Unterstützung für Bauherren

Lassen Sie Ihren Hausbau fördern!

15.07.2013 13:47:57

„Ein Haus zu bauen ist für die meisten Leute unbezahlbar“, so das weit verbreitete Vorurteil. In Wahrheit jedoch sind die Möglichkeiten zur Hausbau-Förderung so umfangreich wie nie. Förderprogramme auf Bundes-, Landes- und Kommunalebene – zeitgemäße Förderungen sind unkomplizierter als man denkt.

Möglichkeiten der Hausbauförderung (Images Money | Flickr.com)
Möglichkeiten der Hausbauförderung (Images Money | Flickr.com)

Staatliche Förderung: Wohn-Riester, KfW und BAFA

Auch wenn die Eigenheimzulage abgeschafft wurde, kann man mit den Förderprogrammen des Staates über viele Jahre mehrere Tausend Euro beim Hausbau sparen. Die wichtigsten staatlichen Förderungen haben wir für Sie zusammengetragen.

Wohn-Riester: Seit 2008 ist die Eigenheimrente die wichtigste staatliche Förderung für den gesamtdeutschen Raum. Voraussetzung für die Wohn-Riester-Förderung ist, dass das Haus nach 2007 gekauft oder gebaut wurde und der Eigentümer die Immobilie selbst bewohnt.

KfW-Bank (Kreditanstalt für Wiederaufbau): Sie fördert gleich mehrere Investitionen: Hausbau, Sanierung und Energiesparmaßnahmen. Das „KfW-Wohneigentumsprogramm“ unterstützt Arbeiten an neuen und gebrauchten Häusern. Der Kredit ist auf 50.000 Euro begrenzt und deckt bis zu 100% der förderfähigen Kosten ab. Einen KfW-Kredit beantragen Sie immer bei Ihrer Hausbank. Wichtig ist, dass der Kreditantrag vor dem Sanierungsbeginn gestellt wird. Eine nachträgliche Finanzierung ist nicht möglich.

BAFA (Bundesministerium für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle): Das Heizen mit regenerativen Energien wird durch das BAFA gefördert. Dies betrifft Wärmepumpen, Solarthermische Anlagen, Biomasse und seit kurzem auch Mini-Blockheizkraftwerke. Die BAFA-Förderung ist zudem mit bestimmten Programmen der KfW kombinierbar.

Tipp der Redaktion

Eine weitgehend unbekannte Fördermöglichkeit ist die finanzielle Unterstützung seitens der Kirche. 19 katholische Bistümer und 15 evangelische Landeskirchen bieten Hilfe unterschiedlicher Art. Von teils zinslosen Krediten bis zu günstigen Grundstücken aus dem Erbbaurecht gibt es für Bauherren zahlreiche Möglichkeiten.
Axel Goldammer

Länderförderung

Auch in den Bundesländern gibt es zahlreiche Förderprogramme, die sich in ihren Bedingungen unterscheiden. Die bürokratische Ausgangslage ist hier oft komplizierter als auf Bundesebene, da teils mehrere Ministerien gleichzeitig für einen Förderantrag zuständig sind. Dennoch kann man als Bauherr profitieren. Die Bundesländer und je ein exemplarisches Förderprogramm im Überblick:

  • Baden-Württemberg: Das Landeswohnraumförderungsprogramm unterstützt Familien mit mindestens einem Kind beim Bau oder dem Erwerb einer eigenen Immobilie.
  • Bayern: Das Bayerische Wohnungsbauprogramm unterstützt junge Familien mit mittlerem Einkommen auf dem Weg zum Eigenheim.
  • Berlin: Mit dem Programm „Wohnraum modernisieren“ fördert die IBB (Investitionsbank Berlin) Sanierungsmaßnahmen, die aufs Energiesparen ausgerichtet sind.
  • Brandenburg: Mit dem Energieeffizienten Wohnungsbau ergänzt die ILB (Investitionsbank des Landes Brandenburg) diverse KfW-Programme zur Energiesanierung.
  • Bremen: Aktuell gibt es in Bremen keine Förderprogramme für privaten Wohnraum.
  • Hamburg: Mit der Basisförderung der Eigenheimförderung unterstützt die Hamburgische Wohnungsbaukreditanstalt den Neubau und Erstbezug von Einfamilienhäusern, Zweifamilienhäusern und Eigentumswohnungen.
  • Hessen: Das Hessen-Darlehen fördert den Kauf von gebrauchten Immobilien, sofern der Antragsteller die entsprechende Einkommensgrenze einhält.
  • Mecklenburg-Vorpommern: Die Modernisierung und Instandsetzung von selbst genutztem Wohneigentum durch Alleinerziehende und Familien mit Kindern fördert Maßnahmen an Wohngebäuden, die vor dem 1. Januar 1970 fertig gestellt wurden und sich in Gemeinden mit mehr als 5.000 Einwohnern befinden. 
  • Niedersachsen: Das Programm „Eigentum für kindergerechte Haushalte“ unterstützt Haushalte mit Kindern beim Neubau oder Neuerwerb von Immobilien, je nach Anzahl und Alter der Kinder.
  • Nordrhein-Westfalen: Die Förderung selbst genutzten Wohnraums – Neubau / Ersterwerb fördert Haushalte innerhalb der geforderten Einkommensgrenze mit mindestens einem Kind oder einem Haushaltsangehörigen mit Behinderung.
  • Rheinland-Pfalz: Mit der Umwandlung von Militärwohnungen in selbst genutzten Wohnraum unterstützt die Investitions- und Strukturbank Rheinland-Pfalz (ISB) die private Nutzung ehemaliger Militärgebäude durch einen nicht rückzahlbaren Zuschuss, der unter anderem von der Höhe des Einkommens abhängt.
  • Saarland: Im Rahmen der Finanzierung von Wohnungseigentümergemeinschaften vergibt die SIKB (Saarländische Investitionskreditbank) zinsgünstige Darlehen für die Sanierung von Wohnbestand.
  • Sachsen: Das Programm Wohneigentum (Innerstädtisch Wohnen) fördert mehrere Dinge: Erwerb eines bestehendes Wohngebäudes, Erwerb einer Eigentumswohnung, Ausbau- und Sanierungsmaßnahmen, Wohnbebauung einer Freifläche oder Baulücke.
  • Sachsen-Anhalt: Das IB-Förderdarlehen fördert den Ersterwerb von Eigenheimen und Bestandsimmobilien.
  • Schleswig-Holstein: Die Soziale Wohnraumförderung für Eigentumsmaßnahmen fördert den Neubau oder Erwerb von Immobilien für Familien mit mindestens einem Kind oder schwer behinderten Familienangehörigen.
  • Thüringen: Das Thüringer Familienbaudarlehen fördert Neubau, Erst- und Bestandserwerb, wenn das Einkommen des Antragstellers die Einkommensgrenze um nicht mehr als 60% übersteigt.

Fertighaus Hausbau

Förderung auf kommunaler Ebene

Auch Städte und Gemeinden helfen beim Haus- und Wohnungsbau. Deutschlandweit bieten derzeit rund 800 Kommunen Förderprogramme unterschiedlicher Art an. Ziel ist es, besonders junge Familien in die Gemeinden zu holen. Zuschüsse und Darlehen sind die häufigste Form der kommunalen Förderung, die sich nicht immer auf den reinen Hausbau beschränkt. So zahlen Gemeinden beispielsweise die Kindergartenbeiträge. Hier eine Auswahl an Gemeinden und deren Förderideen:

  • Celle: Die Celler Bauland-Offensive garantiert Familien pro Kind einen Preisnachlass von 50 % auf je 100 m² Baufläche.
  • Rödermark: Beim Erwerb eines Baugrundstücks wird jeder m² mit 70 Euro bezuschusst.
  • Neunkirchen am Sand: Beim Grundstückserwerb erhalten Ehepaare einen Preisnachlass von 10.000 Euro. Dieser erhöht sich pro Kind.
  • Schöningen: Gestaffelte Zuschüsse für alle Familienmodelle. Dazu Pendlerpauschalen, kostenlose Jahreskarten für das öffentliche Verkehrsnetz und verbilligte Beiträge in Gemeindeorganisationen.
  • Stuttgart: Familien mit zwei Kindern erhalten bis zu 24.000 Euro Baukostenzuschuss oder bis zu 54.000 Euro Grundstücksverbilligung.
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