Ebenen komfortabel überwinden und Steuern sparen

Barrierefreier Umbau – Cleverer nachrüsten mit einem Treppenlift

10.04.2015 16:25:04

Wer sein Zuhause nachträglich barrierefrei umbauen will, steht häufig vor der Entscheidung, in einen Treppenlift zu investieren. Räume in oberen Stockwerken werden so auch bewegungseingeschränkten Personen wieder zugänglich gemacht. Lesen Sie hier, auf was Sie bei der Nachrüstung achten müssen und wann Sie bei der Anschaffung Steuervergünstigungen wahrnehmen können.

Auch nachträglich mehr Mobilität

Nicht jeder hat die Möglichkeit, sein Zuhause von vorneherein barrierefrei zu planen und umzusetzen. Ist die Mobilität im Alter dann eingeschränkt, bleibt häufig nur der kostenintensivere nachträgliche Umbau in ein barrierefreies Wohnumfeld. Treppenlifte sind ein beliebtes Einbauelement, wenn es darum geht, alle Bereiche in den eigenen vier Wänden für sämtliche Hausbewohner zugänglich zu machen. Um nicht zur Kostenfalle zu werden, sollte der nachträgliche Einbau gut durchorganisiert sein. Achten Sie auf die individuellen Bedürfnisse der Bewohner im Haus.

wuensche im alter

 

Umbau clever planen und Kosten sparen

Ein solcher Umbau stellt in den meisten Fällen eine erhebliche finanzielle Belastung dar. Mit einer umsichtigen Planung können Kosten und Aufwand jedoch bereits vorab erheblich minimiert werden. Am Anfang steht eine gründliche Bestandsaufnahme als Basis für den barrierefreien Umbau. Bei größeren Umbaumaßnahmen empfiehlt es sich, einen Architekten oder Bauingenieur als Berater hinzuzuziehen.

Tipp der Redaktion

Entscheiden Sie sich für einen Berater, der bereits Erfahrung im Bereich der barrierefreien Planung und entsprechender Umbaumaßnahmen mitbringt. Idealerweise ist der Sachverständige auch im Umgang mit Sozial- und Versicherungsträgern vertraut. Die Zusammenarbeit mit einem erfahrenen Partner ermöglicht es Ihnen, individuelle, barrierefreie Lösungen ideal zu argumentieren, zu fördern und sinnvoll umzusetzen.
Dennis Waller

Qualität beim Treppenlift-Einbau beachten

Achten Sie neben der umsichtigen Planung und Vorbereitung der Umbaumaßnahmen auch auf den professionellen Einbau und eine hochwertige Technik. Hier garantiert die Zusammenarbeit mit einer Fachfirma in der Regel bereits die bestmögliche Umsetzung. Bei der Auswahl der Firma und des passenden Liftmodells können Sie dennoch auf folgende wichtige Qualitätskriterien achten.

  • Die verschiedenen Schritte wie Konstruktion, Herstellung, Verkauf, Montage und Wartung sollten idealerweise in der Hand einer Fachfirma liegen.
  • Die Liftmodelle besitzen neutrale Zertifikate wie beispielsweise Baumusterprüfbescheinigungen vom TÜV.
  • Die Fahrtschiene des Treppenlifts wird mit Vermessungen direkt vor Ort vom Dienstleister individuell auf Ihre Treppensituation angepasst.

individueller treppenlift

 

  • Der Treppenlift wird platzsparend eingebaut, um ausreichend Restplatz auf der Treppe zu gewährleisten.
  • Der Treppenlift sollte eine hohe Laufruhe besitzen. Idealerweise gibt es kein ruckartiges Anfahren oder Bremsen an Kurven oder Haltestellen.
  • Damit das Besteigen und Verlassen des Lifts bequem und vor allem sicher möglich ist, sollte er über einen vollautomatisch (motorisch) drehbaren Sitz verfügen, bei dem der Benutzer außer dem Fahrbefehl keine weiteren Handgriffe vornehmen muss.
  • Alle Bedienungs- und Steuerungselemente sind für den Nutzer einfach zu handhaben und können zudem individuell auf die Nutzerbedürfnisse angepasst werden.
  • Der Anbieter sollte Sie umfassend über die unterschiedlichen Liftarten und den Einbau beraten.
  • Idealerweise weist die für den Einbau zuständige Fachfirma auf Finanzierungsmöglichkeiten und baurechtliche Vorschriften hin.

Steuern mindern mit einem Treppenlift

Eine weitere Möglichkeit, die Kosten für den barrierefreien Einbau zu reduzieren, verbirgt sich in einer Steuerminderung. Hierzu veröffentlichte der Bundesfinanzhof in München am 9. April 2014 ein Urteil, das kranken oder gebrechlichen Menschen die Möglichkeit gibt, die Kosten für einen Treppenlift als „außergewöhnliche Belastung“ bei der Steuer geltend zu machen. Das Urteil mit dem Aktenzeichen VI R 61/12 entschied, dass ein amtsärztliches Urteil vor dem Einbau nicht nötig ist. Bereits ein normales ärztliches Attest reiche als Nachweis aus. Für den Fall, dass das Finanzamt dieses normale ärztliche Attest nicht anerkenne, könne im finanzgerichtlichen Verfahren ein weiteres Gutachten eingeholt werden.

Weitere Fördermöglichkeiten ausloten

Neben der Inanspruchnahme steuerlicher Vorteile empfiehlt es sich auch, die gängigen Finanzierungs- und Förderungsmöglichkeiten zu prüfen. Hier gibt es verschiedene Möglichkeiten:

Pflegeversicherung:

  • Als Voraussetzung für einen Zuschuss gilt die Einstufung in einen Pflegegrad.
  • Der mögliche Zuschuss bei Vorliegen eines Pflegegrades beträgt maximal 4.000 Euro.
  • Die Zuschusshöhe hängt von den Kosten der Maßnahme sowie dem Einkommen des Pflegebedürftigen ab.
  • Die Selbstbeteiligung des Pflegebedürftigen bei eigenem Einkommen beträgt mindestens 10 Prozent, höchstens jedoch 50 Prozent der monatlichen Bruttoeinnahmen.
  • Die Förderung kann beim Kauf oder der Miete mit einer Finanzierung kombiniert werden.
  • Eine Antragsberechtigung haben sowohl private Eigentümer von Ein- und Zweifamilienhäusern als auch von Eigentumswohnungen sowie Mieter.

treppensteigen erleichternArbeitsagentur, Rentenversicherung und Integrationsamt

Entsprechende Ämter fördern den Einbau eines Treppenlifts nur, wenn dieser nötig ist, um die Teilhabe des Nutzers am Arbeitsleben aufrechtzuerhalten oder zu ermöglichen. Der Betroffene darf keine andere Möglichkeit haben, am Berufsleben teilzunehmen.

Kriegsopferfürsorge und Wehrdienstverletzungen

Sofern eine Wehrdienst- oder Kriegsverletzung der Grund für die eingeschränkte Beweglichkeit des Treppenlift-Nutzers ist, übernimmt unter gewissen Umständen die Opferfürsorge die anfallenden Kosten für einen Treppenlift. Ansprechpartner sind auch hier die Kranken- oder Pflegekassen.

Barrierefrei wohnen mit cleverer Förderung

Wer seine Wohnung für mobilitätseingeschränkte Personen nachträglich barrierefrei gestalten will, kommt oft an einem Treppenlift nicht vorbei. Die Bewilligung von Finanzierungen und Fördermaßnahmen sind an die Erfüllung gewisser Bedingungen geknüpft. Prüfen Sie daher vor der Planung des barrierefreien Umbaus eingehend, ob eine Förderung für Sie infrage kommt oder nicht. Hier lohnt sich auch die Zusammenarbeit mit einer Fachfirma, die Sie umfassend zu den verschiedenen finanziellen Vorteilen beraten kann.

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