Günstige Solarenergie für Unternehmen

Photovoltaik – Das sind die neuen Fördermöglichkeiten

13.01.2016 10:58:51

Solarenergie zahlt sich nicht nur für Privatpersonen aus. Auch Unternehmen können hier kräftig sparen. Für viele Unternehmen aus Industrie, Handel und Gewerbe ist Solarstrom bereits günstiger als der Netzbezug vom Stromversorger. Wir zeigen Ihnen, mit welcher Förderung Sie und Ihr Unternehmen sparen können.

Solarstrom zum richtigen Zeitpunkt nutzen

Ganz unabhängig von speziellen Fördermöglichkeiten haben Unternehmen gegenüber Privathaushalten hinsichtlich der Nutzung von Solarstrom einen entscheidenden Vorteil. Denn sie besitzen tagsüber eine hohe Grundlast. Das heißt, dass der Strombedarf vor allem dann entsteht, wenn eine Photovoltaikanlage auch Energie produzieren kann – nämlich dann, wenn die Sonneneinstrahlung am stärksten ist. So wird ein hoher und direkter Eigenverbrauch sichergestellt.

verbrauchszeiten

Eine hohe Grundlast am Tag steigert den Eigenverbrauch

Privathaushalte hingegen benötigen den erzeugten Strom vor allem in den lichtarmen Morgen- und Abendstunden und brauchen daher eine clevere Speicherlösung. Ist diese richtig kalkuliert, können auch sie mit einer Solaranlage weitaus günstiger mit Strom versorgt werden als auf konventionelle Weise.

Zu den Firmen, für die eine Solarlösung besonders günstig ist, gehören unter anderem

  • Supermärkte, Autohäuser sowie Tankstellen
  • Hotels, Kliniken und Bürogebäude
  • Werkstätten, Produktions- und Lagerhallen
  • Landwirtschaftliche Gebäude

Industrieunternehmen profitieren von günstigeren Strompreisen als das Gewerbe. Im April 2015 lag der Preis je Kilowattstunde für Gewerbekunden bei 21,47 Cent, Industriekunden hingegen zahlten nur 14,8 Cent und haben so schon einen erheblichen Preisvorteil. Zusätzlich haben Industrieunternehmen oft nächtliche Produktionsphasen – was einen hohen Strombedarf in dieser Zeit bedeutet. Solarenergie kann also nicht wie im Handel direkt bei der Erzeugung genutzt werden. Hier muss daher genau berechnet und geprüft werden, ob eine Solaranlage tatsächlich ein Einsparpotenzial birgt. Handel und Gewerbe können jedoch vom günstigen Solarstrom vom eigenen Firmendach profitieren.

Tipp der Redaktion

      Im Internet sind unterschiedliche Wirtschaftlichkeitsrechner für Photovoltaikanlagen zu finden. Hier können Interessenten sich eine erste Einschätzung darüber verschaffen, welche Rendite die Anlage abwirft. Eine individuelle Berechnung und eine unverbindliche Beratung, wie lukrativ die geplante Anlage wirklich ist kann Ihnen allerdings nur eine Fachfirma geben.

Voraussetzungen für die clevere Stromnutzung prüfen

solaranlage auf dem firmendach

Dächer von Bürogebäuden bieten oft ideale Voraussetzungen für Photovoltaik

Wer als Unternehmen seinen Energiebedarf mit einer Solaranlage senken möchte, muss zuvor einige Grundvoraussetzungen erfüllen: Die erste Voraussetzung ist natürlich eine freie Fläche auf dem firmeneigenen Dach oder auf einer ebenerdigen freien Fläche, die dem Unternehmen gehört. Die zweite Voraussetzung – ein tagsüber bestehender Stromverbrauch – ist bei Firmen in Handel und Gewerbe in der Regel immer gewährleistet.

Wenn die Grundvoraussetzungen für die Installation einer Anlage gegeben sind, geht es an die konkrete Planung und Dimensionierung der Photovoltaikanlage. Nur mit der perfekten Planung kann die größtmögliche Ersparnis gewährleistet werden.

Bedarfsgenaue Anlagenplanung

Im ersten Schritt der Dimensionierung muss der individuelle Stromverbrauch des Unternehmens geklärt und analysiert werden, um eine möglichst bedarfsgerechte Anlagenplanung vorzunehmen. Ein sogenanntes Lastprofil zeigt auf, wie gut die mögliche, erzeugte Strommenge und der Verbrauch im Laufe des Tages zueinander passen.

Tipp der Redaktion

      Es gibt unterschiedliche Möglichkeiten, das Lastprofil zu bestimmen. Standardlastprofile werden häufig für Einfamilienhäuser herangezogen. Für Unternehmen empfiehlt es sich in jedem Fall, ein individuelles beziehungsweise ein gemessenes Lastprofil anfertigen zu lassen. Großabnehmer mit einem jährlichen Verbrauch ab 100.000 kWh setzen hierfür einen Lastgangzähler ein. Dieser misst alle 15 Minuten die Auslastung und liest die gemessenen Daten durch eine Schnittstelle aus.

Auf diesem ermittelten Profil baut die konkrete Anlagenplanung auf. Eine professionelle Solarfachfirma stellt sicher, dass durch die perfekte Anlagengröße und die optimale Ausrichtung ein möglichst großer Teil der erzeugten Solarenergie selbst verbraucht werden kann.

Die wichtigsten Kenngrößen zur Bestimmung der möglichen Anlagenleistung sind folgende Richtwerte:

  • der Standort des Firmengebäudes
  • die Ausrichtung der Anlage
  • die Einstrahlungsverhältnisse

Photovoltaik-Förderung speziell für Unternehmen

Genau wie Privatpersonen können auch Unternehmen von attraktiven Fördermöglichkeiten profitieren. Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) stellt zinsgünstige Kredite zur Verfügung.

Für Unternehmen, die in eine Photovoltaikanlage investieren wollen, bietet sich das KfW-Förderprogramm 274 an. Dieses fördert Anlagen zur Stromerzeugung aus erneuerbarer Energie. Gewährt wird ein Förderkredit von bis zu 50 Millionen Euro pro Vorhaben zu einem günstigen effektiven Jahreszins ab 1,21 Prozent. Je nach Laufzeit werden ein bis drei Jahre tilgungsfreie Anlaufzeit gewährt. Förderfähig sind sowohl Photovoltaikanlagen und (auch nachgerüstete) Batteriespeicher als auch Anlagen zur Stromerzeugung aus Wind, Biomasse oder Wasserkraft.

Wichtig

      Die Voraussetzung für die Förderung ist, dass zumindest ein Teil der gewonnenen Energie in das öffentliche Netz eingespeist wird.

Aber aufgepasst: Die Förderung gilt nicht für gebrauchte Anlagen, solarthermische Anlagen zur privaten oder gewerblichen Nutzung sowie Wärmepumpen.

Nicht nur als Privatperson sparen: Die richtige Förderung kennen

Auch Unternehmen können mit einer klugen Anlagenplanung und der passenden Förderung von einer Photovoltaikanlage profitieren. Auf der Webseite der KfW können sich Firmen darüber informieren, ob der angebotene Kredit zu ihrem Vorhaben passt. Neben den zinsgünstigen Krediten fallen aktuell die Fördersätze für die Einspeisung ins öffentliche Netz großzügig aus, denn bis zum 1. März 2016 wird auf eine Anpassung der Fördersätze und damit auf eine Senkung der Einspeisevergütung verzichtet. Grund dafür ist der geringe Zubau in den Monaten Dezember 2014 bis November 2015. Der Moment ist daher günstig, um als Unternehmen mit Photovoltaik ins neue Jahr zu starten.

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