Alternative Heizmethoden

Mit erneuerbarer Energie ins Eigenheim

16.01.2015 11:38:03
Umweltfreundliches und energiesparendes Wohnen muss nicht teuer sein. Wer auf neue Energien setzt, kann langfristig bei den Betriebskosten sparen. Welche alternativen Heizmethoden es gibt, mit welchen Kosten Sie rechnen müssen und wie viel Geld Ihnen das Umdenken bringt, erfahren Sie hier.

Mit grüner Technik doppelt profitieren

Fossile Brennstoffe sind auf dem Rückzug. Bei steigenden Gas- und Ölpreisen sind Kombilösungen dagegen auf dem Vormarsch. Heute ist die Heizung der größte Energiefresser noch vor dem Auto. Über den Sommer braucht es den „normalen“ Heizkessel nicht und in den kälteren Jahreszeiten reichen Erdwärme oder Sonnenenergie zum Heizen und Duschen aus. In der Winterzeit kommt man nur in einem luftdicht gedämmten Haus mit einer Erdwärmepumpe aus. Wer wechselt und dabei auf die Vorgaben der Energieeinsparverordnung (EnEV) achtet, kann nicht nur Geld bei den Heizkosten sparen, sondern auch staatliche Förderung beantragen. Sodass sich die Anlagen schon nach 15 bis 20 Jahren amortisiert haben.

die größten energiefresser

 

Fördermöglichkeiten

Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) fördert im Rahmen ihres Programms „Energieeffizient Sanieren“ den Austausch von alten Heizungsanlagen gegen neuere energieeffiziente Modelle.

fördermittel

Für alternative Heizmethoden gibt es attraktive Fördermittel

Gefördert werden nur Maßnahmen, die den jeweils gültigen Energiestandard noch übertreffen. Dieser wird in der Energiesparverordnung festgehalten. Die Kennzahlen werden jedoch regelmäßig angehoben, sodass dasselbe Bauvorhaben heute noch förderungsfähig ist, aber morgen schon nicht mehr. Neben dem Bund fördern auch Länder und Kommunen Energiesparmaßnahmen. Auch das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) bietet Programme an. Die folgende Tabelle zeigt Ihnen, für welches Heizsystem Sie bei der KfW oder dem BAFA Förderungen und Zuschüsse beantragen können. Es ist sogar zulässig KfW- und BAFA-Programme zu kombinieren, dabei darf die Förderungssumme die Kosten der Heizungserneuerung nicht übersteigen.

 Ihre neue Heizungsanlage ist… KfW-Förder-produktFörderprodukt BAFA
… eine kleine Heizungsanlage auf Basis erneuerbarer Energien
z. B. Wärmepumpe, Pelletheizung, Solarthermie
Einzel-maßnahme167ja
… eine kleine kombinierte Heizungsanlage auf Basis erneuerbarer Energien und fossiler Energieträger
z. B. Brennwertkessel Gas/Öl kombiniert mit solarthermischer Anlage
Einzel-maßnahme167ja
… eine Heizungsanlage auf Basis fossiler Energieträger
z. B. Brennwertkessel Gas/Öl
Einzel-maßnahme152oder 430nein, (eventuell „Kesselaustauschbonus“)

Für nahezu jede Heizung gibt es eine passende Förderung

Neue Heiztechniken: Unsere Top 3 Empfehlungen

Fossile Brennstoffe gehen zur Neige und belasten die Umwelt, außerdem steigen die Preise für diese Energieträger beinahe jährlich. Drei alternative Heizmethoden sind dabei besonders effizient und umweltfreundlich: Pelletheizungen, Solarthermie und Wärmepumpen. Die Technik dieser drei Systeme ist ausgereift und getestet. Sie können sowohl zur Erwärmung des Wassers als auch für das Betreiben der Heizung verwendet werden. Diese Heiztechniken können Sie problemlos nachrüsten.

emissionen

 

Pelletheizung versus fossile Brennstoffe
Heizöl – der Preis steigtErdgas – ungewisse Zukunft
Kosteten 100 l im Dezember 2006 durchschnittlich noch 60 EUR, sind es 2011 schon 90 EUR. Das ist eine Verteuerungsrate von 30 % in kurzer Zeit. Außerdem sind viele Fördergebiete politisch instabil. Nicht zu vergessen die Umweltschäden, die durch Förderung und Verbrauch entstehen.Obwohl der Erdgaspreis derzeit noch konstant ist und mit dem für Pellets gleichauf liegt, ist schwer vorauszusagen, wie sich der Markt entwickeln wird.

Pelletheizung – Heizen mit Holz

In weit mehr als 300.000 Haushalten kommen Pelletheizungen bereits zum Einsatz und die Tendenz ist steigend. Seit der Einführung in den deutschen Markt vor fast 20 Jahren ging es steil bergauf. Holzpellets sind in der Anschaffung 30 Prozent günstiger als Heizöl und ihre CO2-¬¬Bilanz ist 13- bis 15-mal geringer. Holzpellets sind daher fast CO2-neutral und ein Rohstoff, der immer verfügbar sein wird. Holz steht nicht im Fokus politischer Interessen, der Markt scheint stabil zu sein. Anders als bei Heizöl fällt die kostenintensive Förderung weg, da Holzpellets ein Nebenprodukt der Holzverarbeitung sind.

Warum der Preis für Holzpellets stabil bleiben wird

Auch wenn die Nachfrage steigt, spricht viel dafür, dass die Pelletpreise nicht steigen werden.

  • gute Wettbewerbsstruktur
  • immer neue Produzenten streben an den Markt
  • Fördermengen werden nicht international abgesprochen
  • Holz wächst nach
holzkreislauf

Ein Baum nimmt fast genauso viel CO2 auf, wie bei der Verbrennung seines Holzes freigesetzt wird

 

So funktioniert eine Pelletheizung

Die Bedienung einer Pelletheizung ähnelt der einer Gas- oder Ölheizung. Ob Heizung oder Warmwasser – eine Pelletheizung deckt Ihr Wärmebedürfnis effektiv ab. Pelletheizungen lassen sich problemlos mit einer Solarthermieanlage koppeln, sodass die Heizkostenersparnis noch höher liegt. Mit einer Pelletheizung allein sind es schon rund 1.000 Euro jährlich, die sie gegenüber einer Ölheizung einsparen.

pelletheizung

 

Das kostet eine Pelletheizung

Für ein Einfamilienhaus mit 150 Quadratmetern Wohnfläche müssen Sie mit folgenden Kosten für den Einbau rechnen:

kosten pelletheizung

 

Preise für Pellets

Der Preis für eine Tonne Pellets liegt zurzeit bei ca. 285 Euro. Je mehr Pellets Sie abnehmen, desto geringer fällt der Preis pro Tonne aus. In den Sommermonaten sind die Preise für Pellets besonders gering.

siegel Achten Sie beim Kauf der Pellets auf Qualitätssiegel, zum Beispiel das EN-Plus-Siegel des Deutschen Energieholz- und Pellet-Verbandes e. V. (DEPV). Ansonsten riskieren Sie den Ausstoß von Schadstoffen oder die Schädigung der Pelletheizung.

 

Faustregel für den Pelletverbrauch

Für ein Einfamilienhaus mit 150 qm Wohnfläche und einem Heizwärmeverbrauch von 130 kWh/qm müssen 4 bis 5 Tonnen Pellets im Jahr bestellt werden. Als Faustregel gilt: 0,9 Kubikmeter Lagerraum pro Kilowatt Heizenergie. Nutzen Sie einen Gewebetank rechnen Sie mit 400 Kilogramm Holzpellets pro Jahr pro einem Kilowatt Heizenergie.

Vor- und Nachteile einer Pelletheizung
VorteileNachteile
umweltfreundlichhohe Anschaffungskosten
günstiger als fossile BrennstoffeAschebehälter muss zwei- bis viermal im Jahr gereinigt werden
dank Vollautomatik ist sie komfortabel in der BedienungPlatzbedarf (ähnlich wie bei einem Heizkessel)
geruchsbelästigend

Solarthermie

Mittlerweile haben alle Heizsysteme einen Anschluss für eine solarthermische Anlage. So lässt sich das auf Sonnenenergie basierende System problemlos nachrüsten. Solarthermie kann bereits auf eine lange Entwicklungszeit zurückblicken, sodass heutige Systeme ausgereift und hoch effizient arbeiten. Am effizientesten laufen Solarthermie-Anlagen an Sonnentagen. Sie liefern 40–60 Prozent der Energie, die für die Warmwassererwärmung benötigt wird. Im Sommer – in den Monaten zwischen Mai und September – schaffen sie sogar 100 Prozent. Im Winter wirkt die Solarthermie-Anlage unterstützend zur konventionellen Heizung. Nutzt man die solarthermische Anlage auch zur Unterstützung der Heizung, müssen die Sonnenkollektoren deutlich größer sein als für die reine Warmwasseraufbereitung.

energiegewinnung solarthermie

Wie groß muss die Solarthermie-Anlage sein?

Wollen Sie die Anlage sowohl für die Warmwasserzubereitung als auch zur Unterstützung der Heizung nutzen, gilt die Faustregel: faustregel

 

So funktioniert eine solarthermische Anlage

Solarthermie-Kollektoren sind so konzipiert, dass sie das Sonnenlicht anziehen. Sie sind mit einer Flüssigkeit gefüllt, die die Sonnenwärme speicherbar macht. Dieser Speicher wird auch Pufferspeicher genannt. Dank des Speichers kann ein Haus mehrere Tage mit Warmwasser und Heizungswärme versorgt werden, auch wenn die Sonne mal nicht scheint. Ist nicht mehr genügend Energie vorhanden, springt die normale Heizung an.

aufbau solarthermische anlage

Was kostet eine Solarthermie-Anlage?

Solaranlagen sind teuer, aber die erzeugte Energie ist kostenlos, sodass sich der Einbau schon nach wenigen Jahren rechnet. Pauschal lässt sich kein Preis für eine komplette Solarthermie-Anlage nennen, da die Kosten von verschiedenen Faktoren abhängen:

  • Art der Nutzung
  • Personenanzahl
  • Größe des Hauses
  • Anzahl der Solarkollektoren

Das unten stehende Beispiel soll Ihnen die Kosten der einzelnen Posten verdeutlichen, die bei der Anschaffung einer Anlage, die Warmwasser und Heizwärme produziert, anfallen. Die Solarthermie wurde hier an eine moderne Heizungsanlage angeschlossen. Die Anlage wird von einem Vier-Personen-Haushalt genutzt. Die Höhe der Kosten wird durch folgende Faktoren beeinflusst: Alter, Zustand und Größe des Hauses, die Gewohnheiten der Bewohner, die Strenge des Winters und die Art der Heizungsanlage.

flachkollektoren

 

Vor- und Nachteile von Solarthermie
VorteileNachteile
kombinierbar mit Brennwert-Technik oder Wärmepumpen, daher besonders effizientwetterabhängig
langlebigstandortabhängig
wartungsarmfür Bestandsgebäude nur bedingt planbar (Fläche, Neigungswinkel und Himmelsrichtung des Daches oftmals ungeeignet für Solarthermie)
geräusch- und emissionsfreigroßformatig, v. a. der Solarspeicher
recycelbare, umweltverträgliche Materialien

Wärmepumpe

Wärmepumpen bedienen sich natürlicher Wärmevorkommen: Wärme, die in der Erde, im Grundwasser oder in der Luft gespeichert ist, wird gespeichert und erzielt ein gutes Heizniveau. Sie machen ein Haus, das gut und luftdicht gedämmt ist, nahezu unabhängig von fossilen Energieträgern. In Schweden werden bereits 95 Prozent aller Neubauten mit einer Wärmepumpe beheizt. Und auch hierzulande erfreuen sich Wärmepumpen immer größerer Beliebtheit. Wärmepumpen lassen sich problemlos mit einem weiteren Heizsystem kombinieren, z. B. einer Pellet- oder Solarthermie-Heizung.

Erde, Wasser, Luft – unterschiedliche Wärmepumpen

erdwärmegrundwasserWärmepumpen bedienen sich dreier Elemente: Erde, Wasser oder Luft. Für Erd- und Grundwasserpumpen wird die Wärme entweder aus bis zu 100 Meter Tiefe „gefördert“ oder mithilfe von Erdkollektoren, die großflächig unter der Erde verlegt werden. Erd- und Grundwasserwärmepumpen gelten als effizienter, da die Temperaturen in der Erde ganzjährig keine großen Schwankungen aufweisen.

luftwärmeLuftwärmepumpen sind im Vergleich zu Erd- und Grundwasserwärmepumpen günstiger und weniger aufwendig zu installieren. Die Pumpen werden in Hausnähe oder im Keller untergebracht. Sie sind erwiesenermaßen weniger effizient als die anderen beiden Pumpenvarianten und werden auch nicht staatlich gefördert.

 

Funktionsweise einer Wärmepumpe

Wärmepumpen nehmen Umweltwärme auf, d. h. Wärme, die durch die Sonnenstrahlung in der Erde, Luft oder im Grundwasser entsteht. Die Wärme wird abhängig davon, für welche Energiequelle man sich entscheidet, in den Heizkreislauf eingespeist. Entscheidet man sich zum Beispiel für eine Erdwärmepumpe wird die Wärme mithilfe von im Boden versenkten Sonden auf ein Kältemittel übertragen. Das Kältemittel transformiert sich schon bei niedrigen Temperaturen in einen gasförmigen Aggregatzustand. Als Gas dehnt sich das Kältemittel aus, woraufhin es mithilfe eines elektrisch betriebenen Kompressors verdichtet wird. Der dabei entstehende Druck erhitzt das Gas, sodass es sich für den Gebrauch als Heizenergie oder die Warmwasserbereitung eignet. Daraufhin kühlt das Kältemittel wieder ab und der Kreislauf beginnt erneut.

funktionsweise wärmepumpe

Was kostet eine Wärmepumpe?

Im Durchschnitt kosten Wärmepumpen inklusive Warmwasserspeicher 10.000 Euro. Dazu müssen Sie noch die Kosten für den Kauf und die Installation von z. B. Erdsonden oder Flächenkollektoren rechnen – das sind einige Tausend Euro. Sodass sie letztendlich bei 16.000 bis 20.000 Euro stehen. Da Wärmepumpen mit Strom betrieben werden, müssen Sie Stromkosten von 600 bis 1.000 Euro einplanen, so Stiftung Warentest. Bauen Sie eine Wärmepumpe nachträglich ein, können Sie mit einer Förderung vom Bund rechnen.

Vor- und Nachteile einer Wärmepumpe
VorteileNachteile
effizientEinsatz von umweltschädigendem Kältemittel
platzsparend (es sind keine Vorratsräume oder kein Schornstein nötig)Wirtschaftlichkeit umstritten, da sehr hohe Investitionskosten und elektrische Unterstützung notwendig
langlebig und wartungsarmTemperatur nur bei Grundwasser konstant, d. h. Betriebskosten könnten schwanken
relativ unabhängig von Gas- und Ölimporten
kombinierbar mit anderen Heizsystemen

Vor allem die Wirtschaftlichkeit von Wärmepumpen wird infrage gestellt. Sie laufen nur unter bestimmten Bedingungen optimal. Die Kriterien sind folgende:

Eine Wärmepumpe ist wirtschaftlich, wenn

  • … das Haus gedämmt ist.
  • …das Haus großflächige Heizkörper hat (z. B. Wand- oder Fußbodenheizung).
  • …die Sonde im Grundwasser oder Erdreich liegt.
  • …der Stromanbieter stabile Nachtstrom-Tarife anbietet.
  • …die Wärmepumpe staatlich gefördert wird.

Anschaffungskosten im Vergleich

 HeizungErd-wärmeHolz-pelletsSolar-thermie*Gasbrenn-wertÖlbrenn-wert
Gerät9.000 €9.000 €3.000 €3.000 €4.000 €
Installation1.500 €1.500 €2.000 €1.000 €1.000 €
Sonden, Puffer, Kollektoren, Silo, Tank4.000 €1.500 €6.000 €1.500 €2.000 €
Preis total14.500 €12.000  €11.000 €5.500 €7.000 €

* plus Gasbrennwert

Sparen fängt bei der Dämmung an

Alternative Heizmethoden sind ein guter Anfang, sich unabhängig von fossilen Brennstoffen zu machen. Dennoch gilt, bevor Sie sich für eine der gängigen Techniken entscheiden, sorgen Sie für eine optimale Dämmung Ihres Hauses: Sind Fenster, Türen, Wände und das Dach nach aktuellen Standards abgedichtet? So bekommen Sie Förderungen und zinsgünstige Kredite für eine neue Heizungsanlage leichter genehmigt und die Heiz- und Energiekostenersparnis beläuft sich auf deutlich höhere Summen.

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