Einbrüchen wirksam vorbeugen

So schützen Sie Ihr Zuhause vor Eindringlingen

19.02.2016 11:51:38

Die Zahl der Einbrüche in Deutschland nimmt zu: 152.123 Fälle hat die Polizei im Jahr 2014 registriert. Das ist ein Anstieg von 1,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Neben dem materiellen Schaden haben viele Opfer mit den psychischen Folgen zu kämpfen. Wir sagen Ihnen, wie Sie sich vor Einbrüchen schützen.

sichere fenster

Foto: Sicherheit durch einbruchssichere Fenster

Sie kommen nach Hause, die Tür steht offen, Ihre Schränke wurden durchwühlt und der Schmuck ist weg  – was nun?
Ihre Hausrat- oder Wohngebäudeversicherung ersetzt Ihnen in der Regel die gestohlenen und beschädigten Wertgegenstände.
Das Gefühl von Sicherheit in den eigenen vier Wänden kann Ihnen allerdings niemand wiedergeben.

Umso wichtiger ist es, dass Sie Einbrüchen wirkungsvoll vorbeugen, z. B. durch

  • den Einbau von einbruchhemmenden Fenstern und Türen,
  • den Einbau von Bewegungsmeldern mit Flutlicht-Strahlern sowie
  • ein sicherheitsbewusstes Verhalten.

Polizei rät zu zertifizierten Fenstern und Türen

Alte oder beschädigte Fenster und Türen sind für Einbrecher besonders anziehend und sollten daher ausgetauscht werden. Für den Privatbereich empfiehlt die Polizei nach DIN EN 1627 oder DIN V ENV 1627 zertifizierte Modelle, die mindestens der Widerstandsklasse RC 2 bzw. WK2 entsprechen. Diese wurden einer praxisgerechten Einbruchprüfung unterzogen und halten einfachen Werkzeugen wie Schraubendreher, Zange oder Keil stand.

Die sechs Widerstandsklassen und ihre Schutzwirkung im Überblick:

einbruchschutz_widerstandsklassen

Was zeichnet sichere Fenster und Türen aus?

Einbruchhemmende Fenster, Balkon- und Terrassentüren zeichnen sich durch eine besonders sichere Ausstattung aus. Dazu gehören vor allem:

  • Pilzkopfzapfen-Beschläge,
  • einbruchhemmende Verglasung und
  • abschließbare Fenstergriffe.

Gut zu wissen

        Bei einbruchsicheren Türen bestehen Türblatt, Zarge, Schloss und Beschlag „aus einem Guss“. Dadurch ist sichergestellt, dass es in der Gesamtkonstruktion keinen Schwachpunkt gibt.

Woran erkenne ich geprüfte Fenster und Türen?

Einbruchsichere Fenster und Türen unterliegen regelmäßigen Qualitätskontrollen durch unabhängige Prüfinstitute wie die DIN CERTCO Gesellschaft für Konformitätsbewertung mbH oder die VdS Schadenverhütung GmbH. Achten Sie daher beim Kauf von Türen und Fenstern auf die folgenden Zeichen:

fenster_pruefstellen

Was kosten Sicherheitsfenster und -türen?

Die Preise für Fenster und Türen mit Sicherheitsausstattung variieren je nach Material, Größe, Einbausituation und Widerstandsklasse. Für ein Kunststofffenster in üblicher Größe (1,23 m x 1,48 m) sollten Sie zwischen 700 und 1.000 Euro einplanen, wenn es der Widerstandsklasse RC 2 entsprechen soll. Eine einfache Haustür mit Aluminium-Türblatt und Sicherheitsausstattung der Widerstandsklasse RC 2 kostet zwischen 3.000 und 5.000 Euro.

Achtung

      Zusätzlich müssen Sie aber stets noch die Kosten für den fachgerechten Einbau einplanen. Denn einbruchhemmende Fenster und Türen erfüllen Ihren Zweck nur dann, wenn sie sachgemäß montiert werden. Vergleichen Sie daher die Angebote mehrere Fensterexperten und lassen Sie sich eingehend beraten, um das ideale Produkt zum besten Preis zu erhalten.

Mit der KfW-Förderung sparen Sie bis zu 1.500 Euro

Seit dem 19. November 2015 können Mieter und Hauseigentümer Zuschüsse für einbruchhemmende Maßnahmen erhalten, wie z.B.

  • den Einbau/Austausch von sicheren Fenstern und Türen,
  • die Installation von Alarm- und Einbruchmeldeanlagen,
  • den Einbau von Rollläden, Fenstergittern und Gegensprechanlagen,
  • den Einbau von elektronischen Antriebssystemen für Rollläden und
  • das Nachrüsten einbruchhemmender Produkte, z. B. Zusatzschlösser.

Die Zuschüsse betragen zwischen 200 und 1.500 Euro und  müssen über die Förderprogramme „Altersgerecht Umbauen“ und „Energieeffizient Sanieren“ der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) beantragt werden. Zudem können Sie die Handwerkerkosten gemäß § 35a (EStG ) in Ihrer Steuererklärung geltend machen.

kfw-einbruchschutz

© KfW 2015

 

Welche Sicherheitsmaßnahmen kann ich außerdem treffen?

Möchten Sie Ihre vorhandenen Fenster und Türen nicht austauschen oder wollen Sie sich zusätzlich schützen, können Sie spezielle Nachrüst-Sicherungen anbringen.

Verschließbare Fenster- und Türgriffe

fenstergriff_verschliessbarEinbrecher dringen meist über Fenster, Balkon- oder Terrassentüren ein. Daher sollten Sie diese mit Schlössern und verschließbaren Griffen aufrüsten. Gute Schlösser gibt es z. B. von ABUS und Burg Wächter – das ist das Testergebnis der Stiftung Warentest: Acht einbruchhemmende Nachrüst-Produkte für Fenster und Fenstertüren sowie fünf verschließbare Fenstergriffe hat das Verbrauchermagazin in Ausgabe 5/2014 untersucht. Das Fenster- und Türgriffschloss ABUS FO 400 (Testsieger, Note „Sehr gut“) und die Fenstersicherung Burg Wächter WX 4 W SB (Note „Gut“) bieten demnach den besten Widerstand gegen Aufdrücken und Aufbrechen.

Beschläge

fenster_beschlaegeHaben Ihre Fenster einfache Metallbeschläge? Dann empfiehlt es sich, diese gegen DIN-geprüfte Pilzkopfzapfen-Beschläge (s. DIN 18104 Teil 2) auszutauschen. Diese sichern Ihr Fenster gleich an mehreren sensiblen Stellen: Die Pilzkopfzapfen werden an unterschiedlichen Stellen des Fensterflügels angebracht. Beim Schließen des Fensters verhaken sie sich dann in der Montageplatte des Fensterrahmens. Dadurch sind Fensterrahmen und -flügel fest miteinander verbunden und das Fenster lässt sich nicht mehr so einfach aushebeln.

Türsicherung

tuersicherungenAls zusätzliche Barriere können Sie einen Querriegel, ein Stangenschloss oder eine Bandsicherung an der Haus- oder Wohnungstür anbringen. Mit dem Querriegelschloss ABUS PR2700 (Note „Sehr gut“), dem Econ Stangenschloss VSBR (Note „Gut“) und der Bandsicherung IKON 9M08 (Note „Sehr gut“) sind Sie auf der sicheren Seite. Alle drei Türsicherungen überzeugen im aktuellen Test der Stiftung Warentest (Ausgabe 1/2016) mit „sehr guter“ Einbruchhemmung.

 

Achtung

      Die Kastenschlösser hingegen fallen mit der Note „Mangelhaft“ durch: Bei allen Testkandidaten ließen sich die Schließzylinder einfach herausziehen und die Sperrbügel leicht aushebeln. Diese Schlösser bieten also keinen guten Zusatzschutz.

Rollläden

rolllaedenRollläden schützen nicht nur vor Sonne und neugierigen Blicken, sondern auch vor Langfingern – sofern sie über eine Hochschiebesicherung verfügen oder als Gesamtelement nach DIN EN 1627 geprüft wurden und die Widerstandsklasse RC 2 bzw. WK 2 erfüllen. Prüfen Sie also, ob Diebe Ihre Rollläden von außen hochschieben können. Falls ja, rüsten Sie eine Hochschiebesicherung nach. Bei einer Neuanschaffung empfehlen sich geprüfte und zertifizierte Rollläden.

Alarmanlage

alarmanlageAlarm- bzw. Einbruchmeldeanlagen (EMA) dienen in erster Linie der Abschreckung. Nähert sich eine unbefugte Person Ihrem Haus, wird durch einen Bewegungsmelder der Alarm ausgelöst. Achten Sie bei der Auswahl einer Alarmanlage darauf, dass diese gemäß DIN EN 45011 geprüft und zertifiziert wurde und die VdS-Klasse A erfüllt. Lassen Sie die Alarmanlage unbedingt durch einen Fachmann anbringen, warten und instand halten, denn nur eine fachgerechte installierte Anlage schützt Sie richtig. Stellen Sie außerdem sicher, dass die Alarmanlage mit einer 24-Stunden besetzten Serviceleitstelle verbunden ist, die im Ernstfall rechtzeitig Hilfe schickt.

Bewegungsmelder

bewegungsmelderEinbrecher bevorzugen dunkle Ecken. Sorgen Sie also überall für ausreichend Licht. Besonders stromsparend und effektiv sind Bewegungsmelder mit Flutlicht-Strahlern, denn diese leuchten dunkle Stellen großflächig aus, sobald sich jemand nähert. Darüber hinaus sollten Sie Zugangswege und schlecht einsehbare Bereiche dauerhaft beleuchten. Setzen Sie hier auf effiziente und wartungsarme LED-Lampen.

5 einfache Tipps gegen Einbrecher

  • Wenn Sie Haus oder Wohnung verlassen, schließen Sie Ihre Haustür. Lassen Sie Fenster, Balkon- oder Terrassentüren nicht auf Kipp stehen.
  • Sind Sie längere Zeit nicht zu Hause, bitten Sie Nachbarn, Freunde oder Verwandte, regelmäßig nach dem Rechten zu schauen und den Briefkasten zu leeren.
  • Über eine Zeitschaltuhr können Sie Radio, Fernseher und Licht in unregelmäßigen Abständen ein- und ausschalten. So täuschen Sie Ihre Anwesenheit vor.
  • Bringen Sie die Leiter in die Garage oder schließen Sie diese an einem Baum oder einem Gitter an. Andernfalls ist sie ein gutes Hilfsmittel für Einbrecher.
  • Schalten Sie den Strom an der Außensteckdose ab, damit Einbrecher keine Stromquelle zur Verfügung haben.

Schieben Sie Einbrechern einen Riegel vor

Im Jahr 2014 ist die Zahl der Einbrüche erneut angestiegen. Rüsten Sie also Ihr Zuhause mit einbruchsicheren Fenstern und Türen oder spezieller Sicherheitstechnik auf – so schieben Sie einem Einbruch den Riegel vor. Lassen Sie sich dabei von einem Fachbetrieb unterstützen, denn alle Sicherheitsmaßnahmen erfüllen ihren Zweck nur dann, wenn Sie sachgemäß installiert werden.

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