Hausbau und Energie sparen

Solaranlage: Direkt beim Hausbau einplanen?

18.06.2014 11:27:01

Viele Bauherren denken im Zuge der Neubauplanung darüber nach, künftig eine Solaranlage zu nutzen. Wir zeigen Ihnen, wann eine Solaranlage für Ihren Neubau infrage kommt und was Sie schon bei der Hausbauplanung beachten sollten, um die größtmögliche Wirtschaftlichkeit zu erzielen.

Grundstückslage: Wichtig, aber nicht entscheidend

Wenn Sie über die Installation einer Solaranlage nachdenken, sollte Sie die ungefähre Sonnenscheindauer am Standort Ihres zukünftigen Hauses bedenken, da diese die Wirtschaftlichkeit Ihrer Solaranlage maßgeblich bestimmt. Innerhalb Deutschlands liegen die Sonnenstunden in der Regel zwischen 1.300 und 1.900 Stunden pro Jahr. Die günstigsten Bedingungen herrschen im Alpenvorland und im Süden Baden-Württembergs. Lassen Sie sich aber nicht verunsichern: Insgesamt sind die Schwankungen mit etwa 10 Prozent Abweichung relativ niedrig und somit ist prinzipiell jeder Bereich in Deutschland für den Betrieb einer Solaranlage geeignet. Strahlungskarten geben mittels einer Farbskala von Blau bis Rot die jährlich anfallenden Einstrahlungswerte in Kilowattstunde pro Quadratmeter an.

Sonneneinstrahlung Deutschland

Je nach Sonnenstrahlung ist der Betrieb einer Solaranlage in manchen Regionen Deutschlands lohnender

Mit Planungssoftware den zukünftigen Ertrag berechnen

Mit verschiedenen PC-Planungsprogrammen können Sie den Ertrag Ihrer Anlage testen, bevor Sie diese installieren. Sie geben verschiedene Daten, wie Dachneigung, -ausrichtung und Ort in das Programm ein und können sich die Wirtschaftlichkeit Ihrer zukünftigen Anlage berechnen sowie weitere Informationen erhalten. Einige der Programme sind sogar kostenlos:

Aufzählung„PHIL“

Mit dieser kostenfreien Online-Software können Sie ihre zukünftige Photovoltaik- oder Solaranlage planen und die voraussichtliche Leistung berechnen. Erhältlich ist das kostenlose Programm unter pv-phil.com.

PV PHIL die kostenfreie Photovoltaik Software | PHIL – Ihre Photovoltaik Hilfe (Youtube.com)

Aufzählung„Centrocheck“

Das leicht zu bedienende Programm gibt Ihnen die Möglichkeit zur genauen Planung einer Solaranlage und liefert weitere nützliche Informationen, die die Planung, den Bau sowie die Inbetriebnahme einer Anlage betreffen. Das kostenlose Programm kann unter centrockeck.com heruntergeladen werden.

Centrocheck – Planen Sie ihre Photovoltaikanlage online! | CENTROSOLARAG (Youtube.com)

Aufzählung„Conergizer“

Mit der kostenlosen Software Conergizer lassen sich Solaranlagen bis ins kleinste Detail planen. Eine 3-D-Ansicht gibt eine übersichtliche Vorschau der Anlage und auch die Wirtschaftlichkeit der Anlage kann in die Planung miteinbezogen werden. Erhältlich ist das kostenlose Tool unter conergizer.de.

PV-Anlagen planen mit dem Conergizer (Teil 1) – Grafische Planung: Gebäudedaten | Conergizer (Youtube.com)

Aufzählung„Sunny Design“

Das kostenlose Programm Sunny Design erleichtert Ihnen die Planung einer optimalen Solaranlage und eignet sich auch für die professionelle Nutzung durch Techniker und Installateure. Das Programm steht im Download-Bereich der SMA Technology AG unter sma.de zur Verfügung.

SUNNY DESIGN WEB – Einführung | SMA Solar Technology (Youtube.com)

Genehmigungen und Fördermöglichkeiten abklären

Vor der konkreten Planung und dem Bau der Solar- oder Photovoltaikanlage sollten Sie in Erfahrung bringen, ob eine Genehmigung für die Errichtung der Solaranlage nötig ist. In der Regel ist dies nicht der Fall, einige Kommunen schränken jedoch den Bau von Solaranlagen ein. Daher ist es ratsam, vor dem Bau Ihr örtliches Bauamt zu konsultieren.
Die Errichtung einer Photovoltaik- oder Solaranlage kann durch attraktive Programme gefördert werden. Zinsgünstige Darlehen werden beispielweise von der KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau) vergeben. Je nachdem, ob Ihr Neubau auch in seiner restlichen Ausstattung den Anforderungen eines KfW-Effizienzhauses entspricht und Sie die erzeugte Energie nur privat nutzen oder Sie Energie ins öffentliche Netz einspeisen, kommen für Ihr Vorhaben unterschiedliche Förderprogramme infrage.
Für Solar- bzw. Photovoltaikanlagen greift die KfW-Förderung 274 für Photovoltaikanlagen. Bei der Förderung inbegriffen sind sowohl die Anschaffungskosten als auch die Installationskosten für die Anlage

Tipp der Redaktion

Der Antrag auf Förderung muss vor Beginn des Bauvorhabens gestellt werden. Außerdem empfiehlt es sich, die zukünftige Anlage zuerst möglichst genau zu dimensionieren, zu planen und anschließend einen Kostenvoranschlag bei Ihrer Hausbank einzureichen. Diese prüft und bearbeitet den Antrag und reicht ihn bei der KfW zur Bewilligung der Förderung ein.
Sarah Conrad

Mit der richtigen Dimensionierung die Dachfläche ideal ausnutzen

Solaranlage auf dem HausdachUm die Solaranlage optimal zu dimensionieren und eine ideale zukünftige Nutzung zu gewährleisten, sollten Sie im Voraus ungefähr die benötigte Größe der Modulfläche bestimmen. Im Gegensatz zur Berechnung von Kollektoren, die zur Gewinnung von Heizenergie und Warmwasser bestimmt sind, gestaltet sich die Berechnung der Modulfläche zur Stromgewinnung etwas schwieriger. Die gewonnene Strommenge hängt außerdem stark vom Standort der Anlage, der Ausrichtung und der Dachneigung ab. Dennoch kann man sich bei der Berechnung grob an folgender Faustregel orientieren:

Rechenbeispiel

Dachform bewusst wählen

Wer eine Solaranlage wirtschaftlich nutzen will, sollte bei der Auswahl der Dachform einen Kompromiss zwischen optischen und für die Nutzung einer Solaranlage relevanten Aspekten finden. Das Pultdach bietet bei richtiger Ausrichtung die besten Voraussetzungen. Es verfügt über eine relativ große und gerade Dachfläche, die sich ideal mit Solarmodulen bestücken lässt. Zudem kann bereits bei der Planung die optimale Dachneigung miteinbezogen werden. Bei Neubauten kann eine sogenannte gebäudeintegrierte Solar- oder Photovoltaikanlage zusätzlich den Wetterschutz und die Wärmeisolierung des Daches unterstützen. Neben der Möglichkeit, die Solarmodule auf dem Dach zu installieren, können diese auch an der Fassade des Hauses angebracht werden. Dort erzielen sie jedoch einen niedrigeren Wirkungsgrad. Gebäudeintegrierte Solar- und Photovoltaikanlagen (sogenannte BIPV-Anlagen) sind in der Montage relativ aufwendig und eignen sich in erster Linie für Neubauten.

Dachformen im Überblick

Das Pultdach bietet die besten Voraussetzungen für die ideale Nutzung einer Solaranlage

 

Maximale Erträge mit der richtigen Dachausrichtung!

Auch eine perfekt abgestimmte Solaranlage büßt mit einer ungünstigen Dachausrichtung und Neigung Leistung ein. Sollten Sie daher eine Solaranlage direkt bei der Hausbauplanung miteinbeziehen, ist es hilfreich, sich auch Gedanken um die richtige Positionierung der Anlage zu machen.
Wenn sich die Möglichkeit bietet, das Dach nach Süden auszurichten, sollten Sie dies im Hinblick auf die Nutzung der Solaranlage tun. Mit dieser Ausrichtung ist ein Ertrag von 100 Prozent möglich! Aber auch die Dachausrichtung nach West oder Ost bringt noch satte Erträge. Jedoch sollte man hier in Erwägung ziehen, die Ausrichtung mit einer optimalen Dachneigung auszugleichen. Eine Neigung von 30 bis 45 Grad ist optimal und bringt den höchsten Ertrag. Generell sollte der Neigungswinkel zwischen 20 und 60 Grad liegen.
Wenn bereits bei der Bauplanung nur eine nördliche Ausrichtung der Solaranlage infrage kommt, sollten Sie die Investition noch einmal genau überdenken und eine intensive Kosten-Nutzen-Rechnung durchführen.

Neigung und Ausrichtung der Solaranlage

Eine südliche Ausrichtung und die passende graduelle Dachneigung versprechen gute Solarerträge

Statik des Daches prüfen lassen

Wenn Sie eine Solaranlage auf Ihrem Hausdach installieren wollen, sollten Sie in jedem Fall die Statik prüfen lassen. Je nach Modulen kann eine Solaranlage eine Belastung von bis zu 20 Kilogramm pro Quadratmeter Dachfläche bedeuten. Ein Statiker bezieht auch die entsprechende Schnee- und Windlast in seine Berechnungen mit ein. Die meisten Anbieter von Solaranlagen bieten eine im Preis enthaltene vorherige Prüfung der Statik an. Sollten Sie die Prüfung der Statik ohne konkrete Angebote eines Händlers durchführen, belaufen sich die Kosten zwischen 300 und 1.000 Euro je Dach.

Solaranlage frühzeitig in die Bauplanung einkalkulieren

Beim Neubau sollten Sie die Möglichkeiten alternativer Energienutzung bedenken und von Fachleuten durchrechnen lassen. Der Hausbau bietet Ihnen eine gute Möglichkeit, langfristig Energiekosten zu sparen. Lassen Sie sich in jedem Fall unverbindlich beraten, um die richtigen Entscheidungen zu treffen.

Planung einer Solaranlage beim Hausbau

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