Fördermöglichkeiten beim Hausbau

Wohnriester oder KfW? Wir stellen Ihnen Förderungen beim Hausbau vor

23.09.2013 11:46:14
Die Subventionen für den Bau oder Erwerb eines Eigenheims sind nicht mehr so umfassend wie noch vor ein paar Jahren.
Dennoch können Sie auch heute noch Zuschüsse von Kommunen, Ländern oder dem Bund erhalten, durch die Sie viel Geld sparen. Welche Fördermittel es gibt und wie Sie diese bekommen, erfahren Sie hier im Ratgeber.
Wohnriester oder KfW? (woodleywonderworks | Flickr.com)
Wohnriester oder KfW? (woodleywonderworks | Flickr.com)

Wohnriester: Was ist das?

Sie möchten im Alter mietfrei wohnen und durch die Anschaffung einer eigenen Immobilie einen der Grundpfeiler für Ihre Altersvorsorge errichten? Dann sollten Sie sich über den im Jahr 2008 eingeführten staatlichen Wohnriester informieren. Grundsätzlich werden Sie vom Staat durch dieses Modell beim Bau oder Erwerb einer Immobilie unterstützt, allerdings ist die Höhe der Förderungssumme nicht einheitlich, sondern wird von unterschiedlichen Faktoren beeinflusst.

Für welche Immobilien können Sie Wohnriester beantragen?

Mit der richtigen Förderung zum Eigenheim (~konny | Flickr.com)Mit der richtigen Förderung zum Eigenheim (~konny | Flickr.com)

Staatlich bezuschusst werden in der Regel Bausparverträge oder Immobiliendarlehen, die für den Bau, den Kauf oder die Entschuldung einer Immobilie verwendet werden. Die Immobilie müssen Sie selbst nutzen und erst nach dem 31. Dezember 2009 erworben haben. Interessant ist, dass durch Wohnriester nicht nur Immobilien in Deutschland, sondern auch genutztes Wohneigentum im Ausland (EU sowie Liechtenstein, Norwegen und Irland) gefördert wird. Dies besagt zumindest ein Urteil des Europäischen Gerichtshofes aus dem Jahr 2009.Ferner haben auch im nahen Ausland lebende und in Deutschland arbeitende Pendler einen Anspruch auf Wohnriester. Ausgenommen von dieser Regelung sind reine Ferienimmobilien.

Wie hoch ist die Förderungssumme?

Eine volle Riester-Förderung erhalten Sie, wenn sie jährlich vier Prozent des Jahresbruttoeinkommens in einem Riester-Vertrag angelegt haben. Inklusive aller staatlichen Zulagen handelt es sich um einen Maximalbetrag von 2.100 Euro pro Jahr. Die Zuschüsse gliedern sich folgendermaßen:

  • pro Erwachsener maximal 154 Euro
  • jedes Kind, das vor 2007 geboren wurde, erhält weitere 185 Euro
  • jedes Kind, das nach 2007 geboren wurde, erhält bis zu 300 Euro
  • wer bei Vertragsabschluss unter 25 Jahre alt war, erhält weitere 200 Euro

Worauf muss man beim Wohnriester achten?

Sie bekommen nur dann die Maximalförderung, wenn Sie auch die volle Summe einzahlen. Sind Sie gesetzlich rentenversichert besteht die Möglichkeit, dass Sie Ihr angespartes Guthaben entweder vollständig oder zumindest bis zu 75 Prozent aus dem Riester-Vertrag herausnehmen und es für ihr Eigenheim verwenden. Zusätzliche Steuern fallen hierbei nicht an.

Fertighaus Hausbau

Sind Sie Bausparer, werden Sie bereits beim Sparen bezuschusst und können diese Zuschüsse zur Rückzahlung des Darlehens einsetzen. Zahlen Sie zur Entschuldung Ihrer Immobilie ein Darlehen ab, wird Ihnen der staatliche Riester-Bonus direkt als Tilgungsrate auf den bestehenden Darlehensvertrag angerechnet. Allerdings erfolgt eine nachgelagerte Besteuerung im Rentenalter: zu Beginn Ihrer Rentenzeit wird der zu zahlende Steuersatz berechnet und mit Ihrem Renteneintritt auch fällig. Um Ihre Steuerschuld zu tilgen, können Sie den offenen Betrag entweder einmalig mit 30 Prozent Rabatt oder aber in Raten zahlen. Bis zu Ihrem 85. Lebensjahr muss die Steuerschuld vollständig beglichen sein.

Ist Wohnriester für Sie eine geeignete Option?

Klar ist, dass kinderreiche Familien bei der Eigenheimrente im Vorteil sind. Denn sie müssen wesentlich weniger Geld einzahlen, als kinderlose Paare oder Singles. Auch ist klar, dass die Riester-Eigenheimförderung recht unflexibel ist, denn sollte sich Ihre Lebensplanung einmal ändern und Sie möchten Ihre Immobilie wieder verkaufen, dann müssen Sie auch die Zulagen in Ihren Bausparvertrag zurückführen oder die gesamte Summe innerhalb von vier Jahren für den Erwerb einer neuen Immobilie nutzen. Tun Sie dies nicht, kann der Staat seine geleisteten Zulagen zurückfordern.

Weitere Immobilienförderprogramme

Neben dem Wohnriestern gibt es eine Vielzahl anderer Förderungsprogramme. Damit Sie bei den mehr als 5000 existierenden Förderungsprogrammen nicht den Überblick verlieren, stellen wir Ihnen hier die wichtigsten Möglichkeiten und Tipps zur Immobilienförderung vor:

KfW-Fördergelder

Die KfW-Förderbank unterstützt Sie generell beim Hausbau. Dabei ist es egal ob Sie bauen, kaufen oder einen Altbau sanieren möchten. Darlehen der KfW sind unabhängig von Ihrem Einkommen und Familienstand. Wichtig ist nur: Sie ziehen selbst ein. Neben zinsgünstigen Darlehen bietet die KfW auch Programme und Zuschüsse für energieeffizientes Bauen, energieeffizientes Sanieren sowie einen altersgerechten Umbau. Diese verschiedenen KfW-Programme können miteinander kombiniert werden. Wenn Sie Fördergelder von der KfW erhalten möchten, müssen Sie Ihren Antrag unbedingt vor Baubeginn bzw. vor dem Abschluss eines notariellen Kaufvertrages einreichen.

Im Allgemeinen beantragen Sie die KfW-Förderung über Ihre Hausbank. Meist sind die Zinssätze der KfW nicht wesentlich günstiger, als die eines üblichen Bankkredits, allerdings behandeln einige Banken KfW-Kredite wie Eigenkapital, wodurch sie Darlehen zu einem günstigeren Zinssatz gewähren.

Förderung durch Land und Kommunen

Auch auf Landesebene gibt es diverse Förderungsprogramme. In der Regel sind die Zuschüsse an Einkommensgrenzen gebunden, werden oft nur an Familien oder Paare vergeben oder sind von der Kinderzahl abhängig. Dennoch sollten Sie sich über regionale Fördermöglichkeiten informieren.Neben Förderungsprogrammen auf Bundes- und Landesebene, gibt es oft auch kommunale Zuschüsse. Meist ist deren Beantragung unbürokratischer und die Bewilligung geht schneller. Für genauere Informationen sollten Sie sich direkt bei Ihrer Kommune erkundigen.

Steuerliche Vorteile geltend machen

Erwerben Sie ein denkmalgeschütztes Haus, sanieren es und nutzen es selbst, können Sie die Sanierungskosten mit neun Prozent über einen Zeitraum von zehn Jahren absetzen. Als Kapitalanleger ist es sogar möglich, die Kosten zwölf Jahre lang komplett abzuschreiben.

Auch Handwerkerleistungen für Renovierungs-, Modernisierungs- oder Erhaltungsmaßnahmen sind seit 2009 von Eigennutzern bis zu 1.200 Euro jährlich absetzbar. Wichtig ist, dass Sie die Rechnungen nicht bar, sondern per Banküberweisung bezahlen.

Fehler bei einer Baufinanzierung (KreditCoaching | Youtube.com)

Wohnriester oder eine andere Fördermöglichkeit?

Durch die Eigentumsrente Wohnriester fördert der Staat auf Bundesebene die Altersvorsorge durch den Erwerb von Wohneigentum. Für wen sich das Wohn-Riester-Modell tatsächlich auszahlt, muss im Einzelfall geprüft werden. Lassen Sie sich umfassend beraten.

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (Noch keine Bewertungen)
Loading...Loading...