Treppenlift: Einbauvorschriften und Gesetze

Welche Vorschriften müssen beim Treppenlifteinbau beachtet werden?

23.09.2013 13:55:41
Spätestens im Alter benötigen viele Menschen einen Treppenlift, um sich in ihrem Haus oder ihrer Wohnung weiterhin frei über mehrere Etagen bewegen zu können. Plant man den Einbau eines Lifts, müssen einige Vorschriften und Gesetze berücksichtigt werden. Insbesondere wenn die Eigentumsrechte an dem Haus bzw. der Wohnung geteilt sind, sollte man sich genau informieren.
Treppensteigen im Alter ist für viele eine Herausforderung (uberculture | Flickr.com)
Treppensteigen im Alter ist für viele eine Herausforderung (uberculture | Flickr.com)

Die Gesetzeslage

Nicht immer darf man einen Treppenlift ohne Absprachen einbauen. Wer unter welchen Umständen einen Lift einbauen darf, regelt das Gesetzt zum barrierefreien Zugang (§ 554a Absatz 1 BGB).

Der Einbau im eigenen Wohnhaus

Dies ist der einfachste Fall: Ein Treppenlift darf immer in das eigene Wohnhaus eingebaut werden und es muss keine spezielle Erlaubnis eingeholt werden.

Der Einbau in eine Mietwohnung

Möchten Sie den Treppenlift in eine Mietwohnung einbauen, muss der Vermieter prinzipiell das Vorhaben absegnen, denn Sie nehmen auf diese Weise eine nachhaltige bauliche Veränderung an seinem Eigentum vor. Sperrt er sich gegen das Vorhaben, gilt das Kriterium der Notwendigkeit: Benötigen Sie einen Treppenlift für den barrierefreien Zugang zu Ihrem Wohnraum, darf er Ihnen den Einbau nicht verweigern. Die Kosten tragen Sie in jedem Fall selber – ebenso die Kosten für einen Rückbau nachdem Sie ausgezogen sind.

Der Einbau bei einer Wohneigentumgemeinschaft

Treppe ohne LiftEin Treppenlift ermöglicht ein barrierefreies Leben zu Hause (Slobo Mitic | Istockphoto.com)

Die rechtliche Situation bei Wohneigentumgemeinschaften ist etwas komplizierter. Innerhalb der Wohnung dürfen Sie den Lift problemlos einbauen. Für einen Einbau im Treppenhaus benötigen Sie die mehrheitliche Zustimmung aller Eigentümer. Der §22 des Wohneigentumsgesetzes schreibt vor, dass die Mitbesitzer nicht über die Maßen von einem solchen Einbau beeinträchtigt werden dürfen. Bauen Sie einen Treppenlift ohne mehrheitliche Zustimmung ein, kann einer der Eigentümer die Beseitigung verlangen. Selbstverständlich haben Sie theoretisch Anspruch darauf zu Ihrem Eigentum zu gelangen – allerdings müssen die Interessen aller anderen Eigentümer ebenso berücksichtigt werden. Auch hier gilt: alle Kosten der Baumaßnahmen müssen Sie alleine tragen.

Barrierefrei Planen und Bauen. Tipps für behindertengerechtes Wohnen (REHACARE Trade Fair | Youtube.com)

Die Einbauvorschriften

Natürlich müssen Sie auch beim eigentlichen Einbau des Treppenlifts eine Reihe von Gesetzen und Einbauvorschriften berücksichtigen. Maßgeblich sind die jeweiligen Landesbauordnungen (LBO) sowie die technische Baubestimmung DIN 18065. In diesen Verordnungen wird hauptsächlich geregelt, wie die Ausmaße des Treppenlifts im Verhältnis zur vorhandenen Treppe aussehen müssen.

Durch den Einbau eines Treppenlifts darf die Nutzbarkeit der Treppe als Rettungsweg nicht eingeschränkt werden. Nach Einbau eines Lifts muss in Häusern mit zwei oder weniger Wohneinheiten der Treppendurchgang noch mindestens 80 cm breit sein. Bei Häusern mit mehr als zwei Wohnungen gilt eine Mindestbreite von 100 cm. Hat eine Treppe also ohnehin nur eine Breite von einem Meter, darf ein Lift nicht eingebaut werden.

Treppenlift

Die Bestimmungen im Überblick

  • Der Handlauf der Treppen muss frei liegen
  • Durch die Treppe dürfen nur Privatwohnungen erschlossen werden (keine Gewerbewohnungen)
  • Auf jedem Stockwerk muss eine ausreichend große Wartefläche vorhanden sein
  • Wird der Treppenlift nicht verwendet, muss der Sitz hochklappbar sein
  • Der Lift muss bei Stromausfall von Hand bedienbar sein
  • Der Lift muss gegen eine missbräuchliche Nutzung abzusichern sein
  • Der Treppenlift sollte aus nicht brennbaren Materialien bestehen

Barrierefrei wohnen

Ein Treppenlift ermöglichen einen barrierefreien Zugang zum eigenen Wohnraum. Für den Einbau müssen jedoch gewisse Gesetze und Einbauvorschriften berücksichtigt werden. Prinzipiell haben Sie allerdings das Recht auf einen barrierefreien Zugang zu Ihrem Zuhause. Dabei ist jedoch zu beachten: Sie tragen die Kosten und der Einbau darf mit Hinweis auf die Interessen der anderen Eigentümer abgelehnt werden.

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