Einfache Wartung für eine lange Lebensdauer

So machen Sie Türen und Fenster wieder fit

21.07.2014 17:02:10

Haustüren und Fenster unterliegen durch den alltäglichen Gebrauch einem relativ hohen Verschleiß. Sie zeichnen sich neben der Optik vor allem durch ihre Funktionalität aus. Aus diesem Grund reicht es oft nicht aus, abgenutzte Stellen nur oberflächlich zu erneuern. Wir zeigen Ihnen, wie Sie kleine Schäden und Schönheitsfehler bei Haustüren und Fenstern mit wenigen Handgriffen selbst beheben können und mit welchen Wartungen und Pflegearbeiten Sie Schäden dauerhaft vorbeugen.

Reparaturtipp 1: Holzschäden reparieren

Bei den täglichen Belastungen, denen Fenster und Türen ausgesetzt sind, können besonders an Holztüren und -fenstern Schäden wie Kratzer und Dellen auftreten. Diese lassen sich in der Regel mit dem richtigen Material und geringem Zeitaufwand schnell und einfach selbst ausbessern. Führen Sie die Arbeiten mindestens einmal jährlich durch.

Schritt 1: Schleifen Sie die schadhafte Stelle mit einem feinen Schleifpapier der Körnung 180 bis 240 und einem Schleifklotz sorgfältig ab. Ein ergonomischer Schleifklotz kostet rund 7,50 Euro. Ein herkömmlicher Holzblock erfüllt als Schleifklotz allerdings auch seinen Zweck.

Mit Schleifklotz schleifen

Schritt 2: Bessern Sie kleinere Kratzer anschließend mit einem Retuschierstift oder Möbelpolitur und tiefere Schäden mit farblich passendem Wachskitt oder Holzpaste aus. Alle Materialien kosten zwischen 3,50 und 10 Euro und sind im Fachhandel erhältlich. Tragen Sie die Holzpaste oder den Kitt mit einem Kunststoffspachtel auf. Das benötigte Zubehör erhalten Sie im Baumarkt.

Schritt 3: Sobald die ausgebesserte Stelle gut getrocknet ist, können Sie diese eben schleifen und nach Bedarf polieren.

Holzriss kitten

Reparaturtipp 2: Porösen Fensterkitt ausbessern
und Dichtungen tauschen

Fensterkitt austauschen

Vor allem Holzfenster in Altbauten oder älteren Gartenlauben sind häufig mit Fensterkitt gedämmt. Durch Witterungseinflüsse kann dieser mit der Zeit porös werden, reißen und sich ablösen. Das Fenster wird dadurch nicht nur undicht, die bröckeligen Stellen sehen zudem auch unschön aus.

Fensterkitt entfernen

Schritt 1: Entfernen Sie zunächst den alten Kitt. Das geht am besten, wenn Sie diesen mit einer Heißluftpistole leicht erwärmen und dann mit einem Spachtel vorsichtig ablösen.

 

Schritt 2: Wenn der alte Kitt vollständig entfernt ist, können Sie den Holzrahmen entlang der Falz mit einem Leinhalböl bestreichen. Lassen Sie das Öl gut trocknen.

Fensterkitt auftragenSchritt 3: Kleben Sie den Rahmen anschließend sorgfältig mit Kreppband ab. Kneten Sie den Kitt zuerst weich und formen eine Rolle, die Sie anschließend an der Falz entlang mit einem Messer eindrücken. Alternativ können Sie auch modernen synthetischen Kitt verwenden. Dieser kann mit einer Druckpistole auf die Falz aufgetragen werden. Beide Kitt-Arten sind ab etwa 4,50 Euro für 400 Gramm im Baumarkt erhältlich. Natürlicher Leinölkitt hat eine Trockenzeit von zwei Wochen, synthetischer Kitt benötigt lediglich ein bis zwei Tage um auszuhärten.

Gummidichtungen austauschen

Auch Gummidichtungen an Türen und Fenstern sollten Sie mindestens einmal jährlich überprüfen. Spröde oder gar beschädigte Dichtungen sollten komplett ausgetauscht werden, da sich sonst Schimmel bilden kann. Durch die Schwachstellen entsteht außerdem ein hoher Energieverlust. Holzfenster werden häufig zusätzlich mit Schaumstoffbändern abgedichtet. Auch diese sollten Sie bei Bedarf austauschen.

Schritt 1: Die Dichtungen lassen sich leichter austauschen, wenn das Fenster im Vorfeld abmontiert wird.

Fensterdichtung entfernen

Schritt 2: Im zweiten Schritt können die alten Dichtungen entfernt werden, indem Sie diese von einer Seite vorsichtig aus der Nut ziehen.

 

Schritt 3: Anschließend können Sie die neue Dichtung in die Nut einfügen. Um einen optimalen Sitz zu garantieren, sollten Sie die Dichtungen an den Ecken mit einer sogenannten Gehrungszange passgenau zuschneiden. Sie erzeugt einen dreieckigen Ausschnitt. Im Anschluss kann die Dichtung einfach um die Ecke des Tür- oder Fensterrahmens gelegt werden.

Dichtungen einsetzen

Tipp der Redaktion

Um Dichtungen geschmeidig zu halten und ihre Lebensdauer zu verlängern, können Sie diese mit handelsüblicher Vaseline einreiben.
Steffen Prokop

Reparaturtipp 3: Lack und Lasur – Ein neuer Anstrich lässt Türen und Fenster strahlen

Haustür streichenUnterschiedliche Wettereinflüsse können Holzfenstern mit der Zeit stark zusetzen. Feuchtigkeit lässt den Rahmen aufquellen und der Lack splittert mit der Zeit ab. Um die Langlebigkeit der Fenster zu erhalten, ist es daher unerlässlich, dem Rahmen regelmäßig die nötigen Reparaturen und Ausbesserungen zukommen zu lassen. Ein regelmäßiger Neuanstrich schützt das Material vor langfristigen Schäden etwa durch Schimmel und lässt die Elemente dauerhaft neuwertig aussehen. Als Faustregel gilt: Bei lackierten Fenstern und Türen kann alle 4 bis 8 Jahre sowie bei lasierten Holzfenstern und Türen alle 2 bis 4 Jahre ein Neuanstrich vorgenommen werden. Mit dieser Pflege haben Holzfenster und -türen in der Regel eine Lebensdauer von 30 bis 50 Jahren. Oft halten die Elemente sogar über 60 Jahre.

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Lackieren

 

Schritt 1: Hängen Sie im ersten Schritt die Fensterflügel aus. Das erleichtert die nachfolgenden Arbeiten. Entfernen Sie, wenn möglich, auch die Fenstergriffe und Armaturen.

Vorbereitungen

Schritt 2: Entfernen Sie den Altlack mit einer speziellen Lösung und einem Spatel. 750 Milliliter Lacklöser der Firma FLT sind für rund 12 Euro im Fachhandel oder im Baumarkt erhältlich. Der Lacklöser wird mit einem Pinsel aufgetragen und muss kurz einwirken. Anschließend kann der gelöste Altlack leicht mit dem Spatel entfernt werden. Schleifen Sie den Rahmen nachdem er getrocknet ist sorgfältig mit einem groben Schleifpapier der Körnung 100 bis 180 ab. Entfernen Sie den entstandenen Staub mit einem feuchten Tuch.

Altlack entfernen

Schritt 3: Kleben Sie nicht entfernte Griffe und Glasflächen entlang des Rahmens mit einem breiten Malerkrepp ab. Passendes Kreppband gibt es, je nach Hersteller, ab circa 2,50 Euro im Baumarkt.

Fensterrahmen abkleben

Schritt 4: Anschließend können Sie die Grundierung auftragen. 750 Milliliter Grundierung der Firma Sigma kosten rund 19 Euro im Fachhandel. Lassen Sie die Grundierung gut trocknen und schleifen Sie den Rahmen anschließend noch einmal mit einer feinen Körnung an, bevor Sie mit dem nächsten Arbeitsschritt beginnen. Der Rahmen wird nochmals angeraut und die nachfolgende Lackierung kann so besser haften. Entstandener Staub sollte vor dem Lackanstrich entfernt werden.

Schritt 5: Nun kann der Tür- bzw. Fensterrahmen lackiert werden. Tragen Sie den Lack in 2 bis 3 Schichten möglichst dünn und gleichmäßig auf und führen Sie, nachdem die einzelnen Schichten getrocknet sind, einen Zwischenschliff durch. Entfernen Sie immer den entstandenen Staub. Der Schlussanstrich wird nicht noch einmal abgeschliffen.

Fensterrahmen lackieren

Schritt 6: Nachdem der Lack vollständig getrocknet ist, entfernen Sie die Klebestreifen und montieren die Profile wieder an.

Tipp der Redaktion

Auch Kunststofffenster können Sie im Prinzip selbst streichen. Da diese jedoch in der gesamten Wartung und auch in ihren Funktionen komplexer sind, empfiehlt es sich auch bei den meisten kleinen Reparaturen, einen Fachmann hinzuzuziehen. Bei falschem Anstrich kann die Funktionalität nämlich beeinträchtigt werden.
Steffen Prokop

LasierenLasieren

 

Lasuren

Spezielle Wetterschutz- und
Dickschichtlasuren sind
auf die regelmäßige Pflege
von Fenstern und Türen
abgestimmt

Fenster und Türen sind sogenannte maßhaltige Bauteile und müssen daher mit einer speziellen Dickschichtlasur bearbeitet werden. Eine Lasur basiert im Gegensatz zu lösemittelbasiertem Lack auf einer pflegenden Öl-Basis. Die Holzoptik bleibt auch nach der Lasur erhalten. Spezielle Fenster- und Türlasuren geben den Bauteilen den nötigen Witterungsschutz und werten diese optisch auf. 750 Milliliter Fenster- und Türenlasur kosten im Baumarkt rund 7 Euro. Verwenden Sie bevorzugt wasserverdünnbare und schadstoffarme Produkte und nutzen Sie zum Auftragen einen Pinsel mit Kunststoffborsten. Bei der Durchführung können Sie sich an der Lackieranleitung orientieren.

 

Reparaturtipp 4: Mechanik ölen und schmieren

Die Schließelemente und Scharniere von Türen und Fenstern müssen regelmäßig gewartet werden. Viele Hersteller setzen eine jährliche Schmierung der Scharniere für die Gewährleistung voraus. Zur Schmierung wird in der Regel handelsübliches Beschlagsöl eingesetzt. Das Öl erhält die Funktionalität der beweglichen Teile und schützt Beschläge und Scharniere vor Abnutzung und Korrosion. Eine regelmäßige Wartung verhindert, dass die betreffenden Teile quietschen und zu rosten beginnen. 100 Milliliter Beschlagsöl der Marke Fenosol sind ab 6,80 Euro im Fachhandel oder im Baumarkt erhältlich.

Schritt 1: Bei Haustüren müssen vor allem der Türriegel und die Türfalle regelmäßig gefettet sowie der Schließzylinder geschmiert werden. Vor dem Einfetten sollten Sie die betreffenden Riegel des Schlosses komplett ausfahren, indem Sie die Tür im geöffneten Zustand verriegeln.

Schließanlagen

Schritt 2: Vergessen Sie nicht, auch den Schließzylinder zu schmieren. Im Schließzylinder sitzt das Tür- beziehungsweise Fensterschloss. Benutzen Sie dazu ausschließlich Graphitpulver. Dieses ist ab circa 5 Euro im Fachhandel erhältlich.

Schließzylinder

Schritt 3: Anschließend können Sie die Riegel des Schlosses wieder einfahren, indem Sie die Tür wieder entriegeln.

Schritt 4: Ölen Sie auch die Scharniere einmal im Jahr mit Beschlagsöl.

Schmieren der Scharniere

Eine regelmäßige Schmierung der Scharniere
erhält die Funktionstüchtigkeit und verhindert
Rostbildung

 

Reparaturtipp 5: Neue Griffe und Schlösser

Sogenannte Türdrückergarnituren bestehen aus einer Türklinke inklusive neuer Beschläge, die sich leicht austauschen lassen. Eine beiliegende Schablone erleichtert das Vorzeichnen der späteren Bohrlöcher. Die Kosten für eine solche Garnitur belaufen sich, je nach Modell, auf 25 bis 100 Euro.

Griffe und Schlösser

Komplette Türgarnituren sind kostengünstig und einfach zu montieren

 

Schritt 1: Montieren Sie zuerst die alten Beschläge ab. Lösen Sie dazu die Verschraubung der alten Drückergarnitur.

Schritt 2: Anschließend kann direkt der neue Beschlag montiert werden. Befestigen Sie anschließend die mitgelieferten Schrauben und ziehen Sie auch diese sorgfältig fest.

Griffe montieren

 

Tipp der Redaktion

Achten Sie beim Austausch darauf, dass das neue Griffmodell ungefähr die gleiche Größe hat wie der vorherige Türgriff. So können die bereits vorhandenen Bohrlöcher auch für den neuen Beschlag genutzt und leichter montiert werden. Die neue Garnitur sollte die alten Bohrlöcher verdecken.
Steffen Prokop

Fenster und Türen selbst warten nach Maß

Regelmäßige Wartungsarbeiten verleihen Ihren Türen und Fenstern eine hohe Lebensdauer. Mit der richtigen Pflege und einer angemessenen Wartung können Sie die zeitlichen Abstände zwischen anfallenden Reparaturen verkürzen. Neben funktionalen Vorteilen werten die richtigen Reparaturen die Bauteile auch optisch auf. Für die meisten Handgriffe ist kein Fachbetrieb nötig. Sie lassen sich mit etwas handwerklichem Geschick und der richtigen Anleitung einfach und schnell selbst durchführen.

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