Gesund und mobil im eigenen Zuhause

Perfekt geplant zum Treppenlift – so geht es richtig

11.12.2015 11:00:40

Personen, die in Ihrer Mobilität eingeschränkt sind, können mit einem Treppenlift wieder zu mehr Selbstständigkeit gelangen. Doch die Anschaffung und die Montage sind nicht ganz unkompliziert – daher ist ein guter Partner für die Planung und den Einbau das A und O. Wir erklären Ihnen die wichtigsten Punkte auf dem Weg zum Treppenlift.

Gründlich planen:

1. Die Rechtslage klären

Der Einbau eines Treppenlifts ist immer mit Veränderungen an der Struktur des Wohngebäudes verbunden. Daher ist es wichtig, vor der Planung und dem Einbau die rechtlichen Grundlagen zu klären.

Hier ist nicht nur bei Mietwohnungen besondere Vorsicht geboten. Auch bei Eigentumswohnungen muss zuvor geklärt werden, ob durch den Einbau nicht eventuell Gemeinschaftseigentum berührt wird. Eigentümer sollten sich daher immer das Einverständnis der Eigentümergemeinschaft für die notwendigen Maßnahmen geben lassen. Und auch wer im eigenen Haus wohnt, sollte sich mit der Rechtslage beschäftigen. So ist bei Reihenhäusern beispielsweise zu prüfen, ob hier eine Schallübertragung ins Nachbarhaus möglich ist.

Experten-Tipp

      Holen Sie sich als Bewohner einer Mietwohnung vor dem Einbau in jedem Fall das Einverständnis des Vermieters ein. Dieser darf seine Zustimmung nur dann verweigern, wenn das Interesse an der unveränderten Erhaltung der Mietwohnung das Interesse des Mieters überwiegt. Grundsätzlich überwiegt aber der Rechtsanspruch des Mieters: Paragraph 554a BGB
     regelt, dass schwer gehbehinderte Personen oder Angehörige von dem Vermieter das Einverständnis zum Einbau für einen barrierefreien Zugang zur Wohnung verlangen können.
  1. Die Suche nach dem richtigen Anbieter

Wenn dem Treppenlifteinbau rechtlich nichts im Weg steht, können Sie sich auf die Suche nach dem richtigen Anbieter machen. Da ein Treppenlift eine beträchtliche Investition bedeutet, sollten Sie unbedingt mehrere Angebote einholen und miteinander vergleichen. Achten Sie hierbei aber nicht nur auf den günstigsten Preis – auch Serviceleistungen und eine fachkundige Beratung spielen eine wichtige Rolle bei der Wahl des passenden Treppenlifts.

Wenn der richtige Anbieter mit einem passenden Angebot gefunden ist, kommt es darauf an, dass Sie als Bauherr die richtigen Fragen stellen und alle notwendigen Anforderungen formulieren. Dabei sind 2 Punkte besonders wichtig:

  • Beschreiben Sie möglichst detailliert, wie der aktuelle Zustand des Gebäudes aussieht. Im Idealfall haben Sie die entsprechenden Pläne zur Hand.
  • Legen Sie anschließend fest, wie der Zustand nach dem Umbau sein soll. Berücksichtigen Sie hier auch Ihre finanziellen Möglichkeiten. Sollten Sie dabei Unterstützung benötigen, können Sie sich an den Vorgaben der DIN 18040-2 orientieren: Sie definiert Normen für barrierefreies Bauen und Planungsgrundlagen für Wohnungen.

BeratungDie Planungsphase endet damit, dass Sie sich auf ein bestimmtes Treppenliftsystem festlegen. Diese Entscheidung sollten Sie nicht unüberlegt treffen, denn jeder Treppenlift bietet Ihnen unterschiedliche Vorteile und Erleichterungen. Lassen Sie sich deshalb umfangreich und gegebenenfalls mehrmals beraten und nehmen Sie sich genügend Zeit für die Entscheidungsfindung: Bis zu einem halben Jahr sollten Sie für die  Anbietersuche, die Prüfung möglicher Umbaumaßnahmen und eine eingehende Beratung einrechnen.

 

Experten-Tipp

    Bedenken Sie bei der Planung nicht nur Ihren aktuellen Mobilitätszustand, sondern auch die Entwicklungsprognose für die kommenden Jahre – vor allem, wenn eine Krankheit vorliegt. Holen Sie bei der Liftauswahl im Zweifelsfall auch den Rat Ihres Arztes ein.
  1. Das richtige System finden

Je nach Grad der Mobilitätseinschränkung und abhängig vom Anwendungsbereich empfehlen sich unterschiedliche Treppenliftsysteme. Neben dem klassischen Sitzlift gibt es beispielsweise auch spezielle Rollstuhllifte sowie Plattformlifte für den Innen- und Außenbereich.

Varianten Treppenlift

Lassen Sie sich hier von dem gewählten Anbieter die Vor- und Nachteile der einzelnen Modelle und Varianten ausführlich erklären.

Experten-Tipp

    Prüfen Sie unbedingt im Voraus, wie Sie mit den unterschiedlichen Liftvarianten zurechtkommen. Ein seriöser Fachhändler wird Ihnen immer ermöglichen, den Treppenlift vor Ort als Modell zu begutachten und im Umgang zu testen. Besonders Personen, die auf einen Rollstuhl angewiesen sind, sollten das problemlose Ein- und Aussteigen an einem Musterobjekt ausprobieren. Für Personen mit eingeschränktem Sehvermögen sind auch die Bedienelemente eingehend zu prüfen.

Bei der Bewertung Ihres Treppenlifts sollten Sie folgende Fragen unbedingt mit Ja beantworten können:

  • Ist die Bedienung des Treppenliftes übersichtlich und einfach?
  • Fühlen Sie sich bei der Benutzung sicher?
  • Ist der Ein- beziehungsweise Ausstieg ohne Probleme möglich?
  • Läuft der Treppenlift bei der Fahrt ruhig?
  • Ist der Lift beim Betrieb leise?

Der professionelle Einbau:


4. Gründlich ausmessen

Bevor der eigentliche Einbau des Treppenlifts beginnen kann, misst ein Planer die konkreten Gegebenheiten vor Ort aus. Der zuständige Mitarbeiter ist häufig ein Architekt, der auch noch einmal verschiedene Planungsalternativen aufzeigen kann.

Zwar können Liftsysteme in nahezu jedem Treppenhaus eingebaut werden, jedoch müssen einige Vorgaben nach der technischen Norm DIN 18065 berücksichtigt werden. Beispielsweise ist zu gewährleisten, dass die Treppe auch nach dem Einbau des Lifts als Fluchtweg frei bleibt und sicher begehbar ist. Daher muss nach dem Einbau der Führungsschiene noch ein Durchgang von mindestens einem Meter Breite frei bleiben.

  1. Fast geschafft: die Treppenlift-Montage vor Ort

MontageNachdem alle planerischen Schritte abgeschlossen wurden, kann der Einbau beginnen. Eine Fachfirma liefert den exakt auf Ihre Bedürfnisse angepassten Lift an und montiert ihn in der Regel innerhalb eines Werktages. Anschließend geben die Treppenlift-Experten noch eine zusätzliche Einführung in die Gebrauchsweisen des Lifts. Mit der Abnahme durch den Benutzer startet auch die Gewährleistungsfrist.

Eine seriöse Firma zeichnet sich dadurch aus, dass sie die Funktionsweisen und den Umgang mit dem Lift nach der Montage noch einmal genau mit Ihnen bespricht. Wird Ihnen keine weitere Erklärung angeboten, verlangen Sie eine umfassende Einweisung, bis Sie sich mit dem Lift sicher fühlen. Dazu sollte auch mindestens eine Probefahrt gehören.

Leistungen vergleichen für einen problemlosen Einbau

Von der Entscheidung für einen Treppenlift über die Planung bis hin zur Montage können mehrere Wochen bis Monate verstreichen. Die Planungsphase ist hierbei allesentscheidend: sowohl für die spätere problemlose Nutzung wie auch ein möglichst gutes Preis-Leistungs-Verhältnis beim Kauf. Nehmen Sie sich daher ausreichend Zeit, um die verschiedenen Einbaumöglichkeiten und auch die Serviceleistungen der einzelnen Firmen zu vergleichen. So können Sie sicher sein, dass sich die Investition auch langfristig bezahlt macht und Ihre neugewonnene Mobilität lange anhält.

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