Energiesparhelfer Fenster

So senken Sie Ihren Energieverbrauch in der kalten Jahreszeit

10.01.2017 14:42:14

Der Winter ist da – und die Preise für Heizkosten steigen stetig: Ein guter Grund, sich mit dem Thema Wärmedämmung zu beschäftigen. Die wichtigste Maßnahme? Hochwertige Fenster einbauen! Wir zeigen Ihnen, wie Sie das Sparpotenzial neuer Fenster erkennen und damit Ihre Energiekosten in der kalten Jahreszeit senken.

Mit dem U-Wert Energielecks aufdecken

Wenn es um wärmedämmende Eigenschaften geht, ist der U-Wert die Größe, die Sie kennen müssen: Dieser Wert bezeichnet die Dämmqualität, also die isolierende Eigenschaft von Bauteilen wie Fenstern und Hausfassaden. Alternativ wird der Wert auch als Wärmedurchgangskoeffizient bezeichnet. Konkret gilt: Je niedriger dieser Zahlenwert ist, desto besser sind die wärmedämmenden Eigenschaften.

Info

    Der U-Wert gibt an, wie viel Leistung (Watt) ein Fenster, eine Tür oder eine Fassade pro Quadratmeter nach außen abgibt, wenn der Temperaturunterschied ca. 1° Celsius beträgt.
Energieverlust von Fenstern

Energieverlust von Fenstern

Am Rande: Entwicklung des U-Wertes über die Jahre:

In den vergangenen Jahrzehnten hat sich im Bereich der Wärmeisolierung viel getan. In den 1970er-Jahren waren noch einfach verglaste Fenster der Standard. Diese erreichten üblicherweise U-Werte zwischen 4,7 und 6,2. Später – im Laufe der 1990er-Jahre – waren doppelt verglaste Scheiben mit Isolierglas und einem durchschnittlichen U-Wert von 3 die Regel. Die heute verbauten Fenster erreichen U-Werte zwischen 1,1 und 0,8 und isolieren damit doppelt so gut wie Fenster aus den 90er-Jahren.

Bis zu 500 Euro Heizkosten pro Jahr sparen

Wie sich neue Fenster auf die Heizkosten einer Familie auswirken, lässt sich am besten an einem Rechenbeispiel belegen:

Werden bei einer Doppelhaushälfte über eine Fensterfläche von 40 Quadratmeter alte Isolierfenster mit einem U-Wert von 2,8 gegen neue Fenster mit einem U-Wert von 1,0 ausgetauscht, können bis zu 600 Liter Heizöl beziehungsweise bis zu 500 Euro Energiekosten pro Jahr eingespart werden.

Die Umrüstung auf energetisch hochwertige Fenster mit sehr guten Dämmeigenschaften ist allerdings nicht ganz günstig. Die Kosten für ein Fenster mit einem durchschnittlichen U-Wert von 1,0 in einer Standardgröße inklusive Rahmen belaufen sich schnell auf 400 Euro oder mehr. Ob sich die Umrüstung lohnt, muss daher für jede Immobilie individuell entschieden werden. Bei der Entscheidungsfindung kann ein unabhängiger Energieberater helfen. Dieser berät auch über staatliche Fördermöglichkeiten für entsprechende energetische Sanierungsmaßnahmen.

So sichern Sie sich staatliche Fördergelder

Seit dem Jahr 2011 werden auch Einzelmaßnahmen wie Modernisierung von Fenstern oder eine Fassadendämmung von der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) bezuschusst. Um die zinsgünstigen Kredite für eine Sanierung nutzen zu können, muss der Bauantrag des jeweiligen Gebäudes vor dem 1. Januar 1995 gestellt worden sein.

Tipp der Redaktion

    Aktuell sind die Zinsen mit nur 1 % effektivem Jahreszins besonders niedrig. Damit liegen die Zinsen für ein Darlehen momentan sogar unter der Inflationsrate. Eine Investition in die Sanierung ist so leichter möglich als jemals zuvor.

Einbaukosten von der Steuer absetzen

Sind die Baumaßnahmen nicht förderfähig, lassen sich Einbaukosten für neue Fenster zum Teil auch steuerlich geltend machen. Bis zu 20 % der Handwerkerkosten, die eine Fachfirma für die anfallenden Arbeiten veranschlagt, werden vom Finanzamt zurückerstattet. Die einzige Bedingung hierfür ist: Die Gesamtkosten dürfen die Grenze von 3.000 Euro nicht überschreiten. Jährlich ist also eine Rückzahlung von bis zu 600 Euro möglich. Und eine Formalität muss eingehalten werden, damit das Finanzamt den Nachweis anerkennt: Die Lohnkosten sind als eigenständiger Punkt auf der Rechnung des Handwerkers auszuweisen.

Achtung

    Eine Kombination aus Lohnkostenerstattung und staatlicher Förderung ist seit 2011 nicht mehr möglich. Wenn Sie sich also entscheiden, für eine Sanierungsmaßnahme eine Förderung der KfW in Anspruch zu nehmen, können Sie keine Rückerstattung der Handwerkerkosten mehr beantragen. Der Grund für diese Regelung ist, dass ein und dieselbe Maßnahme nicht doppelt aus öffentlichen Mitteln gefördert wird. Rechnen Sie daher vor der Beantragung einer Förderung genau durch, mit welcher Lösung Sie die größte Ersparnis erzielen.

Fenstermodernisierung am besten nicht als Einzelmaßnahme

Veraltete und zugige Fenster verschwenden Energie und machen Wohnungen und Häuser vor allem in der kalten Jahreszeit sehr ungemütlich. Deshalb lohnt sich ein Austauschen der Fenster nicht nur für den Geldbeutel, sondern auch für das Wohnklima. Aber aufgepasst: Die Fenstersanierung wird als Einzelmaßnahme zwar gefördert, Experten raten in den meisten Fällen jedoch dazu, gleichzeitig eine Fassadendämmung vornehmen zu lassen. Der Grund dafür ist einfach: Moderne Fenster mit sehr guten Dämmeigenschaften sind extrem dicht. Aus diesem Grund kann feuchte Raumluft nicht mehr durch die geschlossenen Fenster nach außen gelangen, sondern staut sich in den Räumen. Sind die Fassaden schlecht gedämmt, kondensiert die warme, feuchte Luft an den kalten Raumwänden – es droht Schimmelbildung.

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