Barrierefreiheit leicht gemacht

Bei der Hausbau-Planung schon jetzt ans Alter denken

04.06.2013 12:46:01

Geistige Gesundheit und uneingeschränkte Beweglichkeit, so wünscht man sich das Leben im Alter. Doch was tun, wenn altersbedingte Krankheiten den Alltag zunehmend einschränken? Wenn der früher so liebevoll eingerichtete Wohnraum im Alter mehr und mehr zum Hindernis wird? Erfahren Sie, wie Sie bereits bei der Planung Ihres neuen Heimes auf Barrierefreiheit achten und zukünftige Umbaumaßnahmen verhindern können.

Barrierefreiheit leicht gemacht (SmartSignBrooklyn | Flickr.com)
Barrierefreiheit leicht gemacht (SmartSignBrooklyn | Flickr.com)

Die Bundesregierung schätzt, dass bisher lediglich 1 % des gesamten Wohnungsbestandes altersgerecht ist. Dabei sind selbständig sein und selbstbestimmt bleiben Ziele vieler älterer Menschen.

Wussten Sie, dass es gesetzliche Normen zur Barrierefreiheit gibt?

  • DIN Normen stellen rechtlich gesehen Empfehlungen dar. Jedoch kann jede Landesbehörde diese DIN Normen in den Bauverordnungen festlegen und dadurch die Einhaltung bestimmen. DIe bekanntesten DIN Normen sind 18040 Teile 1 – Öffentlich zugängliche Gebäude und 18040 Teil 2 – Wohnungen. Hier werden beispielsweise Empfehlungen zu Rampen, der Breite von Eingangstüren oder der Größe von Bewegungsflächen ausgesprochen.

Doch bereits Bodenschwellen, zu schmale Türen oder zu hohe Fenstergriffe können große Hürden für geh-oder sehbehinderte Senioren darstellen und dazu führen, dass sie auf fremde Hilfe angewiesen sind. Möchten sie auf externe Unterstützung verzichten, helfen nur noch kostenintensive Umbaumaßnahmen, um Ihre vier Wände barrierefrei zu gestalten.

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Mit der richtigen Planung teuren Umbaumaßnahmen vorbeugen

Barrierefreiheit ist nicht nur etwas für körperlich eingeschränkte Menschen. Immer mehr Häuslebauer empfinden eine ebenerdige Dusche oder einen Badewanneneinstieg als wichtiges Ausstattungsmerkmal Ihres neuen Heimes. Warum also Barrierefreiheit nicht gleich in die Planung des Hauses einbeziehen?

Fertighaus

Welche Wohnelemente Sie einfach integrieren können, um Barrierefreiheit zu gewährleisten, zeigen wir Ihnen hier:

  • Haustür / Türen: Türen sollten ebenerdig, ohne Stufen und Schwellen sein. Eine Mindestbreite von 90 Zentimetern ermöglicht das einfache Befahren der Räume mit einem Hilfsmittel. Schwebetüren statt Flügeltüren erleichtern das Öffnen und Schließen. Im Eingangsbereich empfiehlt es sich, rutschfeste Bodenbeläge zu verlegen, um im Falle von Feuchtigkeit die Rutschgefahr zu minimieren.
  • Treppen: Sie sollten breit genug und nicht zu geschwungen sein, um später einen Treppenlift installieren zu können.
  • Flur: Mit einer Flurbreite von 120 Zentimetern sind Sie auf der sicheren Seite.
  • Freiraum: Ein Rollstuhl benötigt rund 1,50 x 1,50 Meter, um genügend Bewegungsfreiheit zu haben.
  • Badewanne / ebenerdige Dusche: Eine integrierte Badewannentür erleichtert das Ein-und Aussteigen. Eine ebenerdige Dusche kann bei angemessener Breite sogar mit einem Rollstuhl befahren werden.
  • Tür- , Fenster- und Schrankgriffe: Mit einer Montagehöhe von ca. 85 Zentimetern gewährleisten Sie das Öffnen und Schließen aus einer sitzenden Position heraus.
  • Toilettensitzhöhe: Liegt die Höhe zwischen 46 und 48 Zentimetern stellt das Setzen und Aufstehen keine Hürde dar.
  • Schwellen: Gerade für seh- und gehbehinderte Menschen sind schwellenlose Raum- und Balkonzugänge unabdingbar.

Tipp der Redaktion

Die Planung Ihres barrierefreien Hauses müssen Sie nicht allein übernehmen. Viele Bauunternehmen bieten in der Planungsphase Beratungen an, die helfen das Haus altersgerecht zu errichten.
Elisa Hanske Elisa Hanske
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