Immobilie richtig verkaufen

Die 10 größten Fehler beim Immobilienverkauf

23.10.2015 9:10:58

Jeder Immobilienverkäufer will für sein Haus oder seine Wohnung den bestmöglichen Preis erzielen. Hierbei gibt es allerdings eine Menge zu beachten, denn jeder noch so kleine Fehler kann Sie später teuer zu stehen kommen. Wir zeigen Ihnen, welche Fehler Sie beim Immobilienverkauf machen können – und wie Sie diese vermeiden.

1. Falschen Verkaufspreis ansetzen

Häuser aus Geldscheinen

Quelle: Tatjana Balzer | Fotolia.com

Den richtigen Verkaufswert für die eigene Immobilie zu bestimmen ist nie leicht – alleine schon deshalb, weil oft viele schöne Erinnerungen und Emotionen an der Immobilie hängen. Ein überhöhter Kaufpreis kann wertvolle Kaufinteressenten jedoch verprellen. Setzen Sie den Preis hingegen zu niedrig an, verschenken Sie Ihr Geld.

Stellen Sie sich also nicht nur die Frage: Wäre ich bereit den geforderten Preis zu bezahlen? Eine Analyse der ortsüblichen Verkaufspreise sowie vergleichbarer Immobilien bietet Ihnen eine zusätzliche objektive Hilfestellung.
Für eine komplett neutrale Beurteilung sollten Sie hingegen einen Fachmann damit beauftragen, Ihnen ein Wertgutachten für Ihre Immobilie zu erstellen. So verfügen Sie über eine handfeste und sachlich begründete Basis für bevorstehende Preisverhandlungen.

2. Wenig planen

Der private Verkauf einer Immobilie ist ein groß angelegtes Projekt, das nicht einfach als Versuch gestartet werden sollte. Denn schlecht vorbereitete und unzureichend informierte Verkäufer verlieren schnell ihre Kaufinteressenten. Gehen Sie stattdessen strukturiert vor und beantworten Sie vorab folgende Fragen:

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  • Wie hoch ist der Kaufpreis?
  • Bis wann soll der Verkauf erfolgt sein?
  • Welche Werbemedien möchte ich nutzen?
  • Welche Zielgruppe möchte ich ansprechen?
  • Welche Unterlagen werden benötigt?
  • Wie möchte ich erreichbar sein?
  • Wann soll die Immobilie übergeben werden?
  • Möchte ich privat oder über einen Makler verkaufen?
Hausmodell mit Plänen und Anzeige

Quelle: Eisenhans | Fotolia.com

Holen Sie außerdem sämtliche Informationen wie Lage, Grundstücksgröße, Wohnfläche, Baujahr, Ausstattung, erfolgte Renovierungsarbeiten etc. ein.

3. Fehlende Unterlagen

Unterlagen mit Laptop

Quelle: lenetsnikolai | Fotolia.com

Verkaufsunterlagen wie Energieausweis, Lageplan, Bauzeichnungen und Grundbuchauszug bieten die Möglichkeit, Vertrauen beim Kaufinteressenten aufzubauen und sein Interesse zu wecken. Dafür müssen sie jedoch vollständig sein, ansonsten leidet Ihre Glaubhaftigkeit als Verkäufer. Bereiten Sie für das Gespräch am besten ein aussagekräftiges Exposé vor: Es enthält übersichtlich aufbereitete Grunddaten (Fläche, Baujahr, Kaufpreis etc.), eine Beschreibung, den Lageplan und professionelle Fotos von der Immobilie.

Falls Ihnen die Zeit für die Erstellung des Exposés fehlt, können Sie es von einem Makler anfertigen lassen – er wird dafür sorgen, dass sich Ihre Immobilie von ihrer besten Seite zeigt.

4. Unangemessene Darstellung der Immobilie

Tablet mit Haus

Quelle: Andrey Popov | Fotolia.com

Schnell mal das Smartphone gezückt und ein paar Fotos gemacht, die anschließend für die Online-Anzeige benutzt werden – wer Bilder von seiner Immobilie unbearbeitet, verwackelt, oder mit Graustich veröffentlicht, muss sich nicht wundern, wenn die Interessenten ausbleiben. Denn diese wünschen sich zwar authentische Bilder, gleichzeitig wollen Sie sich jedoch von dem Objekt angesprochen fühlen.

Das heißt: professionelle, helle Fotos, die einladend wirken. Übertreiben Sie jedoch nicht und beginnen, Ihre Fotos zu retuschieren. Ansonsten wecken Sie falsche Vorstellungen und Hoffnungen über die Einrichtung oder den Zustand der Immobilie.

5. Mangelnde Erreichbarkeit

Frau am Telefon mit Laptop

Quelle: Ana Blazic Pavlovic | Fotolia.com

Sie haben Interessenten gefunden? Perfekt! Achten Sie jetzt unbedingt darauf, dass diese Sie auch für Terminvereinbarungen und Rückfragen erreichen können. Nichts ist unseriöser als mangelnde Erreichbarkeit und ständiger Kontakt mit Ihrem Anrufbeantworter. Auch für die Besichtigungen sollten Sie genügend Zeit einplanen, vor allem abends und am Wochenende.

Tipp der Redaktion

    Falls Sie privat oder beruflich zu sehr ausgelastet sind, sollten Sie sich an einen Profi wenden, der die notwendigen Schritte – von der Kontaktaufnahme bis zur Besichtigung – für Sie erledigt.

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6. Zu viele Informationen preisgeben

Sie erhalten einen Anruf von einem Kaufinteressenten – großartig! Natürlich wird er viele Fragen zur Immobilie stellen, doch Vorsicht: Geben Sie nicht zu viele Informationen an unbekannte Personen weiter! Denn eine genaue Beschreibung der Immobilie, die Adresse sowie die Information, wann Sie nicht vor Ort sein können, sind auch für Einbrecher interessant.

Lupe mit Infozeichen

Quelle: Käuferportal

Versuchen Sie deshalb, vorab einige Informationen wie Name, Adresse und Telefonnummer des Anrufers zu erhalten und herauszufinden, wonach er sucht und wann der Umzug stattfinden soll. So können Sie binnen kurzer Zeit entscheiden, ob ein Besichtigungstermin für Sie in Frage kommt und ob es sich um einen seriösen Interessenten handelt. Erst dann ist der Zeitpunkt gekommen, dass Sie Ihre Adresse bekanntgeben.

7. Den zeitlichen Aufwand unterschätzen

Zeitlicher Druck ist eines der größten Probleme eines Verkäufers, da er ihn in eine schlechtere Ausgangsposition bei der Verhandlung bringt. Merkt dies der potenzielle Käufer, kann er die Situation zu seinem Vorteil nutzen. Die Folgen sind ein weitaus niedrigerer Verkaufspreis oder überdurchschnittlich hohe Zuwendungen an den Käufer.

Planen Sie daher genügend Zeit für Analysen, Einholung aller Dokumente, Werbemaßnahmen, Telefonate, Besichtigungen und Verhandlungsgespräche ein. Fundiertes Know-How und Erfahrung können Sie sich zusätzlich von einem Makler einholen – er berät Sie oder übernimmt bei Bedarf die Aufgaben für Sie.

Wanduhr mit Kalender und Rechner

Quelle: mizar_21984 | Fotolia.com

8. Zusatzkosten unterschätzen

Selbst wenn Sie Ihre Immobilie zum gewünschten Preis verkaufen, so können zusätzlich anfallende Kosten Ihren Gewinn um mehrere tausend Euro schmälern. Typische Zusatzkosten fallen an für:

  • Dokumente und Gutachten (Wertgutachten,
    Mann mit Rechner, Geld und Kostenaufstellung

    Quelle: Andrey Popov | Fotolia.com

    Energieausweis)

  • Löschung der Grundschuld im Grundbuch
  • Werbemaßnahmen (Anzeigen und Inserate)
  • Steuern wie Spekulations- und Grunderwerbsteuer
  • Vorfälligkeitsentschädigung im Falle eines vorzeitig aufgelösten Kredits
  • Renovierungsarbeiten
  • Makler

9. Schlechte Vorbereitung auf die Kaufverhandlung

Vertragsverhandlung

Quelle: pressmaster | Fotolia.com

Nicht jeder ist als Verhandlungsprofi geboren – umso wichtiger ist es, sich akribisch auf die Kaufverhandlung vorzubereiten. Ein festgelegter Mindestverkaufspreis inklusive Verhandlungsspielraum, sämtliche Informationen über die Immobilie sowie mögliche Vor- und Nachteile für den Käufer sollten Sie jederzeit parat haben.

Zu den kritischen Verhandlungsthemen zählen meist:

der Preis
der Übergabezeitpunkt
die Zahlungsfrist(en)
die Anzahlungen
das Inventar
die Kostenübernahme für Notar- und Grundbuchkosten.

Tipp der Redaktion

    Seien Sie kompromissbereit, aber lassen Sie sich nicht auf jede Forderung ein. Im Zweifelsfall ziehen Sie einen Fachmann zurate, der Sie bei den Verhandlungen unterstützt oder diese für Sie führt.

10. Unzureichende Maklersuche

Viele Immobilienverkäufer entscheiden sich für einen Makler, um Zeit zu sparen und vom fundierten Know-How sowie der Erfahrung des Maklers zu profitieren. Damit Sie den richtigen Verkaufsexperten für Ihre Immobilie finden, sollten Sie auch die Suche nach dem passenden Makler mit großer Sorgfalt gestalten:

  • Fragen Sie im Bekanntenkreis nach empfehlenswerten Maklern.
  • Der Immobilienfachverband Deutschland IVD vermittelt zertifizierte Fachleute, die eine Fachprüfung sowie regelmäßige Schulungen durchführen müssen.
  • Online-Vergleichsportale wie Käuferportal vermitteln Ihnen kostenlos und unverbindlich geprüfte Makler, deren Angebote Sie direkt miteinander vergleichen können. Füllen Sie dafür einfach den Online-Fragebogen aus.
Vertragsabschluss mit Händeschütteln

Quelle: WavebreakmediaMicro | Fotolia.com

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