Hausbauförderung

So gelingt die sichere Eigenheimfinanzierung!

26.05.2014 17:25:44

Die Zinsen für Bauförderungen waren noch nie so niedrig wie momentan und helfen beim Bau eines Eigenheimes richtig zu sparen. Zusätzlich können zukünftige Bauherren von staatlichen Förderungsprogrammen profitieren. Wir zeigen Ihnen, warum die eigene Immobilie eine klug gewählte Geldanlage ist und welche Fördermöglichkeiten die besten sind.

Der Leitzins als staatliche Bauförderung

Aktuell ist es sehr günstig, ein Darlehen in größerem Umfang bei der Bank aufzunehmen. Die Zinsen von Hypothekendarlehen sinken seit einigen Jahren und befinden sich seit dem Jahr 2013 auf einem Tiefststand. Begünstigt wurde diese Entwicklung durch den Europäischen Leitzins (EZB), welcher sich infolge der Schuldenkrise in der Europäischen Union mit aktuellen 0,25 Prozent ebenfalls auf einem historischen Tiefststand befindet.

Zinsentwicklung für Hypothekendarlehen

Die Zinsen für Hypotheken waren noch nie so günstig wie derzeit!

Wie setzt sich der Zinssatz zusammen?

Wer ein Eigenheim bauen möchte, muss in der Regel nur über etwa 20 Prozent der gesamten voraussichtlichen Kosten bei Baubeginn verfügen: das sogenannte Eigenkapital. Der Rest wird zumeist mithilfe eines Geldinstitutes finanziert: Bank oder Sparkasse leihen dem Bauherrn das restliche Geld, um die Baukosten zu decken. Das Darlehen wird mit einem bestimmten Zinssatz dann über einen vereinbarten Zeitraum wieder zurückgezahlt. Der genaue Zinssatz ist hierbei in der Regel von mehreren Faktoren abhängig. Besonders wichtig sind folgende Aspekte:

  • die Vertragslaufzeit
  • der Nettodarlehensbetrag (also die insgesamt geliehene Summe)
  • der Zinssatz

Als Faustregel gilt: Je mehr Geld Sie sich leihen möchten, desto höher der Zinssatz. Der Satz steigt auch mit der Ausweitung der Laufzeit, die Sie aushandeln, um den Betrag zurückzuzahlen. Längere Vertragslaufzeiten machen Ihren Kredit also teurer. Durch die Verlängerung des Rückzahlungszeitraums sinken jedoch auch die monatlichen Tilgungen. Ein Rechenbeispiel:

Rechenbeispiel Hypothekenzinsen

Wenn Sie einen Kredit aufnehmen, sind immer zwei Arten von Zinsen angegeben:

Zinsarten

Tipp der Redaktion

Wenn Sie Angebote vergleichen, sollten Sie das immer anhand des effektiven Jahreszinses tun!
Bernd Heinrichs

Bei einem Vertragsabschluss sollten Sie sicher gehen, dass

  • der ausgehandelte Zinssatz unveränderlich ist, d.h. dieser eventuell nicht noch steigen könnte
  • während der gesamten Vertragslaufzeit Tilgungsänderungen möglich sind, falls sich Ihre finanzielle Situation ändert
  • Sondertilgungen (also außerordentliche Abbezahlungen des Kredits) möglich sind

Alle Bauförderungsprogramme auf einen Blick

Die steuerlichen Vorteile von selbstbewohnten Eigenheimen wurden in den letzten Jahren mehr und mehr gekürzt. Daher sind eine günstige Baufinanzierung sowie staatliche Förderungsprogramme für Eigenheimbauer jetzt besonders wichtig und vor allem attraktiv. Der folgende Überblick hilft Ihnen dabei, sich für das passende Förderprogramm zu entscheiden.

AufzählungFördermöglichkeit 1: Wohn-Riester (Eigenheimrente)

Die Eigenheimrente ist seit 2008 in ganz Deutschland verfügbar. Anders als bei anderen Riester-Produkten, die eine Auszahlung erst bei Renteneintritt vorsehen, können die staatlichen Zulagen bei dieser Vorsorge sofort verwendet werden. Im Vergleich zur Eigenheimzulage fällt die Riester-Förderung allerdings deutlich geringer aus. Das System ist recht kompliziert, kann sich für Familien mit Kindern und Gutverdiener aber trotzdem lohnen.Die Grundzulagen vom Staat belaufen sich auf 154 Euro für Erwachsene und 185 Euro für Kinder pro Jahr. Für Kinder, die im Jahr 2008 oder später geboren sind, ist eine erhöhte jährliche Kinderzulage über 300 Euro vorgesehen. Die volle Zulage erhalten Darlehensnehmer, wenn sie mindesten 4 Prozent ihres Bruttoeinkommens des Vorjahres abzüglich der Zulagen (höchstens 2.100 Euro) zur Tilgung aufwenden.

Förderungen Wohn-Riester


Banken oder Bausparkassen bieten allerdings verschiedene Lösungen an. Bei sogenannten Kombikrediten der Bausparkassen wird beispielsweise ein Bausparvertrag mit einem tilgungsfreien Darlehen auf eine etwa 20-jährige Laufzeit finanziert. Zulagen und Steuerersparnis für Sondertilgungen im Rahmen der Wohn-Riester-Förderung können für den Bau oder Kauf einer Immobilie gewährt werden, die nach 2007 fertiggebaut oder erworben wurde und vom Darlehensnehmer als Hauptwohnsitz genutzt wird. Das Darlehen muss vom Förderberechtigten bis zu dessen 68. Lebensjahr getilgt sein.

AufzählungFördermöglichkeit 2: KfW-Darlehen

Die KfW-Bank (Kreditanstalt für Wiederaufbau) fördert den Neubau und den Erwerb von Eigenheimen, deren Modernisierung und energieeffiziente Umbauten mit staatlich subventionierten und deshalb sehr zinsgünstigen Krediten. Für energetische Bauvorhaben (beispielsweise das KfW-Effizienzhaus) stehen zum Teil auch staatliche Zuschüsse bereit. Die Förderung kann allerdings nur von Eigenheim-Bauherren in Anspruch genommen und nicht für Objekte zur Vermietung genutzt werden.Für alle privaten Bauherren und Eigenheimbesitzer, die energieeffizient sanieren oder energetisch sanierten Wohnraum kaufen, bietet die KfW Darlehen in Höhe von maximal 75.000 Euro für jede Wohneinheit beim KfW-Effizienzhaus oder 50.000 Euro für Einzelmaßnahmen (etwa die Erneuerungen von Fenstern und Türen oder Wärmedämmung) zu einem effektiven Jahreszins von 1 Prozent an. Zusätzlich kann ein Tilgungszuschuss von bis zu 13.125 Euro (je nach Effizienzstufe der Immobilie) gewährt werden.

Förderungen KfW

Energieeffizientes Bauen – Ratgeber-Podcast der KfW | kfw (Youtube.com)

AufzählungFördermöglichkeit 3: BAFA-Förderung

Bauherren, die ihr Haus mit einer Wärmepumpe, Solarthermie oder anderen Methoden zur Stromgewinnung aus erneuerbaren Energien ausstatten, können beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) unter bestimmten Voraussetzungen Zuschüsse und Bonuszahlungen beantragen.
Voraussetzungen können sein:

  • Förderfähigkeit der Anlage
  • Datum des Bauantrags (muss vor dem 1. Januar 2009 gestellt worden sein)

Die Förderung bei der Erstinstallation von Solarthermieanlagen bis 40 qm beträgt 90 Euro je angefangenem Quadratmeter Bruttokollektorfläche, mindestens jedoch 1.500 Euro.

Beispiele für Bonuszahlungen sind:

  • Kesseltauschbonus in Höhe von 500 Euro
  • Regenerativer Kombinationsbonus in Höhe von 500 Euro
  • Effizienzbonus, der das 1,5-fache der jeweiligen Basisförderung beträgt

Die BAFA-Förderung kann mit KfW-Krediten kombiniert werden, gilt jedoch nur für Bauanträge, die vor dem Jahr 2009 gestellt wurden. Aber aufgepasst: Für Neubauten gilt die Förderung nicht!

Förderungen BAFA

AufzählungFördermöglichkeit 4: Bauförderung der Bundesländer

Auch die verschiedenen Bundesländer stellen Bauförderungen in Form von Zuschüssen und günstigen Krediten zur Verfügung. Leider sind Lage und Zuständigkeiten je nach Bundesland sehr unterschiedlich. Wer sich über die Bauförderung in seinem jeweiligen Bundesland erkundigen möchte, konsultiert am besten die Förderdatenbank des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie oder die Internetseite baufoerderer.de In Bayern beispielsweise stehen zwei Förderprogramme des Landes zur Verfügung: das Bayrische Wohnungsbauprogramm und das Bayrische Zinsverbilligungsprogramm. Die BayernLabo unterstützt damit im Auftrag des Landes Personen beim Neubau oder der Änderung von Wohnraum, dem Kauf von neu geschaffenem Wohnraum oder dem Kauf von bereits vorhandenem Wohnraum. Beim Wohnungsbauprogramm beträgt die Förderung ein zinsgünstiges Darlehen zur Finanzierung plus einen Zuschuss über 2.500 Euro pro Kind. Die Höhe des Darlehens richtet sich nach dem Erwerbsgut und umfasst bei Neubau oder Ersterwerb höchstens 30 Prozent, beim Zweiterwerb höchstens 40 Prozent der förderfähigen Kosten. Das Zinsverbilligungsprogramm gewährt ein Darlehen von bis zu 150.000 Euro für den Kauf oder Bau eines Eigenheims mit 1 bis 2 Prozent effektivem Jahreszins. 20 Prozent der veranschlagten Gesamtkosten muss der Darlehensnehmer selbst tragen.

Förderung der Bundesländer

AufzählungFördermöglichkeit 5: Förderung durch Kommunen

Auch einige Kommunen bieten durchaus attraktive Bauförderprogramme in Form von günstigen Grundstückspreisen, preiswerten Darlehen und Zuschüssen an. Leider ist auch hier die Lage vergleichsweise unübersichtlich. Auf der Website „Aktion pro Eigenheim“ können Sie herausfinden, ob und welche Fördermöglichkeiten in Ihrer Kommune bestehen. Die Fördermöglichkeiten der Kommunen variieren sehr stark. Arten der Förderung sind beispielsweise:

  • Finanzielle Zuschüsse für Kinder
  • Finanzielle Zuschüsse für bestimmte Bau- oder Wohngebiete
  • Nachlass auf Kaufpreise
  • Zuschüsse für den Erwerb von Bauland
  • Zinslose Darlehen

AufzählungFördermöglichkeit 6: Unterstützung durch die Kirchen

Wenn Sie Mitglied einer der beiden großen christlichen Kirchen in Deutschland sind, könnten auch die katholischen Bistümer oder evangelischen Landeskirchen den Bau Ihres Eigenheimes fördern. Es stehen niedrig verzinste oder zinslose Darlehen, Zuschüsse und Erbbaurechte bereit. Mehr Informationen zu dieser Fördermöglichkeit finden Sie ebenso auf der Website der „Aktion pro Eigenheim“. Je nach Landeskirche oder Bistum fällt die Förderung unterschiedlich aus. Die evangelischen Landeskirchen vergeben hauptsächlich Erbbaurechte, die von Landeskirche zu Landeskirche variieren. Die Erbbaurechte werden mit einem jährlichen prozentualen Anteil des Grundstückswertes (in der Regel vier Prozent) vom Erbbauberechtigten zurückgezahlt. Die katholischen Bistümer vergeben sowohl Erbbaurechte als auch Darlehen. So vergibt das Bistum Essen beispielsweise ein zinsloses Darlehen von maximal 20.000 Euro, das mit 10 Prozent jährlich getilgt werden muss. Auch an werdende Mütter in Konfliktsituationen können Darlehen vergeben werden. Über die Zuteilung entscheidet ein Kuratorium.

 FördermöglichkeitWer und Was werden gefördert? Art der Förderung und Vorteile
Wohnriester* Hausbau und Hauskauf
* Zulagenberechtigte Personen (Eigenheim nach 2007 gebaut oder gekauft, Riester-Darlehen muss vom Bundesamt für Finanzdienstleistungsaufsicht zertifiziert sein, Darlehen muss vom Darlehensnehmer bis zum 68. Lebensjahr getilgt sein)
* Beamte und alle in der gesetzlichen Rentenversicherung Pflichtversicherten
* Darlehensnehmer, die jährlich 4 % ihres Bruttoeinkommens des Vorjahres (maximal 2.100 €) zur Tilgung eines Riester-Darlehens einsetzen, haben Anspruch auf die volle Förderung
* Unterschiedliche Angebote der Banken und Bausparkassen
* Steuervorteile: Steuerliche Absetzbarkeit des Tilgungsbetrag bis zu 2.100 € inklusive Zulagen pro Jahr als Sonderausgaben
* Jährliche Zulagen: 154 € für Erwachsene, 185 € für Kinder (Kinder, die 2008 oder später geboren sind erhalten 300 € jährlich)
* Summe aus Zulagen, Steuervorteilen und Zinsersparnissen kann bei 10.000 € oder darüber liegen (abhängig von Einkommen, Alter, Kinderzahl und Finanzierung)
KfW-Darlehen* Neubau und Kauf von energieeffizienten Eigenheimen
* Modernisierung und energieeffiziente Umbauten
* Nicht für Objekte zur Vermietung möglich
* Zinsgünstige Kredite (1 % effektiver Jahreszins)
* Darlehen von bis zu 75.000 € für jede Wohneinheit, die nach den Vorgaben für ein KfW-Effizienzhaus saniert wird, bis zu 50.000 € für Einzelmaßnahmen (Fenster- und Türsanierung, Wärmedämmung, Erneuerung der Heizungsanlagen, Erneuerung der Lüftungsanlage)
BAFA-Förderung* Bauanträge müssen vor dem Jahr 2009 gestellt worden sein
* Keine Förderung von Neubauten
* Ausstattung des eigenen Hauses mit Methoden zur Stromgewinnung aus erneuerbaren Energien
* Bonusförderungen (Kesseltauschbonus in Höhe von 500 €, regenerativer Kombinationsbonus in Höhe von 500 € oder Effizienzbonus, der das 1,5-fache der jeweiligen Basisförderung beträgt)
Förderung der Bundesländer* Gruppe der förderfähigen Personen wird von den einzelnen Bundesländern festgelegt
* Immobilienerwerb (Neubau, energieeffizientes Bauen, Ersterwerb, Gebrauchtkauf)
* Modernisieren, Sanieren
* Wohnwertverbesserung (Umbau, Ausbau, Grundrissänderung und Barrierefreiheit)
* Zuschüsse
* Günstige Kredite
* Unterschiedliche Förderungen je nach Bundesland
Förderung der Kommunen* Mitglieder der Kommune
* Bauvorhaben und der Erwerb von Eigenheim
* Günstige Baugrundstücke
* Zinsgünstige Darlehen
* Zuschüsse
Unterstützung durch Kirchen* Mitgliedschaft in einer der beiden großen christlichen Kirchen (Zugehörigkeit zu Landeskirche oder Bistum)
* In der Regel entscheidet ein Kuratorium über die Zuteilung
* Finanzielle Zuschüsse
* Erbbaurechte
* Niedrig verzinste oder zinslose Darlehen

Jetzt investieren, lohnt sich

Den Zeitpunkt der Investition ins eigene Zuhause machen Kaufinteressenten vor allem von einer günstigen Entwicklung im Bereich Preise und Zinsen abhängig.
Falls Sie Ihr Geld noch anderweitig angelegt haben, sollten Sie die Rentabilität der Anlage zum nächstmöglichen Termin überprüfen. Bei den derzeitig sehr niedrigen Sparzinsen für sichere Geldanlagen (im Jahr 2013 im Durchschnitt zwischen 0,70 Prozent und 2,21 Prozent) wird Ihr Sparzins von der Inflation fast vollständig „aufgefressen“. Die durchschnittliche Teuerung von Produkten und Dienstleitungen betrug in Deutschland im Jahr 2013 nämlich ca. 1,48 Prozent. Prüfen Sie also, ob die Wertanlage Eigenheim in Ihrer persönlichen Situation nicht mehr Sinn machen würde.

Der ideale Zeitpunkt zum Immobilienkauf

Günstige Preise und Zinsen sind das wichtigste Entscheidungskriterium für den Immobilienkauf Quelle: Interhyp und ImmobilienScout24

 

Das eigene Zuhause als kluge Wertanlage

Mit einer günstigen Baufinanzierung und entsprechender Förderung lohnt sich der Bau oder Kauf eines Eigenheims also im Moment deutlich mehr, als das Geld zu den niedrigen Zinsen anzulegen.
Während die Mietpreise, vor allem in den Metropolen weiterhin stetig ansteigen, ist der Bau der eigenen vier Wände momentan so günstig wie nie und daher eine rentable Investition. Immobilien erfahren im Laufe ihres Lebens – in starker Abhängigkeit ihrer Lage – meist eine Wertsteigerung. So stiegen im Land Berlin im vergangenen Jahr die Preise fast durchgehend für alle Formen von Ein- und Zweifamilienhäusern.

Wertsteigerung von Immobilien

Ein- und Zweifamilienhäuser in Berlin erfuhren im vergangenen Jahr eine erhebliche Wertsteigerung

 

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