Anbau clever planen

So gehen Sie teuren Planungsfehlern beim Wintergartenbau aus dem Weg

06.08.2015 8:18:20

Ein Wintergarten ist eine Investition, die nicht unterschätzt werden sollte. Wer jedoch von Beginn an klug plant und den häufigsten Fehlern aus dem Weg geht, für den lohnt sich der Anbau das ganze Jahr über. Wir zeigen Ihnen, wie Sie teuren Fehlern bei der Anschaffung eines Wintergartens aus dem Weg gehen.

Vor Baubeginn: Bauantrag korrekt und pünktlich stellen

Häufig behindern bürokratische Akte ungewollt den Bau eines Wintergartens. Sie können diese Fehler minimieren, indem Sie sich zuvor beim zuständigen Bauamt nach den geltenden Vorschriften erkundigen. Das Einholen der Infos kostet nur wenig Zeit und Sie erfahren genau, welche bautechnischen Nachweise, formlosen Erklärungen oder Formulare Sie zu welchem Zeitpunkt vorlegen müssen. Bauherren, die auf den Gang zum Baumt verzichten, riskieren im schlimmsten Fall sogar, den Anbau wieder abreißen zu müssen. Prüfen Sie daher unbedingt im Voraus, was das Bauamt von Ihnen erwartet.

Tipp der Redaktion:

    In der Regel sind Wintergärten Bauwerke im Sinne des Baurechts. Das bedeutet, dass diese bauantragspflichtig sind. In seltenen Fällen kann eine Genehmigungsfreistellung erwirkt werden. Die zulässige antragsfreie Größe variiert von Bundesland zu Bundesland und ist in der jeweiligen Landesbauverordnung festgelegt.

Wintergarten direkt optisch an Ihr Haus anpassen

Idealerweise sollte ein Wintergarten zusammen mit dem Haus eine optische Einheit bilden. Sehr günstige Modelle, die standardmäßig in Katalogen angeboten werden, treffen selten genau den Stil des Hauses. Experten geben zu bedenken, dass ein schlecht geplanter Wintergarten im schlimmsten Fall sogar den Wert Ihrer Immobilie mindern kann.

Wenn der Wintergarten nachträglich an ein bestehendes Gebäude angebaut wird, kommt selten ein Architekt zum Einsatz. Wird der Wintergarten von einer Fachfirma gebaut, können sich Bauherren in der Regel hingegen auf eine professionelle Planung und Bauleitung verlassen.

Tipp der Redaktion:

    Auch wenn die Versuchung groß ist: Vermeiden Sie möglichst, einen sehr günstigen Wintergarten nach dem Baukasten-Prinzip zu kaufen. In den seltensten Fällen sind diese Modelle auch langfristig rentabel. Im Gegenteil – das eingesparte Geld zahlen Hausbesitzer häufig zu einem späteren Zeitpunkt nach.

Nicht zu viel zahlen: Den Bau von Beginn an genau durchplanen

Wintergärten haben durch ihre Lage zwischen Innen- und Außenbereich sehr spezielle Anforderungen. Auch bei der Materialwahl müssen daher Planungsfehler vermieden werden. Die üblichen Baumaterialien sind Aluminium, Holz oder Kunststoff. Welches Material in welcher Kombination für Ihr Wintergartenvorhaben das sinnvollste ist, hängt von der Nutzungsabsicht, den statischen Anforderungen und auch von Ihren finanziellen Mitteln ab. Hier ein kleiner Überblick über die gängigen Materialien und ihre Vorteile:

Kunststoff:

Kunststoff ist die günstigste Materialvariante für einen Wintergarten. Zudem punktet das Material mit einer langen Lebensdauer und einem geringen Pflegeaufwand. Ein Nachteil ist die geringe Stabilität von Kunststoff. Daher ist es nur für einfache Wintergarten-Konstruktionen geeignet.

Holz:

Wintergärten aus Holz liegen im mittleren Preissegment. Hier variiert der Preis je nach Qualität des verwendeten Holzes. Entscheidende Vorteile sind eine hohe Stabilität und gute wärmedämmende Eigenschaften. Holzwintergärten erfordern jedoch einen recht hohen Pflegeaufwand.

Aluminium:

Aluminium ist mittlerweile das Material, das am häufigsten verwendet wird. Es ist leicht und extrem widerstandsfähig. Preislich liegt das Material im oberen Segment. Ein Nachteil eines nur aus Aluminium gefertigten Wintergartens ist die relativ schlechte Wärmedämmung. Aus diesem Grund wird Aluminium gerne mit Holz oder Kunststoff kombiniert.

Holz-Aluminium-Kombination:

Die Kombination aus Aluminium und Holz vereint die Vorteile der beiden Materialien – die guten Dämmeigenschaften des Holzes und die Widerstandsfähigkeit des Aluminiums. Der einzige Nachteil dieser Material-Kombination ist der höhere Preis.

Einen guten Sonnenschutz integrieren

Im Sommer läuft ein Glaswintergarten schnell Gefahr zu überhitzen. Um den Anbau das ganze Jahr über ohne Einschränkungen nutzen zu können, sollten Sie daher einen cleveren Sonnenschutz einplanen. Entsprechende Markisen blocken die Sonnenstrahlen schon ab, bevor sie die Verglasung erreichen können. So wird verhindert, dass sich der Innenraum aufheizt.

Es gibt sowohl Markisenmodelle, die manuell bedient werden müssen als auch automatische Schutzsysteme. Bei letzterem Modell prüfen Sensoren die Temperatur im Raum und die Markise wird bei der individuell festgelegten Temperaturgrenze ausgefahren, um eine weitere Aufhitzung zu vermeiden.

Tipp der Redaktion:

    Der Preis für die Beschattung ist selbstverständlich individuell und richtet sich nach der Größe der auszustattenden Fläche, dem Material und der Antriebsart. Eine einfache, innenliegende Bespannung mit einem Segeltuch für einen vier Quadratmeter großen, rechteckigen Wintergarten ist bereits ab 430 Euro erhältlich. Die motorisierte und funkgesteuerte Variante mit einer wasserdichten Markise sowie Wind- und Sonnensensor liegt für denselben Wintergarten bereits bei 2.400 Euro oder höher. Diese Angaben können jedoch nur als grobe Richtwerte verstanden werden.
verschattung

Eine klug geplante Verschattung sorgt für ein angenehmes Klima

Vorsicht bei der Dachauswahl

So schön ein Glasdach bei einem Wintergarten auch sein mag – Experten raten dazu, einen Wintergarten mit einem geschlossenen Dach zu konstruieren. Der entscheidende Vorteil ist, dass dieser zu jeder Jahreszeit behaglich ist und besser als Wohnraum genutzt werden kann. Im Winter wird der Wärmeverlust durch das Glasdach vermieden und im Sommer dient das geschlossene Dach als Sonnenschutz.

Experten-Tipp: Auf Qualitätsglas setzen:

    Überlegen Sie sich schon bei der Planung genau, wie der Wintergarten später genutzt werden soll. Auch die Auswahl der Baustoffe erlaubt keine Fehler. Die Qualität des Glases spielt dabei eine zentrale Rolle. Qualitativ hochwertiges Glas vermeidet idealerweise starke Wärmeverluste während der Heizperiode ebenso wie eine Überhitzung im Sommer.

Vermeiden Sie Fehler und entspannen Sie im Wintergarten

Eine gute Wintergarten-Planung ist kein Kinderspiel. Für den Anbau müssen technische und baurechtliche Anforderungen erfüllt werden. Sowohl optisch als auch hinsichtlich der Nutzung muss ein Wintergarten genau auf die Bedürfnisse des Nutzers abgestimmt sein. Wählen Sie daher sowohl das Material als auch die Konstruktion gezielt aus. Idealerweise unterstützt Sie eine Fachfirma bei der Planung.

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