Gegen die Preisspirale

Lassen sich mit einer eigenen Solaranlage die Stromkosten senken?

18.08.2013 15:37:41
Die Kosten für Strom sind in den letzten Jahren stetig gestiegen und eine Umkehr der Preisspirale ist vorerst nicht abzusehen. Sich nach kostengünstigeren Stromquellen umzusehen lohnt sich immer und die viel diskutierten Solaranlagen gelten oft als sichere Möglichkeit Geld zu sparen. Doch helfen sie wirklich dabei die Stromkosten effektiv zu senken?
Mit Solarenergie Kosten senkenMit Solarenergie Kosten senken (Images_of_Money | Flickr.com)

Energiemenge einer Solaranlage

Solaranlagen produzieren Strom, der zum einen vom eigenen Haushalt verbraucht und zum anderen in die öffentlichen Stromnetze eingespeist werden kann. Wie hoch die Strommenge ist, die eine Solaranlage erzeugen kann, ist je nach Anlage unterschiedlich. Neigungswinkel und Ausrichtung des Daches, Verschattung und durchschnittliche regionale Sonneneinstrahlung sind entscheidende Faktoren für den Energieertrag.

Solarhaus
Solarhaus (davinci | Flickr.com

Das Fraunhofer-Institut für solare Energiesysteme hat in einer Beispielrechnung den Ertrag einer normalen Aufdach-Solaranlage dem durchschnittlichen Stromverbrauch einer vierköpfigen Familie gegenübergestellt und kam zu dem Ergebnis, dass ungefähr 30 Prozent des Stromverbrauchs der Beispielfamilie durch eine Solaranlage abgedeckt werden kann.

Die Rechnung ist natürlich stark vereinfacht. Beispielsweise produziert eine Solaranlage im Winter und nachts, wenn keine Sonne scheint, weniger Strom als die Familie benötigt. Zur Mittagszeit oder im Hochsommer wird die Solaranlage mehr Energie produzieren, als die Familie nutzen kann. Die überschüssige Energie wird dann in das öffentliche Stromnetz eingespeist und dafür erhält die Familie eine Einspeisevergütung.

Sinkende Einspeisevergütung für Solaranlagen

Die Vergütung für Solarstrom wird in Euro-Cents pro Kilowattstunde Strom gerechnet. Entscheidend ist der Zeitpunkt der ersten Einspeisung: Die dann geltende Vergütung ist für 20 Jahre konstant – egal, wie der Euro-Cents/Kilowattstunde-Preis im Laufe der Jahre angepasst wird. In den letzten Jahren ist die Höhe der Einspeisevergütung konstant gefallen. Betrug sie im Jahr 2010 noch 33 Cent pro Kilowattstunde, erhalten Betreiber von Solaranlagen heute noch etwa 15 Cent pro Kilowattstunde. Die Einnahmen aus einer Solaranlage müssen versteuert werden, so dass der Netto-Betrag noch ein wenig niedriger liegt.

Solaranlagen Beratung

Eigenverbrauch erhöhen

Solaranlagen, die jetzt oder später ans Netz angeschlossen werden, haben eine geringere Einspeisevergütung. Doch deswegen sollte man sich nicht davon abbringen lassen die Installation einer Solaranlage zu planen. Erhöht man den Anteil des selbst verbrauchten Stroms, also dem Eigenverbrauch, kann man bei der Höhe der derzeitigen Strompreise auch auf diesem Weg erheblich sparen.

Da nicht immer die gesamte Menge an produziertem Strom direkt verbraucht werden kann, gelingt dies nur mit einem Stromspeicher. Mit einem solchen Speicher kann die überschüssige Energie dann verbraucht werden, wenn der Haushalt diese tatsächlich benötigt. Eine Solaranlage produziert tagsüber bei Sonnenschein jede Menge Strom – sind die Bewohner aber berufstätig und nicht zuhause, kann die erzeugte Energie zu diesem Zeitpunkt nicht verwertet werden.

Bezogen auf die Rechnung des Fraunhofer-Instituts könnte die vierköpfige Familie einen Speicher mit der Speicherkapazität von 4 Kilowattstunden installieren lassen. Mit diesem Speicher wäre eine weitere Einsparung von 30 Prozent der Energiekosten möglich. Damit hätte die Familie bereits 60 Prozent ihres benötigten Stroms selber produziert und müsste nur noch 40 Prozent des konventionellen Stroms aus dem Netz beziehen.

Strom speichern

Derzeit werden in erster Linie Lithiumbatterien und Blei-Gel-Akkus als Speicher für Solaranlagen eingesetzt. Noch sind die Anschaffungskosten mit etwa 3.000 € für eine Batterie mit 1 Kilowattstunde Speicherkapazität relativ hoch.
Bezogen auf die Rechnung des Fraunhofer-Instituts müsste die 4-köpfge Familie um 4 Kilowattstunden zu speichern so rund 12.000 € für einen Speicher ausgeben. Bei der durchschnittlichen Lebensdauer der Batterien ergäbe das (nur die Kosten für die Batterien berücksichtigt) einen Kilowattstunden-Preis von etwa 20 Cent.

Lithiumbatterien und Blei-Gel-Akkus im Vergleich

So oft kann ein Akku geladen werden bis, die Akkukapazität um 20 Prozent sinkt:

  • Blei-Gel-Akkus: 1.600 – 3.000 Mal
  • Lithiumbatterien: 2.600 – 10.000 Mal

So lange hält ein Akku, bis einen neuen anschaffen müssen

  • Blei-Gel-Akkus: 8 – 15 Jahre
  • Lithiumbatterien: 10 – 25 Jahre

Fördermöglichkeiten für Speicher

Die KfW-Förderbank unterstützt die Anschaffung von Stromspeichern finanziell. Dabei fällt die Höhe der Förderung ganz unterschiedlich aus und hängt von verschiedenen Parametern ab. Durchschnittlich werden 660 € pro Kilowattstunde gezahlt, doch nur maximal 3.000 € pro Anlage.

Neben Krediten für die Installation einer Solaranlage bietet die KfW auch Kredite für den Einbau der Batteriespeicher. Die Förderung ist allerdings an gewisse Auflagen geknüpft. So müssen 40 Prozent der produzierten Energie verbraucht oder gespeichert werden und nur maximal 60 Prozent dürfen ins Netz eingespeist werden. Werden diese Auflagen nicht eingehalten, droht eine Abregelung der Anlage.

Wie sehen die Zukunftsprognosen für Solaranlagen aus?

Alternative Energien zu fördern ist das erklärte Ziel der derzeitigen Bundesregierung. Der Anteil an erneuerbarem Strom, das heißt unter anderem durch Solarenergie und Windkraft gewonnenem Strom, soll konstant erhöht werden. Ebenso wird in die Erforschung und Weiterentwicklung der Speichertechnologien viel Zeit und Geld investiert. Bessere Speichertechnologien ermöglichen eine höhere Energie-Effizienz. Hinzu kommt, dass die meisten Experten ein signifikantes Sinken der Preise für Solarmodule und Batteriespeicher vorhersagen. Bei konventionellem Strom ist hingegen davon auszugehen, dass die Preise für Privathaushalte stetig weiter steigen werden.

Vorteile von Solarenergie (SMA Solar Technology | Youtube.com)

Durch Solaranlagen lassen sich langfristig effektiv Stromkosten senken. Auch wenn die Kosten für die Speichereinheiten im Augenblick noch eine Hürde darstellen, scheint hier die Preisentwicklung positiv. Auf Dauer können Solaranlagen, vor allem in Bezug auf steigende Preise beim konventionellen Strom, eine echte Alternative darstellen.

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