Intelligente Haushaltshelfer oder viel Lärm um Nichts?

Fensterputzroboter auf der IFA 2014

26.09.2014 10:06:31

Die IFA 2014 begeisterte seine mehr als 200.000 Besucher nicht nur mit den üblichen Lieblingen Fernseher und Smartphone, sondern hinterließ besonders im Sektor der Hauselektronik einen bleibenden Eindruck. Ein Publikumsmagnet waren Fensterputzroboter.

Robotik für den privaten Haushalt mag noch ein recht junges Thema sein. Und doch sorgt es zunehmend für Interesse bei gestressten Hausmännern und -frauen. Galten Hilfsmittel wie Saug- oder Fensterputzroboter anfangs noch als Luxusspielzeuge, kann man heute mit einer Investition von wenigen Hundert Euro eine solche Wundermaschine sein Eigen nennen. Käuferportal hat auf der IFA 2014 die Fensterputzroboter eines chinesischen Herstellers unter die Lupe genommen.

Fensterputzroboter Bestandteile

Fensterputzroboter Bestandteile © Käuferportal

 So funktioniert der Fensterputzroboter

Fensterputzroboter Sensoren Funktionsweise

Fensterputzroboter Sensoren Funktionsweise © Käuferportal

Eine rahmenlose Glasscheibe mit den Ausmaßen eines mittelgroßen Fensters dient als Anschauungsfläche für den Fensterputzroboter. Der an eine Mischung aus Ufo und Cyborg-Käfer erinnernde Saugroboter hält sich mithilfe seiner Vakuumpumpe an der Scheibe fest. Auf Antriebsketten und einer sich drehenden Scheibe bewegt er sich am Glas entlang  – bis zu 7 Zentimeter Weg legt der Saugroboter pro Sekunde zurück. Auch wenn die Bewegungen auf den ersten Eindruck unbeholfen aussehen mögen, sie haben System: Sensoren am Fensterputzroboter messen vor Einsatzbeginn die Größe der Fensterfläche, woraus automatisch der optimale Reinigungsweg errechnet wird. Breite Fenster fährt der Roboter in einer Z-Form ab, für schmale Fenster bewegt er sich hingegen N-förmig. Zusätzliche Akkus schützen vor einem Absturz und so kann ein Stromausfall dem Fensterputzroboter nichts anhaben. Der auf der IFA vorgeführte Fensterputzroboter reinigt Fenster wahlweise trocken oder nass. Dabei beseitigt ein Mikrofasertuch an der Unterseite des Geräts die groben Verunreinigungen sowie eventuelle Schlieren. Die zusätzlich angebrachte Gummilippe entfernt sowohl feineren Schmutz als auch überschüssige Reinigungsmittel. Doch rechtfertigen diese Funktionen die Anschaffung eines Fensterputzroboters?

Revolutionierung des Haushalts?

Die Leistungsaufnahme von 35 Watt lässt eine ruhige Arbeitsweise vermuten. Die Betriebslautstärke allerdings erinnert mehr an einen alten Staubsauger, was größtenteils der Vakuumpumpe geschuldet ist. Hierbei handelt es sich um ein generelles Problem von Fensterputzrobotern, da die Entwicklung der Geräte noch in den Kinderschuhen steckt. Der auf der IFA 2014 vorgestellte Roboter steht somit exemplarisch für den derzeitigen Stand der Technik. Bedienen lässt sich der Fensterputzroboter mit wenigen Handgriffen: Einfach das Gerät an der Scheibe positionieren und einschalten, alles Weitere erledigt der Roboter von alleine. Wer auf ein Ende lästiger Fensterputzarbeit hofft, wird leider enttäuscht. Zwar eignet sich ein Fensterputzroboter neben Fensterscheiben auch für andere glatte Glasflächen wie Duschwände oder Glastische, die manuelle Reinigung von Fensterrahmen und Fensterbrettern ist jedoch nach wie vor erforderlich. Bei hartnäckigem Dreck gelangt der Fensterputzroboter schnell an seine Grenzen, ein Sensor zum automatischen Erkennen von Schmutz gehört nicht zur Ausstattung des Geräts.

Alternative zum Fensterputzroboter: Selbstreinigendes Glas

Stellt ein Fensterputzroboter  auch eine spannende und hilfreiche Erfindung dar, so prägen doch die negativen Eigenschaften das gewonnene Bild. Für die Zukunft ist deshalb vor allem auf steigende Effizienz und sinkenden Geräuschpegel des Haushaltshelfers zu hoffen. Wen die Arbeitsweise eines Fensterputzroboters nicht überzeugt, sollte sich diese interessante Alternative einmal genauer anschauen: selbstreinigendes Glas. Eine Titandioxid-Beschichtung auf der Glasoberfläche setzt bei der Reaktion mit UV-Licht aktiven Sauerstoff frei, wodurch organische Verschmutzungen von der Scheibe gelöst werden. Gleichzeitig verringert das Titandioxid die Oberflächenspannung von Regenwasser auf dem Fenster. Statt einzelner Tropfen entsteht ein Wasserfilm, der unter dem Schmutz entlangfließen und diesen dadurch entfernen kann. Steht in nächster Zeit ein Austausch der Fenster  an, lohnt es sich daher, bei der Auswahl selbstreinigende Fenster in Betracht zu ziehen. Die mühselige und laute Arbeit eines Fensterputzroboters würde man dann höchstens noch belächeln.

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