Die Beliebtheit von grünen Strom wächst.

Ist Ökostrom wirklich immer Ökostrom?

19.08.2013 11:28:21

Grüner Strom wird in Deutschland immer beliebter, das zeigt sich auch in den Zahlen der neu aufkeimenden Ökostrom-Tarife und Ökostrom-Anbieter, aber auch in den Haushalten, die mittlerweile ganz gezielt nach Ökostrom suchen.

Was viele Haushalte jedoch nicht wissen: Nicht jeder Tarif beinhaltet auch „gleich viel“ grünen Strom. Zwar werden die Öko-Tarife in Deutschland mit diversen Siegeln und Zertifikaten ausgezeichnet. Diese haben aber teilweise gänzlich unterschiedliche Qualitätsanforderungen. Das wiederum macht eine einheitliche Aussage darüber, ob der eingespeiste Strom tatsächlich aus regenerativen Quellen erzeugt wird, ungemein schwierig. Wer also tatsächlich darauf achten möchte, dass er tatsächlich vollständig “grünen Strom” geliefert bekommt, sollte sich mit den Zertifikaten, Siegeln und üblichen Vorgehensweisen in der Energiebranche befassen. Dann kann man sich später zumindest sicher sein, der Umwelt auch zu 100 Prozent etwas Gutes zu tun.

Wieviel Umweltfreundlichkeit in den Tarifen steckt

Solardach

Solardach

Um eines der begehrten Ökostrom-Siegel zu erhalten, müssen Anbieter die von der Vergabestelle aufgelegten Richtlinien erfüllen. Diese können unter den Siegeln stark variieren und haben häufig ganz andere Zielsetzungen im Blick. So werden einige Öko-Siegel schon dann ausgegeben, wenn Anbieter in sehr effizienten Produktionsstätten ihren Strom herstellen, die jedoch keine Atomkraftwerke sind. Zu nennen wäre hier Energie aus Gaskraftwerken, die mit Kraft-Wärme-Kopplung betrieben werden. Diese Kraftwerke werden häufig zwar dem Ökostrom untergeordnet und berechtigen damit auch zur Vergabe einiger Siegel, so wirklich regenerative Energiequellen werden dabei aber nicht erschöpft.

Folglich unterscheiden sich die Zertifikate auch in ihrem ökologischen Wert, den der Anbieter mit seinem Tarif und seiner Art der Einspeisung erreichen möchte. Ebenfalls ist die Nachhaltigkeit ein wichtiger Faktor, ob Ökostrom tatsächlich Ökostrom ist. Viele Siegel und Zertifikate bestehen darauf, dass nicht nur als Momentaufnahme Ökostrom eingespeist wird, sondern der Anbieter nachhaltig seinen Dienst leistet, um das Verhältnis zwischen normalem und grünem Strom zu Gunsten des Ökostroms zu kippen. Das beinhaltet üblicherweise eine Regel, die besagt, dass Anbieter einen Teil ihrer erzielten Gewinne und Umsatzerlöse in den Ausbau regenerativer Energiequellen investieren müssen. Verpflichtet das Zertifikat den Anbieter nicht dazu, wird langfristig auch kein Fortschritt im Ausbau der regenerativen Energien erzielt.

Echte Öko-Zertifikate

Verbraucher sollten bei der Wahl des Anbieters darauf achten, dass dieser mit dem einzig effizienten und zeitgleich höchsten Zertifikat ausgestattet wurde: dem „Grüner Strom Label“. Hier wird tatsächlich Ökostrom, beispielsweise aus Solarkraft oder Windkraft, eingespeist. Die Träger des Siegels verpflichten sich zudem, nachhaltig in den Ausbau der regenerativen Energiequellen zu investieren. Mit kleineren Abstrichen trifft das auch auf das „OK-Power“-Siegel zu, während das RECS-Zertifikat und der TÜV-Süd wenig bis gar keinen Wert auf Nachhaltigkeit legen – hier wird lediglich die Momentaufnahme erfasst. Tatsächlich in vollem Umfang „grüne“ Anbieter sind zum Beispiel:

  • Greenpeace Energy
  • Lichtblick AG
  • Naturstrom AG
  • Elektrizitätswerke Schönau
  • Grünwelt Energie

Quelle: Liste der Stromanbieter in Deutschland

Diese Anbieter sind mit dem OK-Power Siegel, dem Grüner Strom Label Zertifikat oder sogar beiden Auszeichnungen ausgestattet. Damit speisen sie nicht nur nachweislich Ökostrom in die gewählten Haushalte ein, sondern sorgen durch Investitionen in den regenerativen Energiesektor auch für einen stetigen Ausbau und eine höhere Verbreitung von grüner Energie. So können sich Haushalte sicher sein, dass auch tatsächlich ein Mehrwert für die Umwelt erzielt wird.

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