Gesunde Kochgewohnheiten:

Druckdämpfen mit dem Schnellkochtopf

18.02.2014 12:52:43

Eine gesunde Ernährung sollte eigentlich nicht schwer umzusetzen sein. Für immer mehr Menschen stellt es jedoch durchaus eine Herausforderung dar, sich ausgewogen zu ernähren. Im hektischen Alltag der meisten bleibt entweder kaum Zeit zum Kochen in der eigenen Küche, oder es fehlt die Lust, sich zum Selberkochen an den Herd zu stellen.

Schnellkochtopf
Schnellkochtopf (Oliver Hallmann | flickr.com)

Dabei lassen sich gesunde Mahlzeiten mithilfe von geeignetem Kochzubehör und der richtigen Kochmethode schnell und einfach selbst zubereiten: Mit einem Schnellkochtopf gelingen abwechslungsreiche Speisen innerhalb von wenigen Minuten, und geht das Kochen insgesamt leichter von der Hand.

Dem Essen Dampf machen – Turbo-Kochen im Dampfdrucktopf

Der Schnellkochtopf, auch als Dampfdrucktopf oder Kelomat bekannt, ist ein kleines Küchenwunder und die beste Lösung für die schnelle und dennoch gesundheitsbewusste Küche. In einem Schnellkochtopf lassen sich alle Gerichte garen, die in einem herkömmlichen, offenen Topf zubereitet werden. Merkliche Unterschiede ergeben sich aus dem speziellen Garverfahren – ebenso wie beim gewöhnlichen Dampfgaren im Dampfgarer werden die Lebensmittel in Wasserdampf unter Verwendung von geringer Garflüssigkeit, wenn man möchte sogar vollständig davon getrennt, al dente gekocht. Im Gegensatz zum Dampfgarer und Kochtopf erfolgt das Garen aufgrund des luftdicht verschlossenen Kochsystems bei höherem Druck und entsprechend höheren Siedetemperaturen. In einem konventionellen Topf können normalerweise maximal Temperaturen von 100°C erreicht werden, denn durch den entweichenden Wasserdampf verschwindet auch ein Teil der eingesetzten Energie ungenutzt. Im hermetisch verriegelten Schnellkochtopf kann der sich ausdehnende Dampf hingegen nicht austreten. Dadurch entsteht im Topfinneren ein Überdruck von ungefähr 0,8 bar (1,8 bar Absolut-Druck), der die Siedetemperatur des Wassers auf etwa 120°C ansteigen lässt. Der heiße Wasserdampf umschließt das Gargut und überträgt die Hitze effektiver als im normalen Kochtopf an dasselbe. Moderne Modelle eines Schnellkochtopfs sind zumeist mit mehreren regulierbaren Stufen für das Druckdämpfen wie etwa einer Schon- und Schnellkochstufe ausgestattet. Auch das Dampfgaren ohne Druck ist auf einer separaten Stufe mit Dampf- bzw. Siebeinsatz möglich.

Schnellkochtopf
Schnellkochtopf (Oliver Hallmann | flickr.com)

Weniger Zeitaufwand mit dem Schnellkochtopf

Ob Dämpfen, Dünsten, Schmoren, Einkochen, Entsaften oder Sterilisieren – Schnellkochtöpfe überzeugen durch vielseitige Einsetzbarkeit. Der besondere Vorteil beim Gebrauch eines Schnellkochtopfs liegt in den deutlich verkürzten Garzeiten, die aus der speziellen Dampfdrucktechnik resultieren. Das macht sich vor allem bei Speisen und Lebensmitteln bemerkbar, die sonst ein bis zwei Stunden Garzeit benötigen. Kartoffeln, Wurzelgemüse sowie einige Korn- und Hülsenfrüchte werden im Schnellkochtopf durchschnittlich in einem Drittel der üblichen Zeit fertig gegart. Durch die Verwendung von mehreren Dampfeinsätzen kann außerdem ein komplettes Gericht gleichzeitig in nur einem Topf vorbereitet werden (Etagenkochen). Eher weniger geeignet ist der Schnellkochtopf zum Aufwärmen, leicht anbrennbare oder schnell aufweichende Lebensmittel wie beispielsweise Reis und Nudeln vertragen das Druckdämpfen nicht. Kennt man die konkreten Garzeiten bestimmter Lebensmittel nicht, lohnt sich ein Blick auf diese Tabelle.

Wichtige Ausstattungsmerkmale

Das Angebot an Schnellkochtöpfen ist breit gefächert. Typisch für den Dampfdrucktopf sind der Bajonettverschluss, durch den Deckel und Topf druckfest verschlossen werden und ein luftundurchlässiger Dichtungsring aus Gummi im Deckel. Die Töpfe sind sehr dickwandig, sodass sie sich schnell aufheizen und die Hitze gut speichern können. Der Boden besteht aus einem durchgezogenen Stahlkern, der für alle Herdarten geeignet, wärmeleitend, verzugsfrei und temperaturbeständig ist. Hochwertige Schnellkochtöpfe glänzen durch ein ansprechendes Design, guten Bedienkomfort, geringen Reinigungsaufwand und strapazierfähige Materialien wie rostfreien Edelstahl oder Funktionskeramik. Beim Premium-Anbieter WMF finden sich sogar ganze Sets mit zwei Schnellkochtöpfen von unterschiedlicher Größe und einem Deckel, der auf beide Töpfe passt. Zu den weiteren bekannten Herstellern von Schnellkochtöpfen gehören Fissler, Silit und Tefal.

Beim Kauf eines Dampfdrucktopfes sollte man insbesondere auf die Sicherheitstechnik ein Auge werfen. Folgende Ausstattung sollte vorhanden sein:

  • eine Innenskalierung oder Füllstandsanzeige, die zur Orientierung beim Befüllen des Topfes dient
  • eine einwandfreie, nicht poröse und zu große Gummidichtung
  • ein ergonomischer Griff am Topf und ein Gegengriff (Bajonettgriffe) am Deckel, bestehend aus wärmeisolierendem Material
  • eine Notsicherung, die ein plötzliches Entweichen des Dampfdruckes verhindert
  • ein Regelventil, über das sich die Kochstufen einstellen lassen
  • ein makelloser Druckanzeiger (Kochventil), der sichtbar macht, in welcher Druckstufe sich der Schnellkochtopf gerade befindet und der gewährleistet, dass während des Kochens überschüssiger Druck entweichen kann
  • ein selbsttätiges Sicherheitsventil im Innern des Deckelgriffes, das dafür sorgt, dass der Innendruck einen vorgegebenen Wert nicht überschreitet
  • eine integrierte Restdrucksperre, durch die sich der Topf erst öffnen lässt, wenn er komplett drucklos ist
  • nachrüstbare Teile wie zusätzliche Deckel, Einsätze oder Timer für eine Erweiterung der Ausstattung

Darüber hinaus müssen Schnellkochtöpfe das erforderliche CE-Zeichen (oder veraltet, das GS-Zeichen) deutlich sichtbar eingraviert haben, das anzeigt, dass alle aktuellen, in der EU geltenden Sicherheits- und Produktnormen erfüllt sind. Je nach Anwendungszweck bzw. Kochmengen sollte der Schnellkochtopf zudem in der richtigen Größe bzw. mit entsprechendem Fassungsvermögen gewählt werden.

Kürzere Garzeiten, mehr Nährstoffe im Gargut

Der geringe Zeitaufwand bringt weitere Pluspunkte mit sich, die bei einer dauerhaften Nutzung des Schnellkochtopfs klar zum Vorschein treten:

  • Geruchsarmes Kochen: Beim Kochen im Schnellkochtopf entstehen keine Kochgerüche, da die Dämpfe im Topf bleiben und nicht nach außen dringen können.
  • Energiesparsames Kochen: Das Kochen im Schnellkochtopf ist wegen der kurzen Garzeiten recht energieeffizient und geht insofern mit einem erheblichen Sparpotential einher. Bis zu 60 Prozent Energie lassen sich bei langkochenden Gerichten sparen. Bei Gerichten, die weniger Garzeit brauchen, liegt die Energieeinsparung zwischen 30 und 40 Prozent. Zudem wird für das Dampfen und Dünsten viel weniger Wasser verbraucht. Mit einem Schnellkochtopf lässt sich folglich viel bares Geld in der Küche sparen.
  • Schonende Zubereitung: Dämpfen mit und ohne Druck schont die in Lebensmitteln enthaltenen Vitamine und Vitalstoffe, wie dieses pdf-Dokument verrät. Anders als in einem herkömmlichen Topf können Gemüse und Co. im Schnellkochtopf nicht auslaugen, da viel weniger Kochflüssigkeit verwendet wird und die Atmosphäre des Schnellkochtopfes vergleichsweise sauerstoffarm ist. Wasserlösliche Vitamine wie alle B-Vitamine, Vitamin C und Folsäure können nicht mit zu Dampf verdunstenden Wassermolekülen aus dem Topf entschwinden und bleiben dadurch eher im Gargut. Durch die kurzen, hoch temperierten Garzeiten, die bei Druck entstehen, bleiben hitzeempfindliche Vitamine wie auch auch das ursprüngliche Geschmacksaroma und die natürlichen Farben der Lebensmittel erhalten. Fettlösliche Vitamine wie die ganze Klasse der Carotinoide werden durch das Druckdämpfen häufig zudem erst für eine bessere Verwertung freigesetzt.
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