster vom Fachmann einbauen lassen

Ein entscheidender Faktor für die Dämmwirkung eines Wärmeschutzfensters ist die fachgerechte Verbindung zur Wand. Nur exakt eingesetzte Fenster gewährleisten den angegebenen Wärmeschutz. Deshalb sollte der Einbau in jedem Fall vom Fachmann erledigt werden. Der alte Fensterflügel wird ausgehängt, der Rahmen zersägt und herausgeschlagen. Der neue, hochdämmende Rahmen wird mit Montagedübeln in der Mauer befestigt und rundherum abgedichtet. Käuferportal vermittelt Ihnen kostenlos und unverbindlich bis zu drei qualifizierte Fenster-Anbieter aus Ihrer Region, die Sie miteinander vergleichen können. Der Anbieter Ihrer Wahl berät Sie bei der Suche nach dem passenden Wärmeschutzfenster und übernimmt den fachgerechten Einbau.

Preise und Kosten von Wärmeschutzfenstern

Die Preise von Wärmeschutzfenstern hängen in erster Linie von den folgenden Faktoren ab:

  • Verglasung (Doppel- oder Dreifachverglasung)
  • Isolierschicht (Luft, Edelgas, Vakuum)
  • Rahmenmaterial (Kunststoff, Holz, Aluminium)

Für ein Fenster mit Dreifachverglasung müssen Sie durchschnittlich rund 25 Prozent mehr zahlen als für ein zweifachverglastes Fenster. Möchten Sie Ihre kompletten Fenster austauschen, sollten Sie mit einem durchschnittlichen Preis von 100 bis 400 Euro/m² rechnen. Hinzu kommen die Kosten für den fachgerechten Einbau. Folgende Preisangaben sind Orientierungswerte für handelsübliche Wärmeschutzfenster mit Dreifachverglasung inklusive Einbau.

Rahmenmaterial Preise
Kunststofffenster ca. 500 €
Holzfenster ca. 560 €
Holz-Aluminium-Fenster ca. 680 €
Aluminiumfenster ca. 790 €

Genaue Preisangaben sind nur schwer zu treffen, da es je nach Art und Größe des Wärmeschutzfensters zu erheblichen Abweichungen kommen kann. Sonderanfertigungen für bestimmte Fensterformen sind sehr viel teurer. Soll das Fenster neben dem Wärmeschutz noch weitere Anforderungen erfüllen, wie beispielsweise Schall- oder Einbruchschutz, ist mit einem weiteren Anstieg der Kosten zu rechnen.

Fördermittel für die Fenstersanierung

Der Austausch der alten Fenster gegen moderne Wärmeschutzfenster kostet viel Geld und ist häufig schwer zu finanzieren. Staatliche Förderungen unterstützen Sie bei Ihrem Vorhaben. Energiesparende Sanierungsarbeiten werden beispielsweise von der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW-Bank) mit zinsgünstigen Krediten von bis zu 50.000 Euro pro Wohneinheit gefördert. Doch auch Länder, Städte und Gemeinden bieten unterschiedliche Förderprogramme an, um Ihnen bei einer energetischen Sanierung zu helfen.

Bildquellen:
© Käuferportal
© Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) | Europäische Union
© kange_one | Fotolia
© Mopic | Fotolia
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