Mein schöner Wintergarten

Richtig planen und Energie sparen

08.06.2015 9:47:57

Viele Eigenheimbesitzer scheuen sich vor der Anschaffung eines Wintergartens, weil sie durch den Glasanbau zu hohe Energiekosten befürchten. Mit einer professionellen Planung und ein paar Tricks können Sie auch im Wintergarten Energie sparen und den lichtdurchfluteten Anbau zu allen Jahreszeiten genießen.

Der Wintergarten als Energiesparhelfer?

Trotz der Wärmeverlustanfälligkeit eines Wintergartens, können auch hier mit einer klugen Planung Energiekosten deutlich reduziert werden. Wir zeigen Ihnen, worauf Sie achten können, um den Wärmeverlust zu reduzieren. Unter bestimmten Voraussetzungen kann ein Wintergarten sogar energetisch sinnvoll sein und einen Beitrag zur Energieeinsparung leisten. Wichtig ist, dass der Wintergarten thermisch vom Haus getrennt ist. Dazu muss die durch den Glasanbau innen liegende Außenwand des Hauses gut gedämmt sein und die Türen und Fenster zwischen Haus und Wintergarten müssen mit einer Wärmeschutzverglasung ausgestattet sein. Damit kann durch das Verschließen der Türen der Wintergarten im Winter, wenn es dort kälter ist als im Rest des Hauses, vom Haus getrennt werden. Der Wintergarten wirkt dann wie ein Luftpolster und hält sowohl Kälte als auch übermäßige Hitze vom Rest des Hauses fern.

Tipp der Redaktion

Ein Wohnwintergarten sollte mit einer Zwei- bis Dreifach-Isolierverglasung beziehungsweise mit Steg-Sechsfachplatten im Dachbereich ausgestattet sein. Ein sogenannter Kaltwintergarten kann hingegen auch mit Stegdoppelplatten ausgestattet sein. Mit einer maximalen Temperatur von rund 12 Grad Celsius dient der Glasanbau somit jedoch vorwiegend als Überwinterungsort für Pflanzen.

Die Auswahl der Verglasung als Energiesparfaktor

Neben einer hochwertigen Wärmeschutz- beziehungsweise Mehrfachverglasung ist auch die Ausrichtung der gewählten Verglasung wichtig für die Energieeffizienz eines Wintergartens. Experten raten dazu, auf eine schräge Ausrichtung der Verglasung zu verzichten und setzten stattdessen auf eine senkrechte Verglasung. Diese ist im Vergleich günstiger, überhitzt im Sommer weniger schnell und lässt im Winter mehr Wärme durch natürliche Sonneneinstrahlung zu als eine schräge Verglasung. Der Grund dafür: Steil geneigte Gläser reflektieren die Sonnenstrahlen teilweise und lassen nur die schräg einfallenden Strahlen der Wintersonne ungehindert hindurch.

verglasung

 

Ausrichtung des Wintergartens clever wählen

Auch die bedacht gewählte Ausrichtung des Wintergartens hat erheblichen Einfluss darauf, ob Ihr Wintergarten einen positiven oder negativen Einfluss auf die Energieeffizienz Ihres Haushaltes hat. Eine Ausrichtung nach Süden nutzt solare Gewinne am besten aus und verfügt demnach auch über die beste Energiebilanz. Doch aufgepasst: Die höhere Raumtemperatur verbessert zwar die Nutzungsmöglichkeiten Ihres Wintergartens während der kälteren Übergangsjahreszeiten, begünstigt aber auch die Überhitzung im Sommer. Ein südlich ausgerichteter Wintergarten benötigt daher unbedingt auch einen clever geplanten Sonnenschutz. Besonders effektiv ist eine ausreichende Außenbeschattung, etwa durch Laubbäume, die jedoch je nach Jahreszeit variieren kann. Alternativ und zuverlässiger kann eine Innenbeschattung zwischen den Scheiben installiert werden.

ausrichtung

Ein nördlich ausgerichteter Wintergarten kann als Wärmepuffer während der kalten Jahreszeit genutzt werden, eignet sich aufgrund der relativ niedrigen Temperaturen jedoch nicht als Aufenthaltsort in den betreffenden Monaten. Eine Ausrichtung nach Westen oder Osten erhöht einerseits die ganzjährige Nutzbarkeit des Wintergartens, hat jedoch auch eine geringere Energieeinsparung zur Folge.

Tipp der Redaktion

Kombiniert mit großen Wärmeschutz-Fensterflächen auf der Südseite des Hauses können teilweise höhere Einsparungen bei der Heizenergie erzielt werden als mit einem nach Süden ausgerichteten Wintergarten.

Für das beste Klima: Die ideale Belüftung

Zusätzlich zur Verglasung und der optimalen Beschattung ist ein ausgeklügeltes Be- und Entlüftungssystem der Schlüssel für ein angenehmes und über das ganze Jahr konstant gutes Raumklima. Wintergartenbesitzer haben gleich bei der Planung die Möglichkeit, über das ideale Lüftungssystem zu entscheiden. Grundsätzlich stehen zwei verschiedene Lüftungsmethoden zur Auswahl:

      • Die natürliche Lüftung: Die warme Luft im Wintergarten steigt nach oben und wird über Dach- oder Seitenfenster abgeführt.
      • Die motorische Lüftung: Hier sorgen durch Walzenlüfter betriebene Zugluftöffnungen für den Luftaustausch.

Welche Lüftungsvariante für Ihr Wintergartenprojekt die richtige ist, muss von Fall zu Fall entschieden werden. Experten raten häufig zur natürlichen Lüftung, da diese geräuschlos und zugfrei möglich ist.

Von Beginn an klug planen und Energie sparen

Damit Sie ihren Wintergarten auch während der kalten Jahreszeit nutzen können, bauen viele Hausbesitzer eine Heizung ein. Durch die verglasten Wände entsteht jedoch schnell das Risiko eines hohen Energieverlusts. Experten raten dazu, auf die Installation einer Heizung zu verzichten und stattdessen die natürliche Kraft der Sonne mit den genannten Techniken und Tricks zu nutzen. Wenn Sie klug planen und die entsprechenden Tipps beachten, kann die gespeicherte Wärme nicht so schnell entweichen und Sie können Ihren Wintergarten optimal nutzen.

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