Solarthermieanlagen wandeln die Sonnenenergie in Wärme um. Im Gegensatz zu Photovoltaik-Anlagen generieren sie keine Rendite, denn die produzierte Wärme wird nur für den Eigenverbrauch verwendet und nicht in ein allgemeines Heizungsnetz eingespeist. Die fehlende Einspeisevergütung bedeutet darüber hinaus eine längere Amortisationszeit von Solarthermieanlagen gegenüber Photovoltaik-Anlagen. Grundsätzlich eignet sich eine Solarthermieanlage dafür, den Energieverbrauch und damit den CO2-Ausstoss zu senken. Die Einsparungen resultieren aus dem Verwendungszweck: Solarthermieanlagen können vorhandene Heizsysteme bei der Trinkwassererwärmung und/oder Raumheizungswassererwärmung unterstützen. Der Staat fördert durch Zuschüsse Solarthermieanlagen für Mehrfamilienhäuser mit einer Kollektorfläche bis einschließlich 40 m². Für größere Anlagen besteht die Möglichkeit, zinsgünstige Darlehen und Tilgungszuschüssen in Anspruch zu nehmen.
Solarthermieanlagen unterscheiden sich in der Berechnung der Kollektorfeld-Größe nach dem Einsatzgebiet. Für eine Anlage zur Trinkwassererwärmung ist die Bezugsgröße die Personenanzahl im Haus. Jeder Nutzer verbraucht circa 40 Liter Warmwasser pro Tag. Für diese Warmwasser-Menge werden zwischen 1,2 – 1,5 m² moderne Sonnenkollektoren benötigt. Flachkollektoren brauchen mehr Fläche als Vakuumröhrenkollektoren. Ebenso muss der Trinkwasserspeicher für die Anzahl Bewohner/ Nutzer dimensioniert sein. Als Faustregel gilt: Das 1,5- bis 2-fache des täglichen Warmwasserbedarfs, das sind 80 - 100 l pro Person bei mittlerem Verbrauch. Soll das solarerwärmte Wasser auch die Vorheizung des Wassers der Wasch- und/oder Spülmaschine übernehmen, sollte der Bedarf um mindestens einen weiteren virtuellen Bewohner für die Bedarfsermittlung ergänzt werden. Die Bedarfsermittlung einer Raumheizungswassererwärmungs-Anlage richtet sich dagegen nach der Größe der zu beheizenden Wohnfläche (m²) und den Dämmeigenschaften des Gebäudes.
Bisher sind Solarthermieanlagen nur darauf ausgelegt, die Trinkwassererwärmung und/oder Raumheizungswassererwärmung zu unterstützen. Gerade bei hoher Sonneneinstrahlung wird sehr viel Sonnenwärme von den Sonnenkollektoren absorbiert und dem Heizkreis-System zu Verfügung gestellt. Das stellt eine Umkehrung von Angebot und Nachfrage dar, denn in diesem Fall besteht eine hohe Nachfrage nach Kühlung. Diese Funktion übernehmen dann separate Systeme (Ventilatoren, Klimaanlagen), die dafür Energie verbrauchen. Um Energie zu sparen und die gewonnene Wärmeenergie zu nutzen, müssten Solarthermieanlagen an Kältemaschinen angeschlossen werden. Kältemaschinen funktionieren ähnlich wie Kühlschränke: Dort ist Wärmeaufnahme gleichbedeutend mit einer Abkühlung in Innenraum. Bisherige Systeme für solare Kühlung heißen Absorptionskältemaschinen (AbKM) und Adsorptionskältemaschinen (AdKM).
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