EnEG/EnEV aktuell

Mehr Umweltschutz durch das neue Energieeinsparungsgesetz

01.08.2013 9:00:27

Die Pläne für das neue Energieeinsparungsgesetz (EnEG) lagen schon seit längerem vor. Am 7. Juni 2013 stimmte der Bundesrat den Veränderungen zu. Das erneuerte EnEG ist somit rechtskräftig und eine Reihe interessanter neuer Voraussetzungen für Bauherren treten in Kraft. Welche das sind, erfahren Sie hier.

energieeffizienter Hausbau (seier+seier | Flickr.com)
energieeffizienter Hausbau (seier+seier | Flickr.com)

Energieeinsparungsgesetz 2013

Nach wie vor bildet das Energieeinsparungsgesetz die Grundlage für die Energieeinsparverordnung, an der sich Architekten, Planer und Bauherren letzten Endes orientieren. Im Zuge der europaweit strengeren Klimagesetze beinhaltet auch die aktuelle Novellierung des EnEG eine Reihe an Verordnungen, die die Messlatte für energieeffizienten Hausbau höher legen. Die wichtigsten Veränderungen gegenüber dem Gesetzentwurf von 2009 im Einzelnen:

  • Niedrigstenergie-Neubauten: Als Niedrigstenergie-Bauten sind Gebäude mit einer sehr guten Gesamtenergieeffizienz definiert. Ab 2021 ist diese Effizienzklasse in allen EU-Staaten verbindlich.
  • Inspektion von Heizungs- und Klimaanlagen: Die Bundesregierung ist dazu ermächtigt, die Bedienung, Instandhaltung und Inspektion von Heizungs- und Klimaanlagen zu kontrollieren. Dies wird ab 2013 ausgeweitet.
  • Betriebskosten und Abrechnung: Die Regierung regelt, wie die Kosten für Heizung, Lüftung, Warmwasser und Kühlung unter den Endverbrauchern aufgeteilt werden. Die Verbraucher wiederum erhalten in Zukunft regelmäßige und genaue Informationen zu ihren Abrechnungen.
  • Elektrische Speicherheizsysteme: Die im EnEG 2009 geregelte Außerbetriebnahme von veralteten elektrischen Speicherheizsystemen wird gekippt. Diese dürfen vorerst über 2019 hinaus betrieben werden.
  • Energieausweis: Die wichtigsten Veränderungen im EnEG 2013 betreffen den Energieausweis, der beim Verkauf und der Vermietung von Immobilien sowie als Aushang in öffentlichen Gebäuden relevant wird:
    • Sanierungs-Hinweise sind nicht länger Zusatz, sondern fester Bestandteil des Energieausweises.
    • Verkäufer und Vermieter müssen den Ausweis berechtigten Personen nicht nur zeigen, sondern auch aushändigen.
    • Bei Immobilienanzeigen müssen relevante Daten des Energieausweises angegeben werden.
    • Energieausweise müssen zukünftig auch in Gebäuden mit starkem Publikumsverkehr (z.B. Kinos) ausgehängt werden.
    • Der Energieausweis dient nicht länger nur der Information, sondern wird in weiten Teilen – die in der neuen EnEV konkretisiert werden müssen – rechtsverbindlich.

Energieeinsparverordnung 2014

Der neue Entwurf der EnEV wird nach der Bundestagswahl 2013 verabschiedet und daher voraussichtlich erst im Januar 2014 rechtskräftig. Durch die finale Verabschiedung des EnEG sind die entscheidenden Inhalte aber bereits jetzt klar:

  • In den Jahren 2014 und 2016 wird der zulässige Primärenergiebedarf bei Neubauten um durchschnittlich 12,5 % reduziert. Die zulässige Wärmedurchgangskoeffizient von Gebäudehüllen wird um 10% verringert.
  • Die Anforderungen im Gebäudebestand werden nicht verschärft.
  • Informationen aus dem Energieausweis müssen seitens des Verkäufers oder Vermieters in Anzeigen angegeben werden. Der Energieausweis selbst muss berechtigten Personen ausgehändigt werden.
  • Die Aushangpflicht des Energieausweises wird auf Gebäude mit hohem Personenaufkommen ausgeweitet. Zudem finden Stichproben statt.

Alternative Heizmethoden

Umweltschutz Energiegesetz - KäuferportalDas Heizen mit regenerativen Rohstoffen entspricht nicht nur den neuesten EU-Richtlinien und schont die Umwelt, sondern spart langfristig Geld. Neben der Solarthermie gibt es noch andere Systeme zum alternativen Heizen.

Eine Pelletheizung (auch Pelletofen) verbrennt kleine Holzpellets, die als Abfallprodukte beispielsweise in Sägewerken entstehen. Die Anschaffungskosten für einen Pelletofen durchschnittlicher Größe und Leistung liegen zwischen 7.000 und 10.000 Euro. Die laufenden Kosten für das Brennmaterial und die Instandhaltung liegen momentan knapp unter den Preisen für Erdöl-Heizungen. Mit Pellets sind Sie allerdings unabhängig von den unaufhörlich steigenden Erdöl- und Erdgas-Preisen.

Eine weitere Möglichkeit ist die Wärmepumpenheizung (auch Wärmeluftpumpe). Sie entzieht der Umgebung Wärme, bringt diese auf einen noch höheren Wärmegrad und nutzt sie zum Beheizen von Räumen. Die Kosten einer Wärmepumpenheizung sind mit denen einer Pelletheizung vergleichbar. Für rund 10.000 Euro erhält man eine Anlage, die ein durchschnittliches Einfamilienhaus beheizen kann. Auch die Amortisationszeit ist ähnlich und wird auf ca. 10 Jahre veranschlagt.

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