Pelletofen: Aufbau und Funktion

So funktioniert das Heizen mit Pellets

06.11.2013 10:50:34

Die Zukunft des Heizens ist in starkem Maße von Biomasse abhängig. Das Heizen mittels Holzpellets vereint zahlreiche Vorteile nachhaltiger Energieerzeugung in einem Produkt. Dieser Ratgeber soll Aufschluss über Aufbau und Funktionsweise von gängigen Pelletheizungen geben und Aufschluss über deren Vorteile geben.

Kamin oder Pelletheizung? (Tilemahos Efthimiadis | Flickr.com)
Kamin oder Pelletheizung? (Tilemahos Efthimiadis | Flickr.com)

Auf dem Vormarsch: Pelletheizungen

Innerhalb der letzten 10 Jahre wurden rund 125.000 Pelletheizungen installiert, vor allem im privaten Bereich. Rund 70 Pellet-Produktionsanlagen sind allein in Deutschland in Betrieb. Die Gründe dafür liegen im Umweltschutz und natürlich auch in den geringeren Kosten. Öl- und Gaspreise steigen kontinuierlich und machen den Wechsel hin zu einer Pelletheizung lohnenswert. Laut der Fachagentur für Nachwachsende Rohstoffe stehen derzeit 300 verschiedene Modelle an Pelletheizungen zur Verfügung, die von rund 60 Herstellern kommen.

Wie funktioniert die Pelletheizung?

Holzpellets bestehen überwiegend aus getrocknetem Restholz, Sägespänen und Sägemehl. Diese werden zunächst getrocknet, damit der Wassergehalt auf weniger als 10 % sinkt. Anschließend werden die Hölzer zermahlen, damit eine homogene Holzmasse entsteht. Diese wird unter hohem Druck durch eine scheiben- oder ringförmige Matrize gedrückt, so dass zylindrische Pellets entstehen. Für den privaten Bedarf haben sich Pellets mit einem Durchmesser von 6 Millimetern durchgesetzt.

Bei den meisten Geräten wird der Brennstoff an der Rückseite des Ofens über einen Vorratsbehälter zugeführt. Bei Einzelfeuerstätten, die nur einen Raum oder auch eine Etage beheizen sollen, geschieht die Befüllung des Behälters in der Regel von Hand. Durch die hohe Schüttdichte kann eine relativ hohe Brennstoffmenge eingefüllt werden (bis zu 50 Kg), die im Schnitt für bis zu vier Tage ausreicht.

Auf der Vorderseite befinden sich bei den meisten Geräten eine Feuerraumtür mit Sichtscheibe und darunter gleich der Brennertopf mit elektronischer Zündung sowie die Luftdüsen. Nach außen hin ähnelt das Erscheinungsbild der Befeuerung dem einer Gasflamme. Durch Umluftgitter an Ober- und Unterseite des Gerätes wird die Wärme an den Raum abgegeben. Dabei wird unten einströmende Luft erwärmt und oben über die Lüftungsgitter wieder abgegeben.

Zukunft – Pelletheizung (StromZukunft2020 | Youtube.com)

Vorteile eines Pelletofens

Pelletheizungen haben den Vorteil, dass die Heizleistung nahezu konstant bleibt. Das liegt zum einen an der gleichmäßigen Struktur und Beschaffenheit der Pellets und zum anderen an der Art der Beschickung, denn Pellets lassen sich sehr leicht und vor allem gleichmäßig dosieren.
Ein weiterer Vorteil der Pelletheizung ist in der Luftzufuhr zu finden. Denn die Luft wird über ein sehr geräuscharmes Gebläse zugeführt. Pelletöfen mit Außenluftzuführung sind wegen dieser Funktionsweise von der Raumluft weitestgehend unabhängig. Gerade bei einer kontrollierten Wohnraumlüftung ist diese Eigenschaft von Bedeutung.

Während man bei einem Scheitholzkamin mehrmals täglich Holz nachlegen muss, kommen

Pelletöfen mit einer Befüllung mehrere Tage lang aus. Die Zündung erfolgt elektrisch, also per Knopfdruck, und kann deswegen auch automatisch bei Unterschreiten einer bestimmten Raumtemperatur vollzogen werden.

Pelletöfen verfügen über einen sehr hohen Wirkungsgrad im Vergleich zu anderen Methoden, in denen mit Holz geheizt wird. Wirkungsgrade von 90 % und mehr sind daher keine Seltenheit, sondern eher die Regel. Dieser Effekt wird vor allem durch die hohe Brennstoffhomogenität und die gleichmäßige Zufuhr erzielt. Darüber hinaus entsteht bei einer Pelletheizung aufgrund von Aufbau und Funktionsweise ein sehr geringer Kohlenmonoxidausstoß, der weit unter den Werten anderer Einzelfeuerungsstätten liegt.

Jetzt umsteigen

Pelletheizungen sind in den vergangenen Jahren immer populärer geworden und haben sich zu einem wirtschaftlich und ökologisch sinnvollen Heizsystem entwickelt. Die Vorteile liegen auf der Hand: Unabhängigkeit von Preisschwankungen durch nachwachsende Rohstoffe und eine nahezu neutrale CO2-Bilanz.

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