Einbruchschutz für Firmen

So schützen Sie Ihr Unternehmen vor Einbrechern

19.02.2016 11:45:25

Allein im Jahr 2014 registrierte die Polizei 152.123 Einbrüche – damit wird im Schnitt etwa alle 2 Minuten in Deutschland eingebrochen. Die dabei entstandenen Schäden belaufen sich auf ca. 490 Millionen Euro. Dennoch vernachlässigen viele Unternehmen den Einbruchschutz. Wir sagen Ihnen, wie Sie Ihre Büro- und Verkaufsräume vor Diebstahl schützen.

Einbruch und Diebstahl machen nicht nur dem Handel zu schaffen. Auch kleine und mittelständische Unternehmen wie Handwerksbetriebe und Dienstleister sind gefährdet – denn Mobiltelefone, Notebooks und Monitore sind für Einbrecher lukrativ. Ihre Geschäftsinhaltsversicherung  schützt Sie zwar vor den finanziellen Folgen eines Diebstahls, aber nicht vor dem Verlust von wichtigen Daten wie Aufträge, Rechnungen oder Adressen. Daher sollten Sie Ihr Unternehmen umfangreich sichern, nämlich

  • mechanisch,
  • elektronisch und
  • organisatorisch.

Mechanische Sicherung durch einbruchhemmende Elemente

Herkömmliche Fenster und Türen bieten in der Regel keinen mechanischen Einbruchschutz. Dadurch lassen sie sich mit einfachstem Werkzeug in wenigen Sekunden aufhebeln. Gleiches gilt für Rollläden und Rollgitter ohne Hochschiebesicherung. Beugen Sie daher vor und rüsten Sie um auf

  • einbruchhemmende Fenster mit abschließbaren Griffen,
  • einbruchhemmende Türen und Tore sowie
  • Rollläden und Rollgitter mit Hochschiebesicherung.

Achtung! Alle Elemente sollten nach DIN EN 1627 bzw. DIN V ENV 1627 geprüft und zertifiziert sein. Die erforderliche Widerstandsklasse ist abhängig von der Lage des Objektes, dem zu schützenden Sachwert und der Zeit zwischen dem Auslösen des Alarms und dem Eintreffen der Sicherheitskräfte (Interventionszeit).

Die sechs Widerstandsklassen und ihre Schutzwirkung im Überblick:

fenster_widerstandsklassen

 

Die Widerstandsklasse RC 2 bspw. bietet einen guten Einbruchschutz und eignet sich für kleine Betriebe mit geringen Werten. Für größere Unternehmen mit höheren Werten empfehlen sich die Widerstandsklassen RC 3 und RC 4. Diese bieten einen deutlich besseren Schutz, auch gegen professionellere Täter. Insgesamt gibt es sechs Widerstandklassen. Die Widerstandsklasse RC 6 hat dabei die höchste Schutzwirkung. Kellerfenster, Fenster von Lagerräumen, Schaufenster und Lichtkuppeln können Sie zusätzlich mit nach DIN  18106 geprüften und zertifizierten Gittern sichern.

Daran erkennen Sie einbruchhemmende Elemente

Einbruchhemmende Elemente unterliegen ständigen Qualitätskontrollen durch unabhängige Prüfinstitute. Sie erkennen diese an Siegeln wie VdS, DIN CERTCO oder PIV CERT. Achten Sie daher beim Kauf von Türen und Fenstern auf die folgenden Zeichen:

fenster_pruefstellen
Dennoch sollten Sie sich eingehend von einem Fachmann beraten lassen und die Angebote mehrerer Fensterexperten vergleichen, um das ideale Produkt zum besten Preis zu erhalten. Auch den Einbau bzw. Austausch von Fenstern, Türen und Rollläden sollten Sie von einem Fachmann durchführen lassen – denn was nicht sachgemäß montiert ist, hält auch keinem Einbruch stand.

Elektronische Sicherung des Gebäudes

Neben der mechanischen Sicherung empfiehlt sich auch eine elektronische Sicherung des Gebäudes mittels einer nach DIN EN 45011 geprüften und zertifizierten

  • Alarm- bzw. Einbruchmeldeanlage (EMA) und
  • Videoüberwachungsanlage (VÜA) sowie
  • ausreichender Beleuchtung.

Alarmanlage garantiert schnelle Hilfe

alarmanlage_gewerbeDie unabhängige Prüfinstitution VdS Schadenverhütung GmbH unterteilt Alarm- bzw. Einbruchmeldeanlagen in die Klassen A, B und C. Für den gewerblichen Bereich empfehlen sich je nach Einbruchrisiko die Anlagen der VdS-Klassen B oder C. Die nötige Sicherungsklasse richtet sich nach der Höhe des Versicherungswertes und der Betriebsart. Für Geschäfte und Betriebe gelten die Sicherungsklassen gemäß dem Betriebsartenverzeichnis VdS 2559.

 

Alle Klassen gemäß VdS 2559 in der Übersicht:

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Lassen Sie die Alarmanlage durch einen Fachmann anbringen. Stellen Sie sicher, dass die Alarmanlage mit einer 24-Stunden besetzten Notruf- und Service-Leitstelle verbunden ist, damit diese im Notfall zeitnah die richtigen Maßnahmen treffen kann.

Videoüberwachung und rechtliche Grundlagen

videoueberwachung_gewerbeEine Videoüberwachungs-Anlage soll potentielle Täter abschrecken und im Einbruchsfall die Täterermittlung erleichtern. Doch bevor Sie eine Videokamera durch eine Fachfirma installieren lassen, prüfen Sie, ob dies auch rechtlich zulässig ist: So ist die Videoüberwachung nicht öffentlicher Bereiche ohne Zustimmung der durch die Überwachungsmaßnahme betroffenen Personen wie Mitarbeiter nicht erlaubt. Außerdem müssen Sie auf die Überwachung aufmerksam machen, z. B. durch ein Hinweisschild an gut sichtbarer Stelle. Die erhobenen Daten dürfen Sie nicht für andere Zwecke nutzen.

Gut zu wissen: Ein Einbrecher hat einen Hausbesitzer verklagt, weil dieser ihn beim Einbruch in sein Haus gefilmt hat. Der Europäische Gerichtshof hat dem Einbrecher Recht gegeben. Die Kamera war nämlich auf die Straße gerichtet, sodass der Täter bereits am Gartenzaun gefilmt wurde. Der Hausbesitzer hat also die Öffentlichkeit gefilmt und somit die Persönlichkeitsrechte des Einbrechers verletzt.

Bringen Sie Licht ins Dunkel

bewegungsmelder_gewerbeDunkle, schlecht einsehbare Bereiche wirken einladend auf Einbrecher und sollten deshalb ausreichend beleuchtet werden. Setzen Sie hier auf Bewegungsmelder mit Strahlern und stromsparende LED-Lampen.

 

 

Tipp der Redaktion

      Zur elektronischen Sicherung eines Gebäudes bedarf es Fachwissen und Erfahrung. Nur ein Profi kann Ihnen aufzeigen, welche Sicherheitstechnik für Ihr Unternehmen die richtige ist. Lassen Sie sich daher unbedingt von einem erfahrenen Fachmann beraten.

Organisatorische Sicherung durch Sie

Die mechanische und die elektronische Sicherung erfüllen ihren Zweck nur in Kombination mit der organisatorischen Sicherung. Denn was nützen Ihnen einbruchhemmende Fenster und Türen, wenn diese nach Feierabend offen stehen? Und wie zuverlässig ist eine Alarmanlage, wenn diese nicht regelmäßig gewartet wird? Sorgen Sie also dafür, dass

  • Ihre Mitarbeiter verantwortungsbewusst handeln,
  • Eingangsbereiche durch Zutritts-Kontrollen gesichert sind und
  • die Sicherheitstechnik regelmäßig gewartet und instand gehalten wird.

Darüber hinaus können Sie Ihr Unternehmen über Nacht und an den Wochenenden von einem Sicherheitsdienst überwachen lassen.

Tipp der Redaktion

      Wichtige Unterlagen und besondere Wertgegenstände sollten Sie in einem nach DIN EN 1143-1 geprüften und zertifizierten Tresor aufbewahren. Achten Sie darauf, dass dieser mit der VdS- oder ECB S-Prüfplakette versehen ist und den erforderlichen Sicherheitsgrad erfüllt. Weiterhin sollte der Tresor fachgerecht eingebaut und massiv verankert werden.

Datensicherung nicht vergessen!

Schwerwiegender als der Hardware-Diebstahl ist der damit verbundene Datenverlust. Wichtige Informationen, Dokumente und Kontakte sind meist für immer weg.

datensicherung

Zudem können fachkundige Diebe auf Ihre Daten zugreifen und diese missbrauchen. Dementsprechend sollten Sie:

  1. den Zugriff auf sensible Daten unmöglich machen, indem Sie diese verschlüsseln
  2. Ihre Daten regelmäßig sichern und an einem gesonderten Ort aufbewahren
  3. die Computer und die Notebooks für eine Wiedererkennung kennzeichnen, z. B. mit künstlicher DNA
  4. die Computer fest am Tisch montieren
  5. die Notebooks nach Feierabend in speziellen Sicherungsschränken aufbewahren

Erschweren Sie Einbrechern die Arbeit

Die Zahl der Einbrüche nimmt weiterhin zu. Sensibilisieren Sie Ihre Mitarbeiter für das Thema Einbruchschutz und rüsten Sie Ihr Unternehmen mit spezieller Sicherheitstechnik sowie einbruchhemmenden Fenster und Türen auf. Damit erschweren Sie Einbrechern die Arbeit. Lassen Sie sich dabei von einem erfahrenen Fachmann beraten und unterstützen, denn die Sicherheitsmaßnahmen wirken nur dann, wenn Sie sachgemäß durchgeführt werden.

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