Hausbauanbieter

Hausbauplanung: Der 9-Punkte-Plan zum passenden Bauunternehmen

17.06.2014 16:21:50

Bauinteressenten entschließen sich aus den unterschiedlichsten Gründen für den Bau eines Fertighauses. Ihr Image vom Standardhaus haben Fertighäuser dabei längst abgelegt und bieten zahlreiche Freiheiten zur individuellen Gestaltung. Bei der großen Auswahl an Hausvarianten und Herstellern fällt die Suche nach dem richtigen Anbieter vielen zukünftigen Bauherren besonders schwer. Wir zeigen Ihnen, wie Sie die Suche nach dem passenden Hausbauanbieter richtig angehen und auf welche Punkte Sie achten sollten.

Erfahrene Anbieter stehen hoch im Kurs

Die Güte und Verlässlichkeit eines Fertighausanbieters lassen sich leicht an den Serviceleistungen und den vertraglichen Verbindlichkeiten festmachen. Laut einer forsa-Umfrage, die 2012 von der Deutschen Fertighaus Holding AG in Auftrag gegeben wurde, halten rund 63 Prozent der Bauherren einen erfahrenen Baupartner für ein wichtiges Entscheidungskriterium bei ihrem Hausbau.

Faktoren bei der Anbieterauswahl

Ein professioneller Baupartner ist für Bauherren ein wichtiger Faktor bei der Anbieterauswahl

 

Käuferportal zeigt Ihnen anhand eines 9-Punkte-Programms, wie Sie einen erfahrenen und verlässlichen Baupartner finden und worauf es bei der Suche ankommt.

AufzählungPunkt 1: Studie zu Serviceleistungen hinzuziehen

Zur ersten Orientierung bei der Anbietersuche können Sie die Studie zurate ziehen, die vom Nachrichtensender n-tv im Frühjahr 2013 in Auftrag gegeben wurde. Für die Untersuchung zum Thema „Service von Fertighausanbietern“ wurden bundesweit insgesamt elf Anbieter unter die Lupe genommen, wobei ausschließlich die folgenden Serviceleistungen in die Bewertung einflossen:

  • Qualität der Kundenberatung und -betreuung in Form von persönlichen Gesprächen, E-Mail- und Telefonkontakten
  • Eingehen der Anbieter auf individuelle Kundenwünsche
  • Geschwindigkeit bei der Zusendung von Katalogen
  • Kundenfreundliche Webseiten-Gestaltung mit extra Leistungen wie 3-D-Modellen von Fertighäusern oder virtuellen Rundgängen durch Musterhäuser

Am Ende konnte sich die deutschlandweit operierende Firma Schwörer Haus im Gesamtergebnis durchsetzen.

Gesamtergebnis der Servicestudie Fertighausanbieter 2013
 UnternehmenPunkte*RangQualitätsurteil
SchwörerHaus73,61gut
FingerHaus72,92gut
WeberHaus67,93befriedigend
Hanse Haus66,64befriedigend
ProHaus66,45befriedigend
Okal Haus66,36befriedigend
Bien-Zenker64,97befriedigend
Allkauf Haus64,78befriedigend
Gussek Haus59,89ausreichend
Rensch-Haus57,710ausreichend
Haas Haus50,911ausreichend

* Punkte auf einer Skala von 0 bis 100. Das Gesamtergebnis setzt sich aus den Teilbereichen Beratung vor Ort (60 Prozent), Telefon, E-Mail, Internet sowie dem Versand von Informationsmaterial (jeweils 10 Prozent) zusammen. Quelle: Deutsches Institut für Service-Qualität

AufzählungPunkt 2: Achten Sie auch beim Anbieter auf Gütesiegel

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Nur geprüfte Anbieter dürfen sich mit dem
QDF-Siegel auszeichnen

Prüfen Sie bei der Suche nach dem richtigen Baupartner auch, ob dieser mit einem Gütesiegel ausgezeichnet ist. Bei der Ermittlung des idealen Fertighaus-Anbieters kann das Gütesiegel, das von der „Qualitätsgemeinschaft Deutscher Fertigbau (QDF)“ vergeben wird, eine erste Richtung weisen. Das Gütesiegel wird immer nur für ein Jahr verliehen. Anschließend muss sich das Mitgliedsunternehmen die Auszeichnung erneut verdienen. Die eingeschlossenen Unternehmen müssen strengen Regeln und Anforderungen entsprechen, die sogar über den gesetzlichen Vorschriften liegen: Verwendete Materialien, die Häuser selbst, die Fertigung und der Bauprozess werden von der QDF unter genauen Vorgaben kontrolliert. Werkstoffe aus Holz für Wand-, Decken- und Dachelemente dürfen nur aus naturbelassenem Holz gefertigt sein. Außerdem kontrollieren unabhängige Prüfer die Werksräume und die Baustellen der Anbieter. Als weiteres Kriterium wird auch die Sicherheit für Bauherren geprüft. Feste Termine für den Hausaufbau und die Fertigstellung, aber auch eine Festpreisgarantie sind ein Muss für Anbieter, die das QDF-Siegel erhalten wollen.

AufzählungPunkt 3: Planen Sie einen Besuch im Musterhauspark ein

Musterhäuser sind eine bequeme und anschauliche Art, sich über potenzielle Hersteller und deren Produkte zu informieren. Neben freistehenden Musterhäusern gibt es deutschlandweit mehrere Musterhaus-Parks, in denen teilweise bis zu 40 Häuser verschiedenen Typs aufgebaut sind. Verkaufsberater stehen Ihnen dort direkt mit Rat und Tat zur Seite. Musterhauszentren haben den weiteren entscheidenden Vorteil, dass Sie auf einen Blick unterschiedliche Anbieter einsehen und deren Leistungen vergleichen können.
Wenn Sie eine lange Anfahrt scheuen, gibt es bundesweit auch zahlreiche kleinere Hausaustellungen. Die Anbieter- und Hausauswahl ist zwar deutlich geringer, aber auch hier können sich zukünftige Bauherren ein Bild über die verschiedenen Möglichkeiten machen. Musterhäuser sind außerdem für unschlüssige Bauinteressenten eine gute Gelegenheit, um sich weitere Anregungen zu holen.

Fertighaus-Parks in Deutschland

Bundesweit stellen Fertighausanbieter ihre Produkte in Fertighausparks vor

Tipp der Redaktion

Sie können sich auch auf einen virtuellen Rundgang durch einen Musterhauspark und die verschiedenen Musterhäuser begeben.
Bernd Heinrichs

AufzählungPunkt 4: Bietet der Anbieter einen Werkvertrag an?

Mit einem seriösen Baupartner schließen Sie keinen Kaufvertrag, sondern einen Werkvertrag ab. Neben dem Erwerb des Hauses beinhaltet ein Werkvertrag im Gegensatz zu einem normalen Kaufvertrag auch die Leistungen, die Ihr Baupartner erbringen muss. Das heißt aber auch, dass Ihnen kein gesetzliches Widerrufsrecht für den Fall zusteht, dass Sie nach der Abnahme der erbrachten Leistung Mängel reklamieren möchten. Prüfen Sie daher immer eingehend, ob die Leistung auch so erbracht worden ist, wie sie vertraglich festgesetzt wurde.
Halten Sie im Werkvertrag außerdem die Termine fest, zu denen Sie Zahlungen an den Anbieter leisten wollen. Vereinbaren Sie hier, dass Zahlungen erst den verschiedenen Bauschritten erfolgen. Das ist bei seriösen Anbietern üblich und gibt Ihnen zusätzliche Planungssicherheit. Vereinbaren Sie im Vertrag eine möglichst lange Festpreisgarantie: mindestens 12 Monate nach Vertragsabschluss. Einige Hersteller bieten sogar eine längere Garantie an.
Die meisten Werkverträge werden auf Basis der Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen (VOB) abgeschlossen. In diesem Fall beträgt die Verjährungsfrist nur vier Jahre. Nach BGB § 634a sind allerdings fünf Jahre möglich. Prüfen Sie den Vertrag daher auf diese Frist hin und vereinbaren Sie, wenn möglich, die längere Verjährungsfrist für Ihren Bauauftrag.

Bestandteile Werkvertrag

Achten Sie bei der Aushandlung des Werkvertrages darauf, dass die wichtigsten Kriterien eingehalten werden

Tipp der Redaktion

Lassen Sie die Baubeschreibung zu Ihrer Absicherung von einem Gutachter gegenlesen und passen Sie diese gegebenenfalls an. Denken Sie auch daran, dass der abgeschlossene Werkvertrag erst dann rechtsgültig ist, wenn die Geschäftsleitung der Baufirma diesen unterschrieben hat.
Bernd Heinrichs

AufzählungPunkt 5: Kann der Anbieter eine Baufertigstellungsversicherung vorweisen?

Lassen Sie sich, bevor Sie einen Vertrag mit einem Bauunternehmer abschließen, von diesem seine Baufertigstellungsversicherung vorzeigen. Diese Versicherung schützt Sie als Bauherren vor finanziellem Mehraufwand für den Fall, dass der Bauunternehmer während der Bauphase zahlungsunfähig wird und Insolvenz anmelden muss. Sie ist sozusagen ein Schutzpaket für Bauvorhaben.
Baufertigstellungsversicherungen werden in drei Formen angeboten: Der Ausführungs-, Gewährleistungs- oder Vertragserfüllungsbürgschaft.

  • Eine Ausführungsversicherung schützt den Bauherren während der Bauphase gegen Zahlungsunfähigkeit des Baupartners ab. Die Deckungssumme beträgt 20 Prozent der Bausumme.
  • Eine Gewährleistungsbürgschaft sichert den Bauherren nach Bauende und Abnahme der Immobilien mit einer Deckungssumme von 20 Prozent der Bausumme ab. Sie gilt für Baumängel, die in der Regel erst nach der Baufertigstellung auftreten (etwa Risse oder abbröckelnder Putz). Die Laufzeit beträgt laut §633 ff. des BGB fünf Jahre und beginnt mit Abnahme der Immobilie.
  • Mit der Vertragserfüllungsbürgschaft schließt der Baupartner eine Kombination aus den beiden zuerst genannten Versicherungen ab. Mit einem Anbieter, der diese Versicherung vorweisen kann, sind Bauherren umfassend abgesichert. Die Deckungssumme der Vertragserfüllungsbürgschaft beträgt bis zu 10 Prozent der Bausumme.

Tipp der Redaktion

Der Abschluss der Versicherung setzt die Bonität des Baupartners voraus. Gibt es also gar keine Versicherung, die den Bauunternehmer versichert, ist das für Sie ein Indiz, dass das Unternehmen nicht ausreichend liquide ist und Sie sich einen anderen Anbieter suchen sollten.
Bernd Heinrichs

AufzählungPunkt 6: Wird eine Zahlung nach Baufortschritten festgelegt?

Wie im Hochbau üblich vereinbaren Sie mit dem Fertighausanbieter die „Zug-um-Zug“-Zahlweise. Das heißt, sie zahlen erst nach erfolgter, klar definierter Leistung. In der Regel bedeutet das eine Zahlung nach Baufortschritten. Die genauen Zahlungsbedingungen werden in der Makler- und Bauträgerverordnung festgelegt.
Diese schützt den Bauherrn beim Erwerb eines Bauträger- oder Maklervertrages. Er legt fest zu welchem Zeitpunkt der Bauträger Zahlungen vom Bauherrn entgegen nehmen darf und wie er die Beträge absichern muss. Außerdem regelt die Verordnung unter anderem, dass der Baupartner Zahlungen nur nach einer erbrachten Leistung, beziehungsweise Baufortschritten einfordern darf.
Viele Fertighaushersteller garantieren einen Festpreis oft für ein Jahr und den zuvor vereinbarten Termin der Fertigstellung. Eine Übersicht der Anbieter, die sich an die beschriebene Zahlungsweise halten, existiert nicht. Ein seriöser Anbieter wird jedoch keine Vorauszahlung von Ihnen verlangen. Ein Baupartner, der die „Zug-um-Zug Zahlung“ anbietet, ist also ein Muss.

Tipp der Redaktion

Prüfen Sie den Anbieter im Vorfeld auf jeden Fall hinsichtlich seiner Seriosität und Bonität. Ein wichtiger Faktor ist dabei, ob bereits eine Anzahlung bei Vertragsabschluss gefordert wird. Dieses Vorgehen ist bei seriösen Anbietern nicht üblich. Die Zahlungen sollten in festgelegten Stufen erfolgen (Bauantrag, Aufstellung, Übergabe). Zudem muss der Anbieter Referenzadressen nennen können und wollen.
Bernd Heinrichs
Zug-um-Zug-Zahlungsweise

Bauherren sollten immer eine Bezahlung nach erfolgten Bauleistungsschritten festhalten

 

AufzählungPunkt 7: Bietet der Baupartner eine Festpreisgarantie und setzt konkrete Liefertermine?

Handeln Sie mit dem Unternehmer feste Liefertermine aus und schreiben Sie diese im Vertrag fest. Dazu setzen Sie eine Festpreisgarantie für einen definierten Zeitraum auf. Je nach Anbieter variiert der Zeitraum für die Festpreisgarantie zwischen 12 und 15 Monaten. Üblicherweise wird jedoch von den meisten Bauunternehmen ein Jahr angeboten. So können Sie sicher sein, dass Ihr Haus in der vorgegebenen Zeit mit den vertraglich vereinbarten Bauleistungen und zum vorher festgelegten Preis fertig wird. Je nach Bauvorhaben reichen die Leistungsschritte vom Ausbauhaus bis zum schlüsselfertigen Haus.
Prüfen Sie den Vertrag in jedem Fall eingehend darauf, welche Kostenpositionen in der Festpreisgarantie enthalten sind! Der Festpreis nützt nichts, wenn zum Beispiel Erdarbeiten, die Baustelleneinrichtung oder ein Baugrundgutachten nicht mit eingerechnet wurden und diese später separat bezahlt werden müssen.

AufzählungPunkt 8: Stellt der Anbieter einen Energieausweis aus?

Auch Bauherren eines Fertighauses haben die Pflicht, sich für ihr neues Eigenheim einen Energieausweis ausstellen zu lassen. Das gilt nach EnEV 2009, § 16. Wenn die zuständige Baubehörde diesen verlangt, sollten Sie ihn vorgelegen können. Auch bei einer späteren Vermietung oder dem Verkauf Ihres Hauses ist der Energieausweis wichtig.
Einige Fertighausanbieter händigen den Energieausweis selbst an ihre Kunden aus. Bei allen modernen Fertighäusern ist in der Regel bereits ein sehr guter Energie-Standard vorhanden. Im Laufe der Beratungsgespräche mit den Anbietern können diese aber noch weitere Möglichkeiten aufzeigen, mit denen der Energieausweis noch bessere Kennzahlen aufweist.
Üblicherweise wird der Energieausweis von einem ausstellungsberechtigten Gutachter anhand der energetischen Eigenschaften Ihres Hauses erstellt. Die Kosten variieren stark und belaufen sich je nach Gutachter und Aufwand auf 150 bis 1.500 Euro. Wird der Energieausweis direkt vom Baupartner erstellt, entfallen diese zusätzlichen Kosten in der Regel. Die Auswahl des Anbieters sollte jedoch nicht rein von der automatischen und kostenlosen Ausstellung abhängig gemacht werden. Dieser Aspekt sollte lediglich ein zusätzliches Kriterium bei der Auswahl sein.

Hinweis

  • Der Energieausweis ist in der Praxis umstritten. So wird vielfach die Meinung vertreten, dass der Energieausweis keine zuverlässigen Daten zum tatsächlichen Energieverbrauch liefere, sondern zu stark von den Gewohnheiten der Hausbewohner abhängt. Auch die unterschiedlichen Bewertungskriterien der Aussteller sowie die uneinheitliche Qualität des Ausweises geben Anlass zur Kritik.
Energieausweis

Einige Anbieter stellen den Energieausweis selbst an ihre Bauherren aus

 

AufzählungPunkt 9: Haben die Baumaterialien des Anbieters die gängigen Prüfsiegel?

Achten Sie darauf, dass der Anbieter Baumaterialien verwendet, die mit gängigen Prüfsiegeln ausgezeichnet sind. Auch die technischen Einbauten, wie Heiz- und Energieanlagen, müssen gültige Siegel besitzen. Die wichtigsten Siegel in diesem Bereich sind das VDE-Prüfsiegel und das TÜV-GS-Siegel. Ihr zukünftiger Fertighausanbieter sollte unbedingt belegen können, dass seine Anlagen die nötigen Kennzeichen besitzen.

 Prüfsiegel

Stellen Sie sicher, dass auch die Baustoffe, die Ihr Hausbauanbieter nutzt, hohen Qualitätsstandards entsprechen. Im Bereich Holzbau sollten Sie bei der Auswahl Ihres Baupartners auf das RAL-Gütesiegel der „Bundes-Gütegemeinschaft Montagebau und Fertighäuser e.V.“ achten. Das allgemeine RAL-Gütesiegel für den Bereich Holzhausbau besteht aus zwei Teilen. Das erste Siegel (RAL-GZ 422/1) bestätigt die Qualität der vorgefertigten Bauteile in den Werken der Hersteller. Geprüft werden die Standards durch eigene Kontrollen und durch Fremdüberwachung.
Prüfsiegel Nummer zwei (RAL-GZ 422/2) zeichnet die Errichtung und Montage auf der Baustelle aus. Überwacht wird die geforderte Qualität durch stichprobenhafte Fremdüberwachung und durch hauseigene Kontrollen auf der Baustelle.

Gütezeichen

Durch die Gütesiegel haben zukünftige Bauherren die Gewissheit, dass alle Produkte und Arbeitsabläufe des ausgewählten Anbieters hohen Qualitätsstandards entsprechen.

Zuverlässig und clever bauen mit dem richtigen Anbieter

Die Wahl und Beauftragung eines Fertighausanbieters ist der entscheidende Schritt in Richtung Eigenheim. Überlegen Sie sich diesen Entschluss daher sorgfältig und prüfen Sie Ihren Wunschanbieter auf Herz und Nieren bevor Sie den Auftrag erteilen. Mit den richtigen Kriterien und Fragen fällt es nicht schwer, verschiedene Anbieter zu durchleuchten und am Ende den passenden Baupartner für Ihr Vorhaben zu finden.

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