Naturzugkessel sind Heizkessel, die in der Regel ohne ein eigenes Gebläse arbeiten. Die Zufuhr der Verbrennungsluft erfolgt ausschließlich über den Zug des Kamins. Naturzugkessel werden in den Heizungskeller integriert und müssen von Hand beschickt werden. Sie eignen sich vorwiegend als Beiheizung etwa für Öl- oder Gasheizungen. Aufgrund der fehlenden Regeltechnik können sie nur im Volllastbetrieb arbeiten.
Das fehlende Gebläse ist das Merkmal, welches einen Naturzugkessel von anderen Festbrennstoffkesseln unterscheidet. Die Verbrennungsluft strömt automatisch über den Kaminzug in die Brennkammer. Die einzige Regeltechnik, die Nutzer zur Verfügung haben, ist der Feuerzugregler. Über diesen kann Einfluss auf die Stellung der Luftklappen genommen werden.
Naturzugkessel arbeiten völlig ohne Elektronik oder Gebläse. Dadurch wird keine Energiezufuhr in Form von elektrischem Strom benötigt. Zudem sind sie durch das Fehlen der Technik sehr robust. Oft werden Naturzugkessel zum Betrieb mit verschiedenen Festbrennstoffen angeboten. Das können neben Holz auch Kohle und Koks sein. Dadurch ist der Nutzer relativ flexibel. Wird ein Naturzugkessel mit einer Leistung unter 15 Kilowatt gekauft, so ist dieser nicht messpflichtig.
Der große Nachteil ist die fehlende Regulierbarkeit des Abbrandes, nur ein Volllastbetrieb ist möglich. Daher ist der Naturzugkessel eher ungeeignet für die Übergangszeit. Ideal kann er jedoch als Beiheizung verwendet werden. Wird eine nur geringe Holzmenge verbrannt, so ist nicht gewährleistet, dass die entsprechende Verbrennungstemperatur erreicht wird. Die Folge sind höhere Abgaswerte. Durch die manuelle Bedienung der Naturzugkessels können Fehler zu höheren Emissionswerten und einer nicht optimalen Verbrennung führen.
Naturzugkessel sind in der Regel günstiger als andere Holzheizungen. Erste Modelle sind schon ab etwa 2.000 Euro erhältlich. Vor allem die Heizleistung wirkt sich auf die Kosten aus.
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