Steuern sparen

Die besten Steuerspartipps für Unternehmen zum Jahresende

19.12.2013 11:47:55

Das Jahr neigt sich dem Ende zu und für viele Unternehmen kann es sich finanziell auszahlen, noch vor Ende 2013 einige Investitionen zu tätigen – und damit richtig Steuern zu sparen. Wir zeigen Ihnen, was Sie noch vor Jahresende umsetzen sollten und wie Sie mit wenigen Tricks die Steuern für Ihr Unternehmen senken. 

Gewinne als Rücklagen deklarieren

Bis Ende 2013 können Unternehmer noch viel tun, um ihre Steuerlast zu senken. Zeichnet sich für dieses Jahr ein deutlicher Gewinn ab, sollten Sie darüber nachdenken, ob Sie einen Teil der Gewinne als Rücklagen deklarieren. Wenn Sie dies beim Finanzamt beantragen, müssen Sie die Gewinnsumme nur mit rund 28 statt mit 45 Prozent besteuert. Allerdings bleibt der Steuervorteil nur so lange bestehen, wie das Geld Ihrer Firma auch tatsächlich als Rücklage dient. Lösen Sie das Geld später doch aus, fällt ein weiterer Steuersatz von 25 Prozent an.

Tipp der Redaktion

Der Rücklagen-Spartrick lohnt sich dann, wenn die Gewinne dieses Jahr relativ hoch ausfallen und Sie planen, das Geld für mindestens rund sieben Jahre in der Firma zu belassen.
Peter Kühne

Anschaffungskosten jetzt geltend machen

Was früher Ansparabschreibung genannt wurde, heißt nun Investitionsabzugsbetrag. Wer sich noch bis Ende des Jahres entscheidet, dass er bis 2016 verschiedene Investitionsgüter, wie Kopierer oder Telefonanlagen anschaffen möchte, kann diese bereits vorab beim Finanzamt anmelden. Es reicht dabei völlig aus, dass die Anschaffung erstmal nur geplant ist – der tatsächliche Kauf kann auch 2014 erfolgen. Nachgewiesen wird dies beim Finanzamt mit einer Liste der geplanten Investitionen, wobei insgesamt Anschaffungen bis 200.000 Euro möglich sind. Sie können bis zu 40 Prozent der noch nicht getätigten Anschaffungen schon dieses Jahr geltend machen und somit den Gewinn senken – das spart deutlich Steuern.

Tipp der Redaktion

Dieser Spartrick eignet sich besonders für Unternehmen, die für 2013 nicht mehr als 235.000 Euro Eigenkapital in den Bilanzbüchern stehen haben.
Peter Kühne

Sonderabschreibungen ausnutzen

Für Unternehmen, die bereits investiert haben, gilt: nutzen Sie noch die Sonderabschreibung. Haben Sie 2013 eine größere Investition getätigt, können Sie nicht nur den üblichen Steuersatz für die lineare Abschreibung geltend machen. Haben Sie beispielsweise einen Gebrauchsgegenstand, wie einen Gabelstapler angeschafft, können Sie zusätzlich noch rund 20 Prozent für die Abnutzung abschreiben. Diesen Vorteil können Sie immer dann nutzen, wenn Ihre Bilanz nicht mehr als 235.000 Euro an Eigenkapital aufweist. Sollten Ihre Gewinne so gering sein, dass sich die Sonderabschreibung für Sie derzeit kaum lohnt, können Sie diese auf bis zu fünf Jahre strecken. Sie verteilen somit den Betrag auf die gesamte Zeit und schmälern so den zu zahlenden Steuerbetrag.

Auch geringe Anschaffungen lohnen

Kleinere Investitionen, wie Kaffeevollautomaten oder Bürogeräte können direkt abgesetzt werden. Alle Anschaffungen unter 410 Euro können sofort vom Gewinn in 2013 abgezogen werden und schmälern damit die Steuerlast. Höhere Beträge müssen Sie auf mehrere Jahre strecken. Sie können auch mehrere Kleinbeträge zu einem Sammelposten zusammenfassen und diese über mehrere Jahre mit bis zu 20 Prozent abschreiben. Bis 1.000 Euro können Sie entscheiden, ob Sie den fixen Abschreibungszeitraum von fünf Jahren wählen oder ob Sie eine betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer ansetzen. Damit ist der Zeitraum gemeint, über den der gekaufte Gegenstand vermutlich genutzt werden kann. Für Büromöbel wären das zum Beispiel 13 Jahre, über die die Anschaffungskosten verteilt werden müssten.

Tipp der Redaktion

Damit Sie die Vergünstigung noch 2013 nutzen können,  ist es wichtig, dass der Kauf noch vor dem Jahreswechsel getätigt wird – die reine Bestellung reicht dabei nicht aus.
Peter Kühne

Weihnachtsfeier absetzen

Um die Gewinne und damit die Steuerlast noch kurz vor Jahresende zu senken, können Sie auch für Ihre Mitarbeiter eine Weihnachtsfeier ausrichten. Rund 110 Euro sind pro Mitarbeiter für den Unternehmer lohnsteuerfrei. Im Mai 2013 wurde beim Bundesfinanzhof sogar einer Klage stattgegeben, die es ermöglicht, unter gewissen Gesichtspunkten diese finanzielle Grenze auszudehnen (Aktenzeichen VI R 93/10). Bei bestimmten Anlässen und je nach Teilnehmerzahl kann laut diesem Präzedenzfall ein höheres Budget angerechnet werden. Sie sollten die Ausgaben in dem Fall als Betriebsausgaben buchen und im Einzelfall prüfen, was Sie absetzen können.
Auch Weihnachtsgeschenke an die Mitarbeiter lassen sich als Betriebskosten abziehen. Wenn Sie diese bei der Weihnachtsfeier überreichen,  können Sie die Geschenkkosten mit der Feier für 110 Euro pro Person verrechnen. Ansonsten ist die Steuerfreigrenze pro Geschenk bei 40 Euro gedeckelt. Überschreiten die Geschenkkosten diesen Betrag, werden Lohnsteuer und Sozialabgaben fällig.

Umsatzgrenze für Kleinunternehmer prüfen

Wenn Sie als Unternehmer in 2012 nur maximal 17.500 Euro Umsatz gemacht haben und im laufenden Jahr unter 50.000 Euro bleiben, gelten Sie als Kleinunternehmer. In diesem Fall sind Sie umsatzsteuerbefreit. Wollen Sie auch im kommenden Jahr von der Kleinunternehmerregel Gebrauch machen,  sollten Sie bis zum 31. Dezember Ihren Gesamtumsatz des aktuellen Jahres ermitteln. Wenn die Umsatzgrenze für Kleinunternehmer überschritten wird, gilt ab dem 1. Januar 2014 der Regelsteuersatz und Sie müssen sowohl die Umsatzsteuer ausweisen, als auch eine Steuervoranmeldung abgeben.

Tipp der Redaktion

Überschlagen Sie zum Jahresende Ihren Gewinn für 2013. Wenn das Ergebnis geringer ausfällt, können Sie beim Finanzamt einen Antrag stellen, dass Ihre Einkommensteuer-Vorauszahlung angepasst wird – und Sie müssen nicht unnötig hohe Beträge vorab zahlen und erhalten Ihren Cash flow.
Peter Kühne

Am besten einen Steuerprofi kontaktieren

Unsere Steuerspartipps helfen Unternehmern und Selbstständigen dabei, noch kurz vor Jahresende ihre Steuerlast zu senken. Dennoch sollten Sie auf eine umfassende Beratung eines Steuerfachwirts nicht verzichten.

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