Finanzierungsfehler vermeiden

5 typische Irrtümer rund um die Treppenlift-Förderung

06.08.2015 8:17:23

Beim Treppenliftkauf muss es meistens schnell gehen und häufig drängt die Zeit. Dennoch ist es sinnvoll, den Kauf vorher genau zu durchdenken. Denn rund um die Förderungen ranken sich viele Mythen, und Fehler können Sie viel Geld kosten. Wir zeigen Ihnen die größten Irrtümer rund um Fördermöglichkeiten und klären diese für Sie auf.

Irrtum 1: Höhe des Pflegekosten-Zuschusses: 2.557 oder bis zu 4.000 Euro?

Bislang betrug die Bezuschussungs-Höhe für barrierefreie Umbaumaßnahmen 2.557 Euro. Viele Kaufinteressenten informieren sich zuerst im Internet über entsprechende Zuschussmöglichkeiten für Pflegebedürftige. Doch einige Infostellen haben ihre Webseite noch nicht auf den neuesten Stand gebracht.
Denn seit dem 1. Januar 2015 wurde der Zuschuss für barrierefreie Umbaumaßnahmen von dem bislang gültigen Satz von 2.557 Euro auf bis zu 4.000 Euro angehoben.

Info:

    Wer den Zuschuss beantragen will, muss einen Pflegegrad vorweisen können. Je nach Einordnung in die geltenden Pflegegrade 1, 2, 3, 4 oder 5 ist ein Zuschussbetrag von bis zu 4.000 Euro möglich. Für den Fall, dass mehrere pflegebedürftige Personen zusammenwohnen, kann der Zuschuss sogar pro Person beantragt werden. Bei einem pflegebedürftigen Ehepaar kann die Beihilfe – unter Erfüllung aller Bedingungen – somit bis zu 8.000 Euro betragen.

Einen Rechtsanspruch auf die Bewilligung des Zuschusses gibt es allerdings nicht. Wenn die entsprechenden Voraussetzungen jedoch erfüllt sind, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass der Zuschuss bewilligt wird. Über die konkreten Voraussetzungen, die Sie zur Bewilligung erfüllen müssen, informiert das Bundesministerium für Gesundheit auf ihrer Seite www.bmg.bund.de. Grob zusammengefasst sind die Voraussetzungen folgende:

  • Es muss ein Pflegegrad vorliegen.
  • Es gibt eine starke Beeinträchtigung der Mobilität bei täglich wiederkehrenden Tätigkeiten.
  • Es besteht die Notwendigkeit, eine Treppe überwinden zu müssen, um wichtige Räume wie beispielsweise das Badezimmer oder Schlafzimmer aufzusuchen.

Die Beantragung selbst bringt in der Regel keine Probleme mit sich: Wer noch keine Pflegeleistungen bezieht, muss noch vor dem Kauf des Treppenlifts bei der zuständigen Pflegekasse einen Antrag stellen. Üblicherweise lässt die Pflegekasse dem Antragssteller ein Formular zukommen, das ausgefüllt an die entsprechende Stelle zurückgeschickt werden muss.

Irrtum 2: Förderzuschuss ist nur mit einem Pflegegrad möglich

Viele Kaufinteressenten gehen davon aus, dass man für die finanzielle Bezuschussung jeglicher Art einen Pflegegrad vorweisen muss. Der Investitionszuschuss der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) ist jedoch besonders für die Personen attraktiv, die keinen Pflegegrad haben, aber dennoch ihr Wohnumfeld altersgerecht umbauen wollen. Der Zuschuss beträgt 8 % der förderfähigen Investitionskosten und maximal 4.000 Euro pro Wohneinheit.

Der Zuschuss der KfW kann zwar mit einem Zuschuss der Pflegeversicherung kombiniert werden – erster entfällt aber unter Umständen bei der Kombination mit der Pflegeversicherung.

Info:

    Die KfW bietet für die Finanzierung eines Treppenlifts in ihrem Programm „159 – altersgerecht umbauen“ ein Darlehen mit attraktiven Konditionen an. Für Mieter besonders interessant: Sollte die Zustimmung des Vermieters vorliegen, kann der Treppenlift bei einem effektiven Jahreszins ab 1,00 % sogar bis zu 100 Prozent finanziert werden.

Irrtum 3: Regionale Fördermaßnahmen gibt es deutschlandweit

Einige Landesregierungen haben entsprechende Fördermaßnahmen erlassen, um es mobilitätseingeschränkten Personen zu ermöglichen, länger in den eigenen vier Wänden zu bleiben. Aktuell fördern die Länder Bayern, Baden-Württemberg, Brandenburg, Hamburg, Hessen Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig Holstein sowie die Region Hannover und die Stadt Mannheim den Einbau eines Treppenlifts.

regionale foerderung

Einige Bundesländer bieten attraktive regionale Förderungen an

Irrtum 4: Der Treppenlift kann nicht von der Steuer abgesetzt werden

Die Absetzung eines Treppenlifts von der Steuer ist in der Tat nicht ganz einfach, aber grundsätzlich möglich. Um einen steuerlichen Vorteil zu erwirken, muss der Treppenlift allerdings als außergewöhnliche Belastung geltend gemacht werden. Das Finanzamt erkennt eine außergewöhnliche Belastung dann als solche an, wenn der Einbau des Treppenlifts aus medizinischer Sicht unbedingt erforderlich ist. Demnach müssen Sie ein ärztliches Attest vorweisen, dass ein Treppenlift für Sie unerlässlich ist.

Info:

    Wie hoch die Kosten für den Lift sein dürfen beziehungsweise wie hoch die Erstattung seitens des Finanzamtes ausfällt, hängt vom individuellen Einkommen ab und sollte möglichst mit einem Steuerberater abgesprochen werden.

Irrtum 5: Individuelle Fördermöglichkeiten gibt es nicht

Individuelle Fördermöglichkeiten sind zwar rar aber durchaus vorhanden. Eine Kostenübernahme für den Treppenlift kann zum Beispiel auch erfolgen, wenn Sie infolge eines Unfalls auf Hilfsmittel angewiesen sind. Je nach Art und Schwere des Unfalls übernimmt entweder die Unfallkasse, die Berufsgenossenschaft oder die Haftpflichtversicherung die anfallenden Kosten. Je nach Situation und Schwere des Falls können diese sogar bis zur vollen Höhe übernommen werden.

Kriegsopfer und im Wehrdienst Verletzte können finanzielle Unterstützung bei der Hauptfürsorgestelle beantragen.

Info:

    Wenn Sie den Treppenlift benötigen, um wieder in den Arbeitsmarkt eingegliedert zu werden, kann ein Antrag auf Kostenübernahme bei der Agentur für Arbeit gestellt werden. Für den Fall, dass keiner der genannten, individuellen Träger die Kosten übernimmt, können Sie einen Zuschuss bei der Sozialhilfe beantragen.

Irrtümer vermeiden und Fördermöglichkeiten kennen

Was die Fördermöglichkeiten für einen Treppenlift angeht, gibt es viele Unstimmigkeiten und Fragen. Wer die wichtigsten Anlaufstellen kennt, kann die Anschaffung bereits mit der richtigen Förderung planen und damit Kosten sparen. Für viele Situationen gibt es entsprechende Fördermöglichkeiten – man muss diese nur kennen.

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