Betriebliches Gesundheitsmanagement

Wasserspender und Co. – Steuervorteile der betrieblichen Gesundheitsförderung

09.12.2014 16:23:37

Zufriedene und gesunde Mitarbeiter sind produktiver, das ist kein Geheimnis. Trotzdem schöpfen viele Unternehmen noch nicht die Möglichkeiten aus, die ihnen für die gesundheitliche Förderung ihrer Mitarbeiter zur Verfügung stehen. Wir zeigen Ihnen, welche steuerlichen Vorteile Sie als Unternehmen nutzen können.

Unternehmen und Mitarbeiter profitieren gleichermaßen

Arbeitgeber genießen vor allem den Vorteil, dass weniger bürokratischer Aufwand entsteht, wenn sie Mitarbeitern betriebliche oder externe Kurse zukommen lassen, die deren Gesundheit fördern. Bis zu einem Betrag von 500 Euro pro Mitarbeiter müssen Sie als Arbeitgeber nicht mehr nachweisen, ob die Maßnahmen vorwiegend aus Firmeninteresse durchgeführt werden. Das besagt das Jahressteuergesetz § 3 Nr. 34 Einkommenssteuer-Gesetz (EStG). Die Leistungen können demnach als „freiwillige soziale Aufwendung“ deklariert werden und sind somit lohnsteuer- und sozialversicherungsfrei. Sobald die Kosten der Maßnahmen mehr als 500 Euro betragen, muss Ihr Unternehmen nachweisen, dass diese hauptsächlich im betrieblichen Interesse liegen.

Tipp der Redaktion

Bei Leistungen, die als überwiegend eigenbetriebliches Interesse eingestuft werden, sind sogar mehr als 500 Euro möglich. Diese sind generell keine von Arbeitnehmern als geldwerter Vorteil zu versteuernde Leistungen, daher greift die Steuerfreiheitsgrenze hier nicht. Zu den förderfähigen Maßnahmen gehören unter anderem Rückentrainingsprogramme und Massagen bei Büroarbeit. Diese Leistungen hat der Bundesfinanzhof in die entsprechende Kategorie eingestuft.
Sabine Fischer

Mitarbeiter profitieren durch die Maßnahmen von geringeren gesundheitlichen Belastungen und einem gesteigerten Wohlbefinden. Ganz nebenbei wird das Betriebsklima verbessert und die gesteigerte Arbeitszufriedenheit führt zu einer positiveren Arbeitseinstellung. Das kommt in der Konsequenz durch die Verringerung der Krankheitstage auch wieder Ihnen als Arbeitgeber zugute.

Welche gesundheitlichen Maßnahmen sind steuerfrei?

Die Maßnahmen, für die der Steuerfreibetrag genutzt werden kann, sind vielfältig: Eingeschlossen sind sowohl Angebote, die von den Mitarbeitern eigenverantwortlich und außerhalb des Betriebes genutzt werden, als auch innerbetriebliche Aktionen. Vorausgesetzt die Maßnahmen erfüllen die Kriterien, die im Leitfaden Prävention „Gemeinsame und einheitliche Handlungsfelder und Kriterien der Spitzenverbände der Krankenkassen zur Umsetzung von § 20 und § 20a des Fünften Sozialgesetzbuches (SGB V)“ festgelegt sind.

gesundheitliche maßnahmen

Eine Übernahme der Beitragszahlungen für Fitnessstudios oder Sportvereine sind dagegen nicht sozialversicherungs- und steuerfrei. In Ausnahmefällen sind diese jedoch möglich, wenn beispielsweise ein Rückenschulungskurs in Anspruch genommen wird und der Trainer eine einschlägige Qualifikation nachweisen kann.

Trinkwasserversorgung als zusätzliche gesundheitsfördernde Maßnahme

krankheitstage verringern

Ein durchdachtes Gesundheitsmanagement reduziert Krankheitstage

Neben gesundheitsfördernden Kursen und Maßnahmen ist auch die Trinkwasserversorgung der eigenen Mitarbeiter ein zentraler Baustein eines effektiven Gesundheitsmanagements. Durchschnittlich besteht der menschliche Körper zu etwa 60 Prozent aus Wasser. Der ideale tägliche Wasserkonsum zur vollen Leistungsfähigkeit beträgt der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e. V. zufolge zwischen 1,5 und 2 Litern Wasser. Mit einem zentral platzierten Wasserspender in Ihren Geschäftsräumen steigern Sie gleichzeitig die Gesundheit und die Zufriedenheit der Mitarbeiter. Das Angebot der Trinkwasserversorgung wird von Beschäftigten in der Regel sehr gut aufgenommen und wirkt sich positiv auf die Konzentrationsfähigkeit und die Motivation aus. Erfahren Sie hier mehr darüber, was Sie bei der Anschaffung eines Wasserspenders konkret beachten müssen.

Strukturierte Herangehensweise für eine ideale Gesundheitsförderung

Die Gesundheitsförderung darf sich nicht auf einzelne Maßnahmen beschränken. Um ein kontinuierlich gutes betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM) zu gewährleisten, ist eine strukturierte Herangehensweise notwendig. Das Vorgehen beinhaltet in der Regel vier Schritte. Diese reichen von der Analyse bis zur dauerhaften Überprüfung der gesundheitsfördernden Maßnahmen.

schritte

 

Wer kann die betriebliche Gesundheitsförderung nutzen

Aktuell machen vor allem bereits größere Firmen von der Möglichkeit betrieblicher Gesundheitsförderung Gebrauch. Kleine und mittlere Unternehmen nutzen die Möglichkeiten allerdings bisher nur selten, obwohl in ihnen rund 66 Prozent aller sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten zusammengefasst sind. Die Gründe für die seltene Nutzung liegen zumeist in einem unzureichenden Wissen über die bestehenden Möglichkeiten und teilweise in Schwierigkeiten bei der Umsetzung. Häufig wissen die Unternehmen nicht, an welche Kooperationspartner sie sich wenden können oder welche Ressourcen ihnen genau zur Verfügung stehen. Viele Krankenkassen bieten Services für Unternehmen an, mit denen sich Arbeitgeber über die Möglichkeiten betrieblicher Gesundheitsförderung informieren können.

betriebliches gesundheitsmanagement

Die Versicherungswirtschaft geht in Sachen BGM mit gutem Beispiel voran

 

Unbürokratische Förderung für die Gesundheit der eigenen Mitarbeiter

Bereits seit dem 1. Januar 2009 erhalten Unternehmen eine steuerlich unbürokratische Unterstützung, wenn sie in die Gesundheit der eigenen Mitarbeiter investieren. Bis zu 500 Euro können Unternehmen jährlich pro Mitarbeiter lohnsteuerfrei für gesundheitsfördernde Maßnahmen der eigenen Belegschaft einplanen. Mitarbeiter und Geschäftsführung profitieren von dieser Förderung gleichermaßen, denn gesunde und zufriedene Mitarbeiter leisten bessere Arbeit und haben nachweislich weniger Ausfälle durch Krankheitszeiten.

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