Einfacher als gedacht - Corinna Lang weiß warum

Die Möglichkeiten der Stromspeicherung

18.09.2013 13:20:57
Die Energiewende ist beschlossene Sache: Bis 2022 sollen alle deutschen Kernkraftwerke vom Netz genommen werden und bis 2050 80 Prozent der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien erfolgen. Da jedoch gerade Wind- und Sonnenenergie nicht rund um die Uhr zur Verfügung stehen, werden Stromspeichertechnologien immer wichtiger.
Höchste Zeit... (mjaysplanet| Flickr.com)
Höchste Zeit… (mjaysplanet| Flickr.com)

Pumpspeicherkraftwerke

Zu den bekanntesten Speicherarten gehören Pumpspeicherkraftwerke. Diese nutzen überschüssigen Strom, um Wasser von einem niedriger gelegenen in ein höher liegendes Becken zu pumpen und dort zu speichern. Sinkt das Stromangebot im Netz kritisch ab, wird das Wasser wieder abgelassen. Dabei treibt es eine Turbine an, die elektrische Energie erzeugt. Für gewöhnlich befinden sich diese Anlagen in hügeligem bis bergigem Gelände. Seit einiger Zeit sind jedoch auch Pumpspeicherkraftwerke unter Tage in Planung. So sollen Erz- bzw. Kohlestollen mit Pipelinesystemen ausgestattet werden. Diese Methode hat den Vorteil, dass Eingriffe in Ökosysteme oder das Landschaftsbild vermieden werden.

Akkumulatoren

Im Fokus von Forschung und Entwicklung stehen derzeit jedoch wiederaufladbare Batterien, sogenannte Akkumulatoren. Diese speichern elektrische Energie auf elektrochemischer Basis. Am bekanntesten sind die Lithium-Ionen-Akkus. Diese gibt es sowohl in kleinem als auch in großem Maßstab. So bieten sich für Privathaushalte, die eine Solaranlage für den Eigenverbrauch betreiben, Akkus ab einer Kapazität von rund 4,5 Kilowattstunden an. Nach oben hin sind, was die Kapazität der Akkus betrifft, praktisch keine Grenzen gesetzt. In Berlin steht beispielsweise eine 2,56-Megawatt-Lithium-Eisenphosphat-Batterie, die seit Mitte Februar Teil eines virtuellen Kraftwerks ist.

Wasserstoff

Eine andere Art der Stromspeicherung bietet die Wasserelektrolyse. Hier wird überschüssige elektrische Energie genutzt, um Wasser mittels Elektrolyse in Wasserstoff und Sauerstoff zu spalten. Der so gewonnene Wasserstoff kann anschließend in Wasserstofftanks gelagert werden. In Bedarfszeiten wird der Wasserstoff in Brennstoffzellen eingesetzt, wo er zusammen mit Sauerstoff zu Wasser verbrennt. Bei dieser Reaktion wird elektrische Energie freigesetzt, die dann ins Stromnetz eingespeist werden kann.

Kreative Lösungen

Einen völlig anderen Ansatz verfolgt ein junges Unternehmen aus Kalifornien: Es hat ein System entwickelt, bei dem überschüssiger Strom dazu verwendet wird, Elektroloks einen Berg hinauf zu bewegen. Entsteht ein Strombedarf, lässt man die Lokomotive einfach wieder den Berg hinab rollen. Beim Bremsen wird dann über einen integrierten Generator elektrische Energie erzeugt.

Welche Stromspeichermethode schließlich dominieren wird, ist noch nicht ganz abzusehen. Es gibt jedoch so viele unterschiedliche Möglichkeiten, Energie zu speichern, dass dem Ausbau der Erneuerbaren eigentlich nichts mehr entgegenstehen dürfte.

Über Corinna Lang

Corinna Lang

Corinna Lang ist seit 2009 Chefredakteurin beim CleanEnergy Project. Initiator ist GlobalCom PR-Network, eine Agentur für Presse- & Öffentlichkeitsarbeit, mit Spezialisierung auf Nachhaltigkeit, Erneuerbare Energien, Energieeffizienz & Umwelttechnik. Zu Corinnas G+Profil geht´s hier entlang.

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