Heizen mit Holz

Pellets – günstig und umweltfreundlich

13.08.2013 8:18:59

Erdöl und Erdgas dominieren den Heizungsmarkt seit Jahrzehnten. Klimawandel und Rohstoffknappheit erfordern jedoch ein Umdenken. Das traditionelle Heizen mit Holz kehrt zurück – in „Stäbchenform“: Die kleinen Holzpellets sind besser zu dosieren als die Holzscheite früherer Zeiten. Doch wo liegen die Vorteile gegenüber Erdöl und Erdgas? Und wie rentiert sich eine Pelletheizung auf Dauer?

Holzpellets zum Heizen (Andrew_Writer | Flickr.com)
Holzpellets zum Heizen (Andrew_Writer | Flickr.com)

Pelletheizung: Höhere Investitionskosten, langfristiges Sparen

Der Brennkessel ist das zentrale Element einer Pelletheizung und gleichzeitig der größte Kostenfaktor. Ein Kessel von durchschnittlicher Größe und Qualität kostet zwischen 10.000 und 12.000 Euro. Damit ist er ungefähr doppelt so teuer wie ein Gasbrennwertkessel (ca. 4.500 Euro) oder ein Ölbrennwertkessel (ca. 6.000 Euro). Hinzu kommen weitere Bauteile, die den Pellet-Kessel ergänzen: Der Lagertank für die Holzpellets, das Fördersystem sowie ein optionaler Warmwasserspeicher. Alles in allem beläuft sich die Anschaffung einer kompletten Pelletheizung – je nach Größe, Ausstattung, Qualität – auf rund 20.000 Euro. Damit liegen die reinen Investitionskosten knapp über denen einer Ölheizungs-Anlage (ca. 17.000 Euro) und etwas deutlicher über den Anschaffungskosten einer Gasheizung (ca. 15.000 Euro). Warum rentiert sich eine Pelletheizung trotzdem? Die Antwort liegt im günstigeren Brennstoff, den Pellets.

Pellets: Wie teuer? Wie effizient?

Bei den Brennstoff-Preisen zeigt die Pelletheizung ihre Stärken. Mit derzeit 5,5 ct/kWh liegt der durchschnittliche Pelletpreis deutlich unter dem von Erdöl (8,5 ct/kWh) und Erdgas (6,8 ct/kWh). Zudem verlief die Preisentwicklung der Holzstäbchen in den letzten Jahren konstant – im Gegensatz zum schwankenden und schwer kalkulierbaren Erdöl-Preis. Eine Tonne Holzpellets kostet derzeit rund 250 Euro.

Der genaue Verbrauch der Pellets hängt natürlich von den baulichen Voraussetzungen ab. Besonders ein energieeffizienter Neubau kann den Pelletbedarf reduzieren. Grundsätzlich lässt sich jedoch festhalten: 2 kg Pellets entsprechen 1 l Öl bzw. 1 m³ Gas. Bei einem Jahresverbrauch von rund 3.000 l Erdöl oder 4.000 m³ Gas (Richtwerte für ein Einfamilienhaus mit 3-4 Personen), würden ca. 6 t Pellets und somit 1.500 Euro jährliche Brennstoff-Kosten anfallen. Dementsprechend sparen Pellets gegenüber Öl und Gas jedes Jahr zwischen 400 und 500 Euro. Je länger die Pelletheizung also in Betrieb ist, desto mehr rentiert sie sich. Nach 20 Jahren beträgt die Ersparnis gegenüber den anderen beiden Heizarten 8.000 bis 10.000 Euro. Die ursprünglichen Anschaffungskosten für den Heizkessel haben sich damit mehr als amortisiert.

Tipp: Geld sparen durch staatliche Förderung

Die Bundesregierung verfolgt das Ziel, bis zum Jahr 2020 mindestens 14 % aller Wärmeleistungen in Deutschland aus erneuerbaren Energien zu gewinnen – und schafft entsprechende Anreize. Das BAFA (Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle) bietet Förderungen für Pelletheizungen unterschiedlicher Ausstattung:

  • Pelletkessel (5-100 kW Leistung): Basisförderung von mind. 2.400 Euro, Effizienzbonus (bei sehr guter Wärmedämmung des Hauses) von mind. 1.200 Euro
  • Pelletkessel (5-100 kW) mit Pufferspeicher (mind. 30 l/kW): Basisförderung von mind. 2.900 Euro, Effizienzbonus von mind. 1.450 Euro
  • Pelletofen (ab 5 kW) mit Wassertasche: mind. 1.400 Euro
  • Kombinationsbonus (Pelletofen und Solaranlage): 500 Euro
  • Innovationsbonus (Maßnahmen zur Verminderung von Holzemissionen): 750 Euro

Umweltfreundlichkeit

Im Gegensatz zu Erdöl und Erdgas ist die Verbrennung von Holzpellets CO2-neutral. Es wird nur so viel Kohlenstoffdioxid abgegeben, wie beim natürlichen Verrotten des Baumes sowieso entstanden wäre. Bei der Verbrennung von nur einem Liter Heizöl hingegen entstehen rund 3 kg CO2. Nicht unterschlagen darf man den CO2-Ausstoß, der durch die Herstellung und den Transport der Pellets entsteht. Die Gesamtbilanz der Pellets ist dadurch nicht komplett klimaneutral, im Vergleich zu Öl und Gas aber immer noch deutlich geringer. Zudem entstehen 85 % der Pellets aus Holzspänen, die als Abfallprodukt in Sägewerken anfallen. Eine Belastung der Wälder Mitteleuropas, deren Bestand mit 3,6 Milliarden m³ ohnehin mehr als gesichert ist, ist somit nicht abzusehen.

Wo gibt es Holzpellets?

Holzpellets finden Sie beim Fachhändler in der Nähe. Informieren Sie sich im Internet über die besten lokalen Lieferanten und vergleichen Sie dabei die Pelletpreise. Der Direktkauf übers Internet einschließlich Lieferung wird von den meisten Pellet-Händlern angeboten.

Weitere Tipps zum Pelletkauf:

  1. Achten Sie auf qualitative Unterschiede. Kaufen Sie nur Pellets mit den Gütesiegeln DINplus oder ENplus.
  2. Pellets mit glatter Oberfläche und ohne Längsrisse deuten auf Qualitätsware hin.
  3. Pellet-Tankstelle: Seit 2010 existieren Tankstellen, an denen Sie die Pellets selbst abholen können. Aus einem großen Silo füllen Sie die Pellets einfach in Ihren PKW-Anhänger. Diese „lose Ware“ ist häufig günstiger als in Säcken abgefüllte Pellets.
  4. Kaufen Sie Pellets im Sommer, denn viele Anbieter bieten einen „Frühkauf-Rabatt“. So sind Sie rechtzeitig für den Winter gerüstet und sparen am Gesamtpreis.
Jörg Borgers
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