Alle 2 Minuten wird in Deutschland eingebrochen

Urlaubszeit ist Einbruchszeit: So sichern Sie Ihr Eigentum

26.08.2013 16:07:09

In Deutschland wird immer häufiger eingebrochen. Die beliebtesten Einstiegswege sind dabei Fenster, Haus- und Hintertüren. Wir zeigen Ihnen, mit welchen Maßnahmen Fenster und Türen sicherer gemacht werden und wie Sie selbst die Einbruchgefahr eindämmen können.

Einbruchsgefahr ist bei Fenstern besonders hoch (shinealight | Flickr.com)
Einbruchsgefahr ist bei Fenstern besonders hoch (shinealight | Flickr.com)

Einige Fakten und Zahlen

Die Zahl der Einbrüche steigt. Im vergangenen Jahr verzeichnete die Polizei knapp 9% mehr Einbrüche in deutsche Wohnungen als im Vorjahr – im Schnitt steigen Einbrecher alle 2 Minuten in Wohnhäuser ein. Mehr als die Hälfte der Einbrüche erfolgt über die Fenster, knapp 34% gelangen über das Aufhebeln der Haustür an ihre Beute. Dabei gibt es einiges, was Sie tun können, um das Einbruchrisiko zu minimieren.

Die durchschnittliche Einbruchsdauer beträgt meist nur wenige Minuten, wobei die Täter bei entsprechendem Widerstand bereits nach circa 5 Minuten aufgeben. Moderne Fenster und einbruchhemmende Türen bieten diesen Widerstand. Sie können in den Neubau integriert oder später nachgerüstet beziehungsweise ausgetauscht werden.

Fenster Beratung

So sichern Sie Fenster und Türen

Fenster und Türen werden nach der DIN EN 1627 zertifiziert und in 7 Widerstandsklassen (resistance) eingeteilt. Die Polizei empfiehlt Haus- und Wohnungsbesitzern den Einsatz von RC-2 oder RC-3-Fenstern. Die Sicherheitsvorkehrungen im Überblick:

  • Die Fensterrahmen werden im Mauerwerk verankert
  • Pilzkopfzapfen im Fensterbeschlag erschweren das Aufhebeln der Fenster
  • Abschließbare Fenstergriffe und Verrieglungen sorgen von innen für die nötige Sicherheit
  • Sicherheitsfolie schützt das Fensterglas zusätzlich vor Durchbruch
  • Rollladen mit Hochschiebehemmung halten einem Hochschiebedruck von bis zu 100 kg stand
  • Zeitschaltuhren oder Sonnensensoren fahren Rollläden und Jalousien automatisch hoch und runter; das Haus wirkt so auch in Ihrer Abwesenheit bewohnt
  • Einbruchhemmende Eingangstüren sollten ebenfalls der Widerstandsklasse 2 entsprechen
  • Nebeneingangstüren werden mit Querriegelschloss oder Schubriegeln gesichert
  • Alarmanlagen oder Bodensensoren schlagen bei Durchbruch der Fenster Alarm

Tipp der Redaktion

Von außen deutlich sichtbare Sicherheitsmaßnahmen wie Alarmanlagen, Bewegungsmelder oder vergitterte Kellerfenster schrecken Einbrecher nachweislich ab.
Katja Reichgardt

Risikobewusstes Verhalten kann vor Einbruch schützen

Mit rund 470 Millionen Euro haben die Kosten für Einbruchschäden ein Rekordhoch erreicht. Neben dem materiellen Schaden spielt für Einbruchopfer vor allem der Verlust des Sicherheitsgefühls eine wichtige Rolle. Die sichersten Fenstermodelle nützen nichts, wenn die Bewohner unachtsam sind. So können Sie selbst mit einigen Vorkehrungen für den richtigen Einbruchschutz sorgen:

  • Achten Sie auch bei kurzer Abwesenheit darauf alle Fenster, Terrassen- und Balkontüren zu schließen. Auch gekippte Fenster können von Einbrechern leicht geöffnet werden.
  • Türen nicht nur zuziehen, sondern immer verriegeln.
  • Urlauber können Verwandte oder Freunde darum bitten, regelmäßig die Rollläden hoch- und runterzulassen sowie den Briefkasten zu entleeren.
  • Mögliche Einstiegshilfen wie Leitern oder Mülltonnen vermeiden.
  • Schlüssel möglichst nicht in Wohnungsnähe verstecken.
  • Vorsicht vor Urlaubs-Einträgen in sozialen Netzwerken: Ungeschützte Onlineprofile enthalten oftmals auch Adressen.
  • Wertgegenstände vor neugierigen Blicken schützen und nicht in Fensternähe platzieren.

Tipp der Redaktion

Für alle, die auf Nummer sicher gehen wollen, bietet die Polizei persönliche und kostenlose Sicherheitsberatungen an. Die Polizisten überzeugen sich vor Ort von der Sicherheit aller Einstiegswege und empfehlen bei Bedarf die passenden Vorkehrungsmaßnahmen.
Katja Reichgardt
Die Hausratsversicherung kommt grundsätzlich für die Wiederbeschaffungskosten gestohlener Gegenstände auf. Wer zu leichtfertig mit der Sicherheit des Hauses umgeht, riskiert jedoch Abzüge. Einbruchsichere Fenster sollten deshalb in keinem Haushalt fehlen.

Die wichtigsten Informationen haben wir Ihnen noch einmal in einer Infografik zusammengestellt.

Infografik Einbruch Käuferportal

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