Fachgerechte Reinigung von Solaranlagen

Saubere Solaranlagen leisten mehr

08.11.2013 12:38:42

Verschmutzte Solaranlagen produzieren deutlich weniger Strom, deshalb ist die regelmäßige Reinigung der Anlage Pflicht. Wir zeigen Ihnen, welche Ertragseinbußen eine verschmutze Anlage hat und was Sie schon vor dem Kauf beachten sollten, damit die Reinigung der Solaranlage dauerhaft mit wenig Aufwand verbunden ist.

Saubere Solaranlagen leisten mehr (Dept of Energy Solar Decathlon | Flickr.com)
Saubere Solaranlagen leisten mehr (Dept of Energy Solar Decathlon | Flickr.com)

Ein Drittel mehr Leistung durch saubere Module

Solaranlagen sind im Laufe ihrer Betriebszeit Verschmutzungen durch Staub, Abgasen oder herabfallendem Laub ausgesetzt. Diese setzen sich über Jahre auf den Modulen ab und vermindern die Leistungsfähigkeit der Module. Damit die Anlage immer die volle Leistung erbringen kann, muss sie regelmäßig fachgerecht gereinigt werden. Das folgende Diagramm zeigt den Unterschied zwischen einer sauberen und einer verschmutzten Solaranlage:

Leistungsunterschied von Solaranlagen (Käuferportal)
Leistungsunterschied von Solaranlagen (Käuferportal)

Der Ertragsverlust für ein Jahr beträgt 1.120 Kilowattstunden Strom und stellt einen monetären Verlust von circa 200 Euro pro Jahr dar (bei 30% Eigenverbrauch und 70% Netzeinspeisung). Die Reinigung für solch eine Anlagengröße beträgt im Vergleich nur circa 80 Euro und muss noch nicht mal jedes Jahr erfolgen. Das zeigt deutlich, wie lohnenswert eine Reinigung der Module ist!

Solaranlagen
Wichtig ist auch, nicht zu lange mit der Reinigung zu warten. Denn Module, die jahrelang nicht richtig gepflegt werden, können durch die Verschmutzungen erhebliche, nicht reparable Schäden davon tragen. Einerseits können Staubpartikel und ähnliches die Glasoberfläche der Module zerkratzen, andererseits kann sich der angesammelte Dreck nach und nach in die Oberfläche einlassen und ist nach einigen Jahren nicht mehr zu entfernen. Die Folge: Der Wirkungsgrad sinkt dauerhaft und die Anlage erwirtschaftet für die restliche Betriebsdauer deutlich weniger Strom.

Verschmutzungen von Beginn an vermeiden

Nicht jede Solaranlage braucht regelmäßig eine Komplettreinigung. Wie sehr die Anlage verschmutzt, können Sie durch die Neigung und Ausrichtung positiv beeinflussen:

DachneigungDachneigung: Je gerader das Dach, desto stärker die Verschmutzung – so gilt die Faustregel bei Solaranlagen. Wer sich eine Anlage auf ein schräg geneigtes Dach installiert, profitiert vom sogenannten Selbstreinigungseffekt. Ab einer Neigung von 20 Grad ist eine Solarreinigung nur selten erforderlich. Verschmutzungen und Staub werden durch Regen oder Schnee weggespült. Diesen Vorteil bieten gerade Dächer nicht und sammeln die Verschmutzungen auf dem Dach. Haben Sie nur ein gerades Dach für die Installation der Anlage, dann versuchen Sie durch eine geschickte Unterkonstruktion so viel Neigung wie möglich zu erzeugen.

AusrichtungAusrichtung: Auch hier können Sie den Grad der Verschmutzung gezielt beeinflussen. Denn Anlagen, die in Richtung Osten oder Westen ausgerichtet sind, werden aufgrund der Windrichtung tendenziell eher von Pionierpflanzen und Pollenstaub besetzt. Bei Süd-ausgerichteten Anlagen ist die Wahrscheinlichkeit geringer.

StandortStandort: Neben der Dachneigung ist natürlich auch der Standort ein wichtiger Faktor. Wird die Solaranlage in der Nähe von Verschmutzungsquellen wie landwirtschaftlichen Betrieben erreichtet, ist die regelmäßige Reinigung unumgänglich. Beachten Sie bei der Planung, ob es nicht Alternativen zum Standort gibt.

 

Beauftragen Sie einen Fachmann

Regelmäßige Reinigung ermöglicht eine volle Leistungsfähigkeit der Solaranlage und sollte je nach Verschmutzung jährlich durchgeführt werden. Lassen Sie die Anlage immer von einem Fachmann reinigen: Verwenden Sie die falschen Reinigungsmittel oder nicht destilliertem Wasser können Sie die Module erheblich beschädigt. Die Kosten für eine professionelle Solarreinigung sind von der Anlagengröße abhängig. Für eine durchschnittliche Anlage eines Einfamilienhauses betragen die Kosten circa 70 bis 100 Euro.

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