Volle Kraft in Richtung Zukunft

Windkraft

22.11.2012 10:09:40

Die Zeichen stehen auf Sturm. Laut dem Bundesverband für Windenergie wird Wind als Energieerzeuger immer begehrter. Windräder sind die wichtigste alternative Energieform in Deutschland, zu Lande (Onshore) und zu Wasser (Offshore).

Nicht jeder Wind weht gleich – Der Standort entscheidet

Die Produktivität eines Windrades ist besonders effektiv in der Nähe von Gewässern, denn dort herrscht ein anhaltender Wind. Die Rotoren kommen nicht zum Stilstand. Weitere geeignete Plätze für den Bau sind zudem landwirtschaftliche Nutzflächen oder ungenutzte Plateaus. Ein weiterer Vorteil für die Standortwahl auf weitläufigen Großflächen ist die geringe Lärmbelästigung für die Bevölkerung. Schaut man sich die Winderzeugung ist Deutschland genauer an, ist sofort zu erkennen, dass der nördliche Teil aufgrund seiner Küstenregionen Vorreiter bei den Installationen ist. An zweiter Stelle stehen die neuen Bundesländer, da diese viele nicht bewirtschaftete Freiflächen bieten.

Technischer Aufbau eines Windrades

Bisher sprechen für die Standortwahl auf weitläufigen Großflächen zwei Umstände:
1. Einer Lärmbelästigung der Bevölkerung soll vorgebeugt werden.
2. Der Wind wird dort weniger stark ausgebremst als in der Nähe von Wald und Stadtgebieten (vgl. Offshore).

Die meisten Windkraftwerke befinden sich im nördlichen Teil Deutschlands. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf der Küstenregion und den neuen Bundesländern.

Wie wird aus Wind Energie? Kinetik und Wirkungsgrad

Durch die Luftströmung wird der Rotor des Windrades in Bewegung versetzt und treibt den Stromgenerator an, der mit einer Drehachse direkt verbunden ist. Das physikalische Grundprinzip ist auch unter dem Begriff der Energieumwandlung bekannt: kinetische Energie wird in elektrische Energie
umgewandelt. Die bewegten Luftmassen der Atmosphäre, die Windkraft, zählt wie beispielsweise die Sonnenenergie zu den erneuerbaren Energien und kann auf Basis technischer Weiterentwicklungen von Windkraftanlagen noch effizienter genutzt werden. Der Wirkungsgrad unterliegt jedoch einer strengen, physikalischen Regel, dem Betz´schen Gesetz.

Der Wirkungsgrad hängt exakt von dem Verhältnis der Windgeschwindigkeiten vor und hinter dem Rotor ab. Dabei kann nur eine maximale Wirkung erreicht werden, wenn die austretende Geschwindigkeit Zweidrittel der eintretenden Windgeschwindigkeit beträgt. Moderne Windanlagen sind bereits in der Lage, einen Wirkungsgrad von 50 % zu erzielen. Dieser liegt nur 9,3 % unter dem theoretisch maximal erreichbaren Wirkungsgrad. Ursache für den Verlust in der Praxis sind theoretisch nicht beachtete stromverbrauchende Teile der Anlagen wie das Getriebe, der Generator zur Erzeugung von Strom und niemals konstanter Wind.

Finanzierungsmöglichkeiten von Windkraftanlagen

Bisher wurden Windparks durch private Großunternehmen über Projektfinanzierungen oder geschlossenen Fonds direkt finanziert. Seit mehreren Jahren werden auch die Möglichkeiten wie Leasing, Genussscheine, Bürgerwindparks und KfW-Kredite immer mehr genutzt:

  • Leasing: Bei einem Leasing-Vertrag besteht der klare Vorteil, dass kein Eigenkapital gebunden wird. Bei dieser Finanzierungsart muss aber unbedingt darauf geachtet werden, dass die Laufzeit und die Leasingraten nicht die Kosten einer Eigenfinanzierung übersteigen.
  • Genussscheine: Der Genussschein kann als ökologisches Wertpapier verstanden werden. Als Investor ist man allerdings komplett von den Unternehmen und deren Gewinne abhängig. Da aber Subventionen immer gekürzt werden (können), sollte das Investitionsvolumen immer überdacht und den aktuellen Entwicklungen entsprechen. Ansonsten kann die Anlage Genussschein schnell zu einem Minusgeschäft werden.
  • Bürgerwindparks: Die finanzielle Beteiligung für Windkraftanlagen wird auf die vor Ort lebende Bevölkerung übertragen. Der Gedanke dahinter ist simpel: Durch die Mit-Finanzierung hat jeder das Mitspracherecht bezüglich des Ausbaus und der Anordnung der Anlagen. Zudem werden die Bürger einen positiven finanziellen Ausgleich erfahren. Das übergeordnete Ziel eines Bürgerwindparks ist die Akzeptanz auf beiden Seiten zu
    schaffen. Bürger sollen Windparks nicht nur als störend empfinden und Kommunen und Bundesländer erfahren, worauf es den vor Ort lebenden Menschen beim Erbau von Windrädern wirklich ankommt.
  • KfW-Kredite: Das Förderprojekt Offshore-Windenergie der Kreditanstalt für Wiederaufbau unterstützt gezielt den Aufbau von Windkraftanlagen im Offshore-Bereich. Ausgeschlossen sind reine Sanierungsprojekte oder Umschuldungsstrategien. Des Weiteren ist die Kombination mit anderen Finanzierungsmaßnahmen problemlos realisierbar. Wie genau der Finanzierungsplan gestaltet wird, richtet sich nach den individuellen Bedürfnissen des Kreditnehmers fest.

Lohnt sich Windenergie für Privatpersonen?

Ja. Kleinere Windräder werden bei privaten Haushalten immer beliebter. Vor allem Hybrid-Anlagen, eine Kombination aus PV- und Windgeneratoren sind eine wirtschaftlich rentable und finanzierbare Lösung für den privaten Sektor. Auch hier kann die Finanzierung durch die KfW oder der eigenen Hausbank unterstützt werden.

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