Sonnenschutz für die Terrasse

Terrassenüberdachung: Selber bauen oder dem Fachmann vertrauen?

14.11.2013 12:23:34

An warmen Sommertagen ist für viele Menschen die Terrasse hinter dem Haus der liebste Aufenthaltsort. Einfach im Liegestuhl entspannen, mit der Familie Grillen, ein gutes Essen und die Sonne genießen – das gehört zu den Freuden der warmen Jahreszeit. Die Terrasse ist im Frühjahr und Sommer ein Wohlfühlplatz im Freien und wird zum zusätzlichen Zimmer. Damit die Terrasse jederzeit nutzbar ist, braucht Sie ein geeignetes Dach: vor allem als Schutz vor Sonne. Was Sie beachten müssen und wie Sie die Überdachung Ihrer Terrasse selber in die Hand nehmen können, erfahren Sie hier.

Terasse mit Dachkonstruktion (zigazou76 | Flickr.com)
Terasse mit Dachkonstruktion (zigazou76 | Flickr.com)

Gute Vorbereitung ist alles: Baugenehmigungen und Nachbarn

Der Sonnenschutz für die Terrasse will gut geplant sein. Ob einfache Markise oder fest montierte Dachkonstruktion: grundsätzlich sollten Sie klären, ob für das geplante Dach eine baubehördliche Genehmigung notwendig ist. Entscheidend sind die Lage Ihres Hauses, die Nähe zum Nachbargrundstück und die Materialien. Markisen, die einrollbar sind, sind im Regelfall genehmigungsfrei. Wollen Sie hingegen eine dauerhafte Überdachung oder planen Sie eine Markise in Verbindung mit einer Pergola, so müssen Sie eine Baugenehmigung einholen. Hier vereinbaren Sie am besten einen Termin mit Ihrem zuständigen Bauamt. Deutsche Ämter haben eine Beratungspflicht und geben Ihnen detailliert die Auskünfte, die Sie benötigen.
Ebenfalls wichtig: Informieren Sie im Sinne eines guten Miteinanders vorab Ihre direkten Nachbarn. Schließlich muss während der Zeit des Anbaus möglicherweise mit Lärm- und Schmutzbelästigung gerechnet werden. Vielleicht kann es auch sein, dass Ihre geplante Überdachung die Aussicht stört oder dem Nachbarn das Licht nimmt. Mögliche Bedenken können auf diese Weise frühzeitig geklärt und einvernehmlich gelöst werden. Falls die Nachbarn grundlegende Einwände haben sollten, kann die Genehmigung bzw. Freistellung durch das Bauamt ein überzeugendes Argument sein.

Die Wahl der Terrassenüberdachung

Terrassenüberdachungen gibt es in unterschiedlichsten Varianten: Von der einfachen Markise über die Metall-, Kunststoff- oder Holzkonstruktion bis zur bis zur architektonisch durchgestalteten Designerausführung ist alles möglich. Welche Art der Überdachung Sie für Ihre Terrasse wählen, hängt von Ihrem Geschmack, Ihrem Budget, aber auch von den äußeren Gegebenheiten ab.

Diese Checkliste hilft Ihnen bei der Entscheidung:

1. Welche Lage hat die Terrasse?

Je nachdem wie groß Ihre Terrasse ist, kann es sinnvoll sein, die Fläche komplett oder nur teilweise zu überdachen. Möglicherweise können vorhandene Eck- oder Dachelemente in die Konstruktion einbezogen werden.

2. Wollen Sie einen dauerhaften Sonnenschutz oder nur für bestimmte Tageszeiten?

Von der Länge der Sonnenbestrahlung hängt z.B. das Material der Überdachung, aber auch der Bedienungskomfort der zu installierenden Konstruktion ab. Dauerhaft installierte Überdachungen müssen nicht nur der Sonnenbestrahlung, sondern auch anderen Witterungseinflüssen – Regen, Sturm, Schnee – standhalten.

3. Welches Material und Design passt zu Ihrem Grundstück?

Eher verspielt, rustikal oder modern? Die Terrassenüberdachung gehört zum Haus und sollte sich in das Erscheinungsbild einfügen. Ein Terrassendach kann den Charakter des Hauses unterstützen oder zu einem echten „Hingucker“ werden und somit Ihrem Garten ein neues Erscheinungsbild geben.

Selber bauen oder bauen lassen?

Die Materialien zum Bau einer Terrassenüberdachung werden in der Regel in Einzelteilen von Fachhändlern oder Baumärkten zur Montage angeboten. Viele Anbieter werben damit, dass die Eigenmontage schnell und einfach möglich ist. Selber bauen spart Geld, trotzdem sollten Sie vorab genau überlegen, ob Sie über ausreichendes Werkzeug, Zeit und Knowhow verfügen. Wie überall im Leben gilt auch bei der Überdachung der Terrasse: Es gibt einfache, aber auch komplizierte Lösungen – und nicht immer ist die naheliegendste Lösung auch die beste.

Variable Überdachungen, wie Markisen, können mit etwas handwerklichem Geschick durchaus in Eigenregie installiert werden. Ideal ist es, wenn die Markise so befestigt werden kann, dass Sie aufgespannt auf einer Spalierwand aufliegen kann. Wenn es keine Wand gibt oder keine Wand gewünscht wird, genügen auch einzelne Spalierstangen.

Handwerklich deutlich anspruchsvoller ist eine feste Holz- oder Alukonstruktion, auf der hinterher ein festes Dach montiert wird. Hier muss ein festes Fundament für die Trägerkonstruktion des Daches geschaffen werden. Ob Sie ein lichtdurchlässiges oder blickdichtes Dach wählen, hängt von Ihrem Geschmack und von den äußeren Gegebenheiten ab. In jedem Fall benötigen Sie eine Baugenehmigung und sollten handwerklich versiert sein.

Wenn Sie sich für den Bau einer Terrassenüberdachung in Eigenregie entschieden haben, benötigen Sie das folgende Werkzeug:

  • Bohrmaschine mit entsprechender Ausstattung und den passenden Bohrer für die Dübel
  • Erdbohrer
  • Eimer, Zementrühre und eine Kelle, um den fertigen Zement zu verarbeiten
  • Wasserwaage, Meterstab, Winkelmesser, Lot
  • Schraubenzieher (am besten einen Akkuschrauber), Hammer, Säge sowie ein Stemmeisen
  • Pinsel und Lack für die Lasur

Fazit

Auf Nummer sicher gehen!

Gleichgültig, ob Sie Ihre Terrassenüberdachung selber bauen oder bauen lassen: Lassen Sie sich im Vorfeld auf jeden Fall von einem Fachmann beraten. Während des Planungsprozesses und stetigen Nachfragen werden Sie ein Gefühl dafür bekommen, welche Handwerksleistung Sie selber ausführen können. Selber bauen oder bauen lassen? Bei wirklichen aufwändigen Vorhaben ist es in jedem Fall sinnvoll, den Bau an einen Fachbetrieb zu vergeben.

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