Die Häuser der Zukunft?

Energiesparhäuser auf dem Vormarsch

24.09.2013 9:29:04

Im Fokus der aktuellen Energiedebatte stehen Energiesparhäuser. Doch was genau sind Energiesparhäuser und wodurch zeichnen sie sich aus? Im Folgenden versuchen wir alle gängigen Energiesparmodelle einfach und im Überblick zu erklären.

Energiesparhäuser
Energiesparhäuser auf dem Vormarsch (Grand Canyon NPS| flickr.com)

Definition Energiesparhaus

Jedes Gebäude wird nach einem Energiestandard errichtet. Dieser ist im Energieeinsparungsgesetz festgeschrieben und legt fest, wie hoch der Energiebedarf pro Quadratmeter und Jahr sein darf. Alle Gebäude, die den zugelassenen Energiebedarf erreichen oder unterschreiten, werden als sogenannte Energiesparhäuser bezeichnet. Es können sowohl neue Bauprojekte von vornherein energieeffizient geplant werden, als auch Altbauten durch Sanierung nachträglich zu einem Energiesparhaus umgebaut werden.

Das KfW-Effizienzhaus

Der Begriff Effizienzhaus wurde von der Kreditbank für Wiederaufbau (KfW) zusammen mit der Deutschen Energie-Agentur (dena) und dem Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung entwickelt. Dabei werden je nach Jahresenergiebedarf sechs Häuserklassen unterschieden. Als Faustregel gilt: Je niedriger die Zahl, desto geringer der Energieverbrauch im Jahr. Alle Häuser, die den energetischen Standard der KfW erreichen, werden durch zinsgünstige KfW-Kredite gefördert. Die folgende Tabelle gibt Übersicht aller Effizienzhäuser:

Effizienzhäuser - Käuferportal

Ist der Standard-Neubau energieeffizient?

Seit 2009 gelten für alle Neubauten die Vorschriften der Energieeinspar-Verordnung. Die Gebäudehülle und die Gebäudetechnik müssen den Standardanforderungen der Verordnung entsprechen. Der Standard-Neubau ist demzufolge energieeffizienter als ein Bestandsgebäude und wird durch die KfW gefördert.

Das KfW-Effizienhaus 40 ist das energieeffizienteste Haus aller Klassen. Um diesen Standard zu erreichen, müssen umfassende und teure Baumaßnahmen umgesetzt werden. Bei einem Altbau würde das eine sehr teure Kernsanierung bedeuten, die sich wahrscheinlich nicht amortisiert. Der Standard lohnt sich folglich wirtschaftlich nur für den Neubau. Für die Sanierung von Altbauten dagegen ist der Standard KfW-Effizienzhaus 115 vorgesehen. Genauere Informationen dazu erhalten Sie vom fachlich qualifizierten Hausbauanbieter.

Tipp der Redaktion

Der Tilgungszuschuss für die KfW-Effizienzhäuser richtet sich nach dem Jahresenergiebedarf. Je geringer dieser ist, desto weniger müssen Sie von Ihrem KfW-Kredit zurückzahlen.
Jenifer Etzdorf

Das Passivhaus

Das „Passiv-“Haus deckt seinen Energiebedarf aus „passiven“ Energiequellen. Auf eine klassische Gebäudeheizung kann im Passivhaus verzichtet werden. Das Haus wird durch Sonnenwärme geheizt. Durch große Fensterflächen auf der Südseite wird die Sonnenwärme aufgenommen und in den Wänden sowie der Gebäudehülle gespeichert und durch eine Lüftungsanlage effizient verteilt. Aufgrund der energetischen Wärmedämmung bleibt die Wärme länger im Haus und es wird wesentlich weniger Energie benötigt.Damit das Passivhausprinzip funktioniert, müssen die folgenden baulichen Bestimmungen erfüllt sein:

  • Große, unverschattete Fensterflächen zur Südseite
  • Wenige, kleine Fenster auf der Nordseite
  • Kompaktes Hausdesign mit einfacher Hüllflächenstruktur (keine Gauben, Überstände o.ä.)
  • Gute Wärmedämmung der Außenfläche (Wärmebrücken oder undichte Stellen dürfen nicht vorhanden sein)
  • Kontrolliertes Be- und Entlüften durch ein zentrales Luftsystem
  • Wärmerückgewinnung erfolgt aus der Abluft
  • Heizwärmelast beträgt maximal 10W/m²

Der Neubau eines Passivhauses kostet bis zu 15 % mehr als der Bau eines Standard-Hauses. Abhängig von der Energiepreisentwicklung und den Zinsen bei einer Finanzierung amortisiert sich die Investition nach 10 – 15 Jahren.

Fertighaus Hausbau

Nullenergiehaus und Plusenergiehaus

Vom Nullenergiehaus wird gesprochen, wenn das Haus im Jahr genauso viel Energie produziert, wie es von außen bezogene Energie verbraucht. Die Energie wird wie beim Passivhaus durch ein Wärmerückgewinnungssystem und zusätzlichen Anlagen (z.B. Solaranlagen, Wärmepumpen oder Windräder) erzeugt. Produziert das Haus mehr Energie als benötigt, handelt es sich um ein Plusenergiehaus. Die „übrige“ Energie wird in das öffentliche Netz eingespeist.

Nullenergie von Anfang an?

Der Bau des Hauses verbraucht Energie. Um den Standard „Nullenergie“ tatsächlich zu erreichen, wird eine sogenannte „Rücklaufzeit“ angegeben. Erst wenn die beim Hausbau verbrauchte Energie wieder eingespart wurde, hat Ihr Haus den Nullenergie-Standard erreicht.

Welches ist das beste Haus zum Energiesparen?

Fakt ist, dass alle Energiesparhäuser höhere Anfangsinvestitionen verlangen, die sich meist über einen Zeitraum von 10 Jahren amortisieren müssen. Die KfW bietet zinsgünstige Kredite für alle Effizienzhäuser an, mit denen sich bis zu 80 % der Zinsen sparen lassen. So ist der Bau eines Effizienzhauses auch mit geringen finanziellen Eigenmitteln möglich.

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