Als Leckage bezeichnete man eine Undichtheit an Gebäudehülle oder Rohrleitung, die Schaden an der Bausubstanz verursacht, solange sie unentdeckt bleiben. Diese zu finden, bezeichnet man als Leckortung. Mithilfe der Infrarotaufnahmen einer Wärmebildkamera sind selbst kleinste Leckagen an nicht einsehbaren Stellen, wie an Fußbodenheizungen oder wasserführenden Unterputzleitungen auffindbar, ohne dass Wände oder Böden aufgehackt werden müssen. Die Thermokamera ist ein Instrument, das eine sehr genaue Leckortung ermöglicht.
Leckage an Dächern und Gebäudewänden führen zu ungewolltem Wärmeenergieverlust und zur Durchfeuchtung der Bausubstanz sowie zur Schimmelbildung. Deshalb hat die Leckortung in der Bauanalyse einen hohen Stellenwert. Besonders präzise kann eine Leckage gefunden werden, wenn sie mit einer Wärmebildkamera der neuesten Generation gesucht wird. Diese erzeugen hochauflösende Thermografiebilder von mindestens 160 x 120 Pixel. Auch Kameramodelle mit Auflösungen von 320 x 240 Pixel sind bereits im Fachhandel erhältlich. Sehr gute Wärmebildkameras haben eine Temperaturempfindlichkeit von weniger als 0,1 Grad. Kameras mit größerer Auflösung und umfangreichen Funktionen bieten nur die Hersteller selbst oder deren ausgewählte Händler.
Die Leckortung kann per Außenthermografie oder per Innenthermografie stattfinden. Die besten Außenaufnahmen zur Auffindung einer Leckage in der Fassade und in der Fassadenverkleidung entstehen bei Luft-Überdruck. Der Überdruck kommt durch warme Luft, die aus dem Gebäudeinneren durch die Leckagen nach außen entweicht, zustande. Dort wird ihre Infrarotstrahlung, die an diesem Punkt höher ist, als die der Umgebung, von der Wärmebildkamera eingefangen.
Die hochwertigsten Aufnahmen entstehen, wenn sich die Innentemperatur mindestens um 15 Grad von der Außentemperatur unterscheidet. Je besser die Temperaturempfindlichkeit der verwendeten Thermokamera ist, desto weniger relevant ist der Temperaturunterschied zwischen der Innen- und der Außenwand für die Deutlichkeit der Infrarot-Bilder. Bei Innenaufnahmen steht das Gebäude unter Unterdruck. In diesem Fall stellt die Infrarot Kamera die von außen durch die Leckage einströmende kältere Luft grafisch dar.
Die Bauthermografie spielt vor allem für die Analysetätigkeit von Ingenieurbüros, zu deren Dienstleistungen Gebäudetrocknung, Baubegutachtung, und Energieberatung gehören, eine wesentliche Rolle. Die Thermografiekamera ermöglicht eine schnelle und gründliche Leckortung an Warm- und Kaltwasserleitungen bei Wasserschäden. Zudem kann sie zur Ursachenerkennung bei Feuchtigkeit und Schimmelbefall der Gebäudehülle eingesetzt werden.
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