Einmal durchgerechnet

Solarenergie – so lohnt sich die Speichervariante

19.11.2015 11:59:18

Wer heute eine Photovoltaikanlage auf seinem Dach installiert, möchte den selbsterzeugten Strom vor allem für den Eigenbedarf nutzen. Denn die Einspeisung in das öffentliche Stromnetz lohnt sich wegen sinkender Einspeisevergütungen kaum noch. Um die Eigennutzung zu optimieren, stehen mittlerweile auch zahlreiche Möglichkeiten zur Stromspeicherung bereit. Wir zeigen Funktionsweisen der unterschiedlichen Solarstromspeicher auf und rechnen vor, für wen sich die Speichervariante lohnt.

Speicherung von Solarstrom: Neue Förderung seit 2013

Auch der Wandel in der Förderpolitik spricht für den Selbstverbrauch und gegen die Einspeisung in das öffentliche Stromnetz: Während die Einspeisevergütung stetig abnimmt, werden seit 2013 Speicherlösungen für Solarstrom durch staatliche Gelder unterstützt. So vergibt die KfW-Bank ein zinsgünstiges Darlehen für die Investition in entsprechende Stromspeicher.

Bei der Nachrüstung einer Photovoltaikanlage mit einem Stromspeicher weist das Darlehen einen Tilgungszuschuss in Höhe von bis zu 660 Euro auf, bei der gleichzeitigen Neuanschaffung einer Photovoltaikanlage beträgt der Tilgungszuschuss bis zu 600 Euro. Auf diese Weise lassen sich bis zu 30% der Kosten für einen Stromspeicher finanzieren.

Welche Batterievarianten stehen zur Auswahl?

Die wichtigsten Batterievarianten sind zum einen die Bleibatterie zum anderen die Lithium-Ionen-Batterie. Jede Variante hat spezifische Vorteile. Während Bleibatterien bereits länger auf dem Markt und damit praxiserprobter und günstiger sind, bieten die neueren Lithium-Batterien mit mehr Ladezyklen auf lange Sicht eine längere Lebensdauer. Dafür sind diese aber auch in der Anschaffung deutlich teurer.

Zum Vergleich: Ein Stromspeicher mit Bleitechnologie kostet je nach Anbieter etwa 630 bis 1.000 Euro pro kWh, eine Batterie mit Lithium-Ionen-Technologie ist mit 840 bis 2.090 Euro pro kWh wesentlich kostspieliger. Diese Preisangaben können natürlich nur als grobe Richtwerte angesehen werden. In jedem Fall ist es ratsam, vor der Anschaffung mehrere Angebote einzuholen und diese miteinander zu vergleichen, um den günstigsten Preis zu nutzen.

Den Eigenverbrauch steigern mit einer Speicherlösung

Im Vergleich zum Strombezug ohne Solaranlage können Verbraucher mit einer eigenen Anlage und einer entsprechenden Speicherlösung ihren Eigenverbrauch der selbsterzeugten Energie auf bis zu 70% erhöhen.

speicherzeiten

Grundsätzlich bestehen die Batteriespeicher aus zwei Teilen: der Batterie selbst sowie dem Wechselrichter bzw. Laderegler. Der Wechselrichter steuert dabei clever  das Aufladen der Batterie und die Einspeisung in das öffentliche Stromnetz. Bei einer intensiven Sonneneinstrahlung wird die erzeugte Energie vorrangig selbst verbraucht. Sobald mehr Energie gewonnen wird  als benötigt, lädt gleichzeitig der Batteriespeicher. Erst wenn dieser voll ist, speist die Anlage die überschüssige Energie ins öffentliche Stromnetz ein.

speicherrythmus

Der größte Vorteil: Solaranlagenbesitzer können den zwischengespeicherten Strom nicht mehr nur dann nutzen, wenn dieser gerade produziert wird, sondern vor allem dann, wenn sie ihn benötigen – beispielsweise am Abend.

Wann lohnt sich der Solarspeicher?

Die Investition für einen Solarspeicher wirkt auf den ersten Blick nicht unerheblich. Allerdings müssen die Speicher nicht zusammen mit einer Solaranlage angeschafft werden: Bei bereits bestehenden Solaranlagen lassen sich die Speicherlösungen bequem nachrüsten.

Tipp der Redaktion

      Erhältlich sind die Speicherlösungen sowohl von Firmen, die auf die Anfertigung von Batteriespeichern spezialisiert sind, als auch Solaranlagenherstellern.

Wer eine Solaranlage plant, sollte daher darüber nachdenken, den Speicher gleich mit zu installieren. Denn einige Solaranlagenanbieter machen Ihren Kunden hier günstige Kombiangebote. Eine Solaranlage mit integrierter Speicherlösung kann so je nach Größe und Technik zwischen 12.000 und 20.000 Euro kosten.

Damit sich der Stromspeicher lohnt, muss es rechnerisch vorteilhaft sein, die selbst gewonnene Energie zu speichern, statt sie in das öffentliche Stromnetz einzuspeisen. Um diesen Vorteil zu berechnen zu können, müssen die Kosten pro gespeicherter Kilowattstunde (kWh) betrachtet werden. Um diese zu ermitteln, werden die wichtigsten Kennzahlen der Batterie durch die speicherbare Energiemenge geteilt.

Rechenbeispiel

Bei preisgünstigen Solarstromspeichern  liegt der Preis pro gespeicherte Kilowattstunde (kWh) aktuell bei ca. 20 bis 30 Cent. Für einen Speicher  mit einer Nennkapazität von 6 kWh ergibt sich in diesem Fall folgende Rechnung:

beispielrechnung

Die Kosten von 0,38 pro Kilowattstunde (kWh) lassen sich noch weiter senken, wenn eine Förderung wie die der KfW in Anspruch genommen wird. Das Ergebnis variiert je nach Stromspeicher.

Wer eine Photovoltaikanlage mit 5 Kilowattpeak installiert, kann 600 Euro pro Kilowattpeak an staatlicher Förderung geltend machen. Der Zuschlag darf jedoch 30% der Kosten für den Stromspeicher nicht überschreiten. Der Preis pro kWh sinkt demnach wie folgt:

rechnung plus investition

Eine Kilowattstunde (kWh) Strom kostet 2015 im Durchschnitt 28,81 Cent. Mit einer passend kalkulierten Anlage und der entsprechenden Förderung liegen Nutzer demnach unter dem durchschnittlichen Energiepreis und sind auch in Zukunft nicht von steigenden Energiepreisen betroffen.

Die Zukunft der Solarstromnutzung

Bereits 2013 veröffentlichte das Fraunhofer-Institut eine „Speicherstudie“, die darlegt, dass Verbraucher ihre Energiekosten mit Systemen für Energiemanagement und Batteriespeichern stark reduzieren können. Mit einer Solaranlage und der richtigen Speicherlösung können Verbraucher auf lange Sicht Stromkosten einsparen Allen, die planen, in eine Solaranlage zu investieren, hilft ein kluger Angebotsvergleich dabei, den besten Preis für Solaranlage und Speicherlösung zu finden.

Artikel bewerten: 1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne 2,68 von 5 Sternen, basierend auf 28 Stimmen.
Loading...Loading...