Gefahr vorbeugen und im Ernstfall richtig reagieren

Brandschutz in der Küche: So senken Sie die Risiken

26.08.2013 16:50:37

Die Küche ist nicht nur ein gemütlicher Ort zum Kochen – sie ist auch Hauptquelle von Bränden im Haushalt. Heiße Herdplatten, spritzendes Öl und alte Elektrik können schnell brenzlige Situationen verursachen und außer Kontrolle geraten. Wir sagen Ihnen, wie Sie einem Brand in der Küche vorbeugen können und im Ernstfall richtig reagieren.

randschutz sollte die oberste Prämisse sein (spruettenhus.eu | Flickr.com) Brandschutz sollte die oberste Prämisse sein (spruettenhus.eu | Flickr.com)

Die Hälfte aller Küchenbrände entsteht auf dem Herd

Zu einem Feuer in der Küche kann es schneller kommen als man denkt. Kleine Flammen greifen auf Geschirrhandtücher und Möbel über und verbreiten sich rasend schnell in der gesamten Wohnung. Laut Institut für Schadensverhütung und Schadensforschung (IFS) entsteht die Hälfte aller Küchenbrände auf dem Herd. Heißes Öl oder Fett in der Pfanne können sich leicht entzünden, was zu Rauch- und Feuerbildung führt. Ähnlich verhält es sich mit eingeklemmtem Brot im Toaster oder verbranntem Essen im Ofen.

Nach der IFS Statistik 2012 ist die Ursache für 30% der Küchenbrände die Elektrik. Defekte Leitungen am Elektroherd oder der Mikrowelle können durchbrennen und einen Kurzschluss verursachen. Gefährlich sind auch überlastete Leitungen, zum Beispiel im Fall von Verlängerungskabeln, an die gleich mehrere Elektrogeräte angeschlossen sind. Besonders tragisch: 16% der Brände entstehen durch Fahrlässigkeit oder Fehlverhalten. Heiße Abfälle wie Kochreste, Fett oder Zigarettenasche werden in Plastikmülleimern entsorgt oder der Herd wird fälschlicherweise als Ablagefläche genutzt. Wer den Filter der Dunstabzugshaube nicht regelmäßig wechselt riskiert einen Fettbrand. Der Filter saugt sich mit Fett voll und ist besonders leicht entzündlich.

So beugen Sie Gefahren vor

  • Essen auf dem Herd nie unbeaufsichtigt lassen: Beobachten Sie während des Kochens stets alle Töpfe und Pfannen. Bleiben Sie im selben Raum oder in Reichweite.
  • Kindern Gefahren erklären: 30% der fahrlässig verursachten Brände entstehen durch Kinderhand. Streichhölzer, offenes Feuer und heiße Herdplatten üben eine besondere Faszination auf die Kleinen aus. Zeigen Sie Kindern den richtigen Umgang mit Feuer und klären Sie sie über die Gefahren einer heißen Herdplatte auf. Dies verhindert nicht nur Brände sondern auch Verletzungen.
  • Rauchmelder einsetzen: Ein Rauchmelder hilft Gefahren früh zu erkennen und ein wertvolles Zeitfenster zu schaffen. Die Geräte sind besonders nachts empfehlenswert, denn giftiger Rauch wird im Schlaf oft zu spät erkannt. Der Signalton weckt auf und macht frühzeitig auf potentielle Gefahren aufmerksam. Bringen Sie Rauchmelder jedoch nicht in der Küche oder im Bad an, hier wird durch Wasserdampf und Kochdünste oft versehentlich der Alarm ausgelöst. Empfehlenswert ist die Installation im Flur, sowie im Schlaf- und Kinderzimmer.

Küchen

Was tun wenn‘s brennt

  • Energiezufuhr unterbrechen: Stellen Sie Herd und Ofen aus, ziehen Sie den Netzstecker oder schalten Sie die Sicherung ab.
  • Fett nie mit Wasser löschen: Entzündet sich Fett in der Pfanne, löschen Sie es nicht mit Wasser. Dies kann zu Fettexplosionen und gefährlichen Verbrennungen führen. Besser: Schieben Sie einen Topfdeckel seitlich über Pfanne oder Topf und entfernen Sie ihn von der Herdplatte.
  • Türen und Fenster schließen: Sauerstoff schürt Feuer. Schließen Sie daher alle Türen und Fenster des Raumes, um eine weitere Sauerstoffzufuhr zu verhindern.
  • Feuerlöschdecke griffbereit haben: Löschdecken aus flammenhemmend behandelter Wolle können für kleinere Feuer eingesetzt werden und einen Brand im Keim ersticken. Achten Sie beim Kauf auf die Kennzeichnung DIN EN 1896. Im Notfall hilft auch ein angefeuchtetes Geschirrhandtuch.
  • Den richtigen Feuerlöscher verwenden: Feuerlöscher helfen, kleinere Brände in den Griff zu bekommen. Für den Gebrauch in der Küche wird ein Fettbrandlöscher oder ein Schaumlöscher empfohlen. Pulverlöscher sind zwar preiswerter, das Pulver lässt sich jedoch nur schwer von Teppich und Möbeln entfernen und kann Elektrogeräte beschädigen. Lesen Sie direkt nach dem Kauf die Bedienungsanleitung durch und stellen oder befestigen Sie den Feuerlöscher an einem gut sichtbaren und einfach zu erreichenden Platz.

Hier sehen Sie die verschiedenen Feuerlöscher im Überblick:

 
Brand-
klasse A: Brände fester Stoffe
Brand-
klasse B: Brände flüssiger Stoffe
Brand-
klasse C: Brände von Gasen
Brand-
klasse D: Metall-brände
Brand-
klasse E: Fett-brände
Pulverlöscherxhakenhakenxx
Pulverlöscher
(mit Glutbrand-pulver)
hakenhakenhakenxx
Pulverlöscher
(mit Metallbrand-pulver)
xxxhakenx
CO2-Löscherxhakenxxx
Wasserlöscherhakenxxxx
Schaumlöscherhakenhakenxxx
Fettbrandlöscherxxxxhaken

Quelle: Eigene Zusammenstellung

Eigenverschulden – die Hausratversicherung kann die Schadensregulierung ablehnen

  • Mit der richtigen Versicherung sind Sie für den Ernstfall gerüstet. Eine gute Hausratversicherung übernimmt die Aufräum- und Hotelkosten und erstattet das Geld für beschädigte Möbel, Geräte, Kleidung, etc. Neben Bränden sind Sie auch gegen Diebstahl, Vandalismus und Wasserschäden versichert. Wird Ihnen jedoch nachgewiesen, dass Sie den Brand fahrlässig verursacht haben, ist die Hausratversicherung nicht verpflichtet den Schaden zu begleichen. Wann es sich um grobe Fahrlässigkeit handelt, entscheidet jede Versicherung und jedes Gericht für sich. Erkundigen Sie sich bereits im Vorfeld bei Ihrer Versicherung!

Mit neuen Küchengeräten auf der sicheren Seite

Neuwertige Elektrogeräte in der Küche sind nicht nur effizient und energiesparend, sie sind auch besonders sicher. Alterungsprozesse führen zu Fehlerstellen und bilden somit eine Gefahrenquelle. Auch poröse Kabel und ungesicherte Schalter können Schäden verursachen. Neue Elektrogeräte sind hingegen mit besonderen Sicherheitsfunktionen ausgestattet. Die Herdplatten und Knöpfe leuchten bei Betrieb auf und die Schalter können nicht unbeabsichtigt betätigt werden. Eine Temperatursicherung sowie geprüfte Leitungen sorgen für besonderen Schutz. Das gesetzlich geregelte GS-Siegel gewährleistet die Sicherheit und Gesundheit der Benutzer. Alte Bestandteile der Küche lassen sich leicht durch eine moderne und effiziente Ausstattung ersetzen. Wir helfen und beraten Sie bei Interesse gerne.

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