Aufzug

Über Nutzen, Vorgehen und Kosten

Nachrüsten von Aufzügen

Ist ein Gebäude noch nicht mit einem Aufzug ausgestattet, kann der Besitzer diesen in den meisten Fällen nachrüsten. Hierfür gibt es verschiedene Möglichkeiten. Auch die Modernisierung eines älteren Fahrstuhls kann sich, insbesondere in Hinblick auf energetische Verbesserungen, finanziell lohnen. Bei Käuferportal erfahren Sie, welche Maßnahmen sinnvoll sind.

Ist Nachrüsten immer möglich?

Nahezu jedes Gebäude lässt sich auch nachträglich mit einem Aufzugssystem ausstatten. Dabei ist es irrelevant, ob es sich um ein Mehr-, Einfamilienhaus oder Bürogebäude handelt. Auch das Alter und die Höhe der Häuser spielen dabei keine Rolle. Verfügt Ihr Gebäude bereits über einen Fahrstuhl, könnte eine Modernisierung verschiedene Vorteile mit sich bringen: Gerade in den letzten Jahren kaman einige Neuerungen in den Bereichen Energieeffizienz und Steuerungsoptimierung auf den Markt.

Was spricht für eine Nachrüstung?

  • Barrierefreiheit 
    • perspektivisch (z. B. für Mobilität im Alter) 
    • aus aktuellem Anlass (z. B. Rollstuhl)
  • Erhöhung des Gebäudewerts: zum einen beim Wiederverkauf, zum anderen für die Steigerung des Mietwerts
  • bei öffentlichen Gebäuden ist gemäß DIN 18040-1 die Einrichtung schwellen- und stufenloser Zugänge gesetzlich vorgeschrieben
  • Verbesserung der Wohnqualität: Erleichterung des Transports von Kinderwägen oder schweren Einkäufen in höhere Stockwerke)

So qualitativ hochwertig die ursprünglich verbaute Aufzugstechnik auch ist, irgendwann gibt es immer Verschleißerscheinungen. Vor der Behebung ist es ratsam, sich über Modernisierungsmöglichkeiten zu informieren. Liegt der Einbau erst 10 Jahre zurück, kann die Technik bereits überholt sein. Gründe für eine Modernisierung können sein:

  • Verbesserung der Sicherheitstechnik
  • Verbesserung der Energieeffizienz
  • Barrierefreiheit
  • Verbesserung der Leistung
  • optische Aufwertung

So können Sie nachrüsten

Illustration eines Außenaufzugs

Außen am Gebäude

Nicht immer ist innerhalb des Gebäudes – ob in Treppenhäusern von Mehrfamilienhäusern oder in Foyers von Bürokomplexen – ausreichend Platz für einen Aufzug. Daher ist es möglich, Schachtgerüste auch an der Außenwand des Gebäudes zu montieren. Bei dieser Lösung entfallen die Treppenhausdurchbrüche. Optisch lassen sich die Gerüste in jedes Gebäudekonzept integrieren.

Schachtgerüste bekommen Sie mit oder ohne Verkleidung. Der Einbau hat keinen Einfluss auf die Statik des Gebäudes, da die Schachtgerüste selbsttragend konstruiert sind. Die Variante ohne Verkleidung ist preiswert und nutzt jeden zur Verfügung stehenden Millimeter. Verkleidungen bekommen Sie in den gängigen Aufzugsmaterialien: pulverbeschichteter Stahl, Edelstahl mit Spiegel- oder Ornamenteffekten, Kupfer, Messing, Aluminium oder Glas.

Passend nach Maß, auch für Rollstuhlfahrer

Da die meisten Gebäude, die ohne einen Fahrstuhl geplant und gebaut wurden, nicht auf einen nachträglichen Einbau eines Aufzugssystems ausgerichtet sind, stellen sich die Aufzughersteller auf individuelle Maße ein. So sind die Grundrisse der Personenaufzüge flexibel gestaltbar und es gibt auch für den kleinsten Raum eine Liftlösung. Der kleinste heute hergestellte Aufzug hat eine Grundfläche von unter einem Quadratmeter und schafft immerhin noch ein Gesamtgewicht von 130 Kilogramm.

Aufzüge können an den Trepenverlauf angepasst werden

Aufzüge können sich dem Treppenverlauf anpassen

Für Rollstuhlfahrer

Aufzüge für Rollstuhlfahrer müssen eine bestimmte Größe haben und auch die Fläche vor dem Aufzug darf gewisse Maße nicht unterschreiten. Geregelt werden diese Vorgaben durch die DIN „18025-1/2 Aufzug“: Die angegebenen Maße des Fahrkorbs sind lichte Maße, d. h. sie bezeichnen die tatsächliche Nutzfläche. Daneben sind auch die Maße für Haltestangen, Bedientableaus, taktile Bedienvorrichtungen innen und außen geregelt.

Maße für einen rollstuhlgerechten Fahrstuhl

Maße für einen rollstuhlgerechten Fahrstuhl

 

Der Einbau und die Planung eines neuen Aufzugs

Die Einbauzeit beträgt in der Regel zwei bis vier Wochen. Meistens werden Schachtgerüst und Kabine parallel montiert, was Zeit spart und vor allem den Mietern oder Angestellten zugute kommt. Für einen nachträglichen Einbau eignen sich vor allem maschinenraumlose Aufzüge. Bei maschinenraumlosen Aufzügen sitzt der Antrieb entweder an der Kabine oder er ist in dem Gegengewicht integriert. Der Vorteil: flexible Gestaltungsmöglichkeiten, vor allem wenn der Platz begrenzt ist.

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Folgende Fragen helfen Ihnen bei der Planung der Aufzugsanlage:

  • Wie groß muss die Kabine sein?
  • Welche Traglast ist notwendig?
  • Besteht auf allen Ebenen ein Zugang?
  • Wie hoch ist die maximale Förderhöhe?
  • Bei anvisierter Außenmontage: Sind Zugangswege vorhanden oder realisierbar?

  Info

GlühbirneBeim nachträglichen Einbau eines Aufzuges müssen Sie immer baurechtliche und gebäudestrukturelle Faktoren beachten. D. h. zum Beispiel: Steht das Gebäude unter Denkmalschutz? Würde der Fahrstuhlanbau ein nebenstehendes Grundstück berühren? Ist das Gebäude sehr hellhörig?

Möglichkeiten der Modernisierung eines existierenden Aufzugs

Bei der Modernisierung haben Sie zwei Möglichkeiten: Entweder Sie erneuern nur einzelne Komponenten oder Sie entscheiden sich für einen Komplettaustausch. Dieser ist oft ratsam, wenn die Komponentenerneuerung teurer ausfällt als der Neubau.

Eine Bedarfsanalyse zahlt sich aus!

Überprüfen Sie Ihre Anlage – wenn möglich mit einem Sachverständigen – auf folgende Aspekte:

  • Leistungsfähigkeit – mit der gleichen Technik schneller ans Ziel
  • Sicherheit – Lichtschranken gehören heute zum Standard
  • Zugänglichkeit – alte, oft schwere Drehtüren erschweren den Ein- und Ausstieg
  • Erscheinungsbild – nach der Renovierung des Gebäudes passt der Fahrstuhl nicht mehr ins Bild
  • Energieeffizienz – moderne Fahrstühle verbrauchen nur etwa halb so viel Strom wie vor 20 Jahren

Mit dieser Analyse, die auch die Aufzugsfirmen für Sie übernehmen, bekommen Sie einen Überblick über die wirklich notwendigen Maßnahmen.

Ausfallzeiten und entstehende Kosten können besser einkalkuliert werden.

Wann lohnt sich ein neuer Aufzug?

Vor allem, wenn die Kosten für Wartung und Reparatur der alten Anlage ins Unermessliche steigen, bringt Ihnen die Erneuerung der wichtigsten Komponenten viele Vorteile.

Bestandteile eines Aufzugs
Bestandteile eines Aufzugs

Welche erfahren Sie hier:

1. Antrieb (inkl. der Bremsen, Tragseile, Gegengewicht, Schacht und Maschienenraum)

  • platzsparender
  • leiser
  • sicherer für Betreiber, Nutzer, Reinigungskräfte und Wartungsmonteure
  • erhöhte Verfügbarkeit durch Ausfallvermeidung
  • mehr Laufruhe

2. Steuerung und Elektrik (inkl. Schalter, Verkabelung, Überwachungselektronik)

  • energieeffizienter
  • Optimierung des Passagierflusses
  • mehr Komfort
  • Minimierung der Unfallgefahr
  • elektronische Störungsanalyse und günstigere Störungsbeseitigung
  • sanftes Anfahren und Bremsen

3. Kabine (inkl. Energieeffizienz der Kabinenverkleidung)

  • barrierefreie Ausstattung nach EN 81-70 („Zugänglichkeit von Aufzügen für Personen mit Behinderungen“)
  • informierende Displays (insbesondere für Bürogebäude)
  • optische Aufwertung, damit verbunden eine geringere Vandalismusquote
  • mehr Platz und eine höhere Nennlast

4. Aufzugstüren

  • leises Öffnen und Schließen
  • geringe Störanfälligkeit
  • mehr Sicherheit durch Lichtschranken

Zum Thema Energieeffizienz: bis zu 70 % Einsparung

Bei einem Komplettaustausch durch die neueste Technik kann der Energieverbrauch bis zu 70 Prozent reduziert werden. Neben dem Antrieb bieten Beleuchtung und Steuerung Einsparpotentiale.

 

Energieeffizienzklassen auch für Aufzugsanalagen
Energieeffizienzklassen auch für Aufzugsanlagen

Einige Beispiele:

Energie- und platzsparende Antriebe

Energieklasse AÄltere, seilbetriebene Fahrstühle benötigen für den Antrieb des Rades eine mechanische Übersetzung. Über die entstehende Reibung gehen bis zu 20 Prozent der Energie in Form von Wärme verloren. Mittlerweile gibt es Lösungen, die weniger Reibung erzeugen und den Energieverlust um ein Drittel reduzieren. Diese sind auch viel kleiner und können im Schacht selbst installiert werden. Das spart den Maschinenraum.

Rückspeisung der Bremsenergie

Energieklasse ADie Bremsenergie des Fahrstuhls, die zuvor in als Wärmeenergie verloren gegangen ist, kann durch eine spezielle Vorrichtung zurückgewonnen und ins Hausnetz eingespeist werden. Der Einsatz regenerativer Antriebe lohnt sich nicht für jeden Fahrstuhl. Als Anhaltspunkt für die Rentabilität gelten 100.000 Fahrten im Jahr. Hinzukommend muss die Förderhöhe bedacht werden. Die folgende Beispielrechnung für ein Bürohaus soll dies veranschaulichen:

Beispielrechnung
Ausgangssituation: Nennlast: 1.500 kg, Förderhöhe: 76 m, Haltestellen: 20
Beispiel 1 Beispiel 2
bei 30.000 Fahrten/Jahr bei 360.000 Fahrten/Jahr
630 kW (16 %) Einsparung > 6.700 kW (40 %) Einsparung
entsprechen
190 €/Jahr 2.000 €/Jahr

 

Mit einer Ersparnis von rund 190 Euro pro Jahr lohnt sich der Einbau einer Rückgewinnungsanlage nicht. Die Anschaffungs- und Unterhaltungskosten werden nicht wieder eingefahren. Bei 360.000 Fahrten im Jahr zahlt sich ein regenerativer Antrieb jedoch aus.

Standby-Betrieb für Steuerung und Beleuchtung

Energieklasse AIm Stillstand verbraucht der Fahrstuhl gut zwei Drittel des eigentlichen Strombedarfs. Durch einen intelligenten Standby-Mechanismus fährt der Fahrstuhl zu verkehrsarmen Zeiten die Steuerung und Frequenzregelung automatisch runter. Dasselbe gilt für die Beleuchtung. Hier lohnt sich der Austausch durch LED-Leuchten. Sie halten häufiges An- und Ausschalten aus sparen 90 Prozent des Stroms gegenüber herkömmlichen Leuchtmitteln.

Intelligente Zielwahlsteuerung

Energieklasse ADie Zielwahlsteuerung leitet Passagierströme so, dass Leerfahrten verhindert werden und der Aufzug immer maximal ausgelastet ist. Diese Variante eignet sich, wenn mehrere Fahrstühle zur Verfügung stehen, sodass der passende Aufzug zugewiesen werden kann.

  Info

Achten Sie bei der Wahl der Aufzugsanlage auf das Energielabel des VDI (Verein Deutscher Ingenieure). Dieses wurde 2007 für Aufzüge eingeführt, um den Energiebedarf und -verbrauch anhand einheitlicher Kriterien transparent zu machen.

Finanzierung

Aufzugsanlagen kosten je nach Förderhöhe und Ausstattung inklusive der Montagekosten ab 20.000 Euro. Die KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau) bietet zwei Programme an, die Sie je nach Fokus Ihres Bauprojekts in Anspruch nehmen können.

Geht es Ihnen um die Barrierereduzierung, kommt das Programm „Altersgerecht Umbauen (159)“ infrage. Die KfW fördert Maßnahmen, die die Wohnqualität für Senioren und bei eingeschränkter Mobilität in jedem Alter erhöhen. Darunter fällt auch ein Aufzug. Beantragen kann diesen zinsgünstigen Kredit jeder, unabhängig davon, ob bereits eine Notwendigkeit besteht. Die Kreditsumme bezieht sich immer auf eine Wohneinheit und beträgt maximal 50.000 Euro. Besitzen Sie mehrere Wohneinheiten, können Sie pro Wohneinheit jeweils den Maximalbetrag beantragen. Auch das Nachrüsten bestehender Anlagen in Hinblick auf Barrierefreiheit kann mithilfe des KfW-Kredits abgedeckt werden.

SparschweinIm Rahmen einer Sanierung des gesamten Gebäudes gewährt die KfW hier einen Kredit von maximal 100.000 Euro pro Wohneinheit. Ziel ist es, das Energieniveau nachhaltig zu senken. Die KfW gibt verschiedene Energiestufen vor. Je kleiner die Zahl, desto besser das Energielevel:

  maximaler Kreditbetrag Tilgungszuschuss
KfW-55 100.000 € 27,5 % des Zusagebetrags
KfW-70 100.000 € 22,5 % des Zusagebetrags
KfW-85 100.000 € 17,5 % des Zusagebetrags

Kosten

Die Kosten für Aufzüge lassen sich nicht pauschalisieren. Sie hängen von einigen Faktoren ab, wie:

  • Antrieb
  • Material
  • Förderhöhe
  • Geschwindigkeit
  • Größe
  • Nennlast
  • Ausstattung (z. B. Bedientableaus, Spiegel, Sprechanlagen)
  • Position (innen oder außen)

Ein Senkrechtaufzug über drei Etagen, montiert an der Außenwand und mit einer Nennlast von 300-450 Kilogramm kostet ca. 18.000 Euro. Hinzukommen rund 3.500 Euro Montagekosten. Auch die Folgekosten, also die Betriebs- und Wartungskosten, sollten Sie sich von Ihrem Aufzugsfachmann genau vorrechnen lassen.

Nachrüsten oder Modernisieren – Vergleichen Sie Angebote

Lassen Sie sich beraten, welche Modernisierungsmaßnahmen sich für Sie lohnen. Denken Sie über den nachträglichen Einbau einer Aufzugsanlage nach, dann planen Sie diese mit einem Fachmann. Käuferportal hilft Ihnen bei der Vorauswahl verschiedener Aufzugsfirmen. Füllen Sie einfach unseren Fragebogen aus und fordern Sie kostenlos und unverbindlich drei Angebote verschiedener Anbieter an. Sie entscheiden, welches Angebot das richtige für Sie ist.

Bildquellen:
© Käuferportal
© Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) | Europäische Union
© Marcus Lindstrom | iStock
© photo 5000 | Fotolia
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