Strenge Bestimmungen und Normen

Was Sie beim Neu-und Umbau eines Personenaufzuges beachten müssen

09.07.2013 15:19:30

Personenaufzüge bilden einen wesentlichen Beitrag für Barrierefreiheit und Mobilität. Ob Neubau – oder Modernisierung – Unternehmen, Hotels oder öffentliche Gebäude sollten nicht auf diese Investition verzichten. Wir zeigen Ihnen, welche Vorteile ein Aufzug bietet und was Sie in Bezug auf Energieeffizienz, Sicherheit und Wartung beachten müssen.

Strenge Bestimmungen und Normen beim Neu-und Umbau eines Personenaufzuges (Krnlpanik | Flickr.com)
Strenge Bestimmungen und Normen beim Neu-und Umbau eines Personenaufzuges (Krnlpanik | Flickr.com)

Bei der Wahl des Aufzuges hat der Bauherr die Auswahl zwischen hochmodernen Glasaufzügen, verspiegelten Innenräumen oder Aufzügen in Retro-Optik. Jeder Aufzug lässt sich auf die individuellen Bedürfnisse anpassen und nahtlos in die bestehende Optik des Gebäudes integrieren.
Um einen Überblick zu erhalten, haben wir die wichtigsten Bauformen von Personenaufzügen für Sie zusammengefasst:

  • Einkabinenaufzüge: Hier befindet sich in einem Aufzugsschacht eine Kabine, die ggf. mit 2 Türen zum Ein- und Aussteigen in 2 Richtungen versehen ist. Ein Einkabinenaufzug lohnt sich für niedrigere Gebäude mit geringem Fahraufkommen und können sowohl innerhalb als auch außerhalb eines Gebäudes angebracht sein.
  • Doppelstockaufzüge sind Aufzüge, die miteinander verbunden sind und 2 Etagen gleichzeitig anfahren. Diese Bauform lohnt sich beim Einsatz von geraden und ungeraden Stockwerken. Die bekanntesten Einsatzorte sind der Eifelturm oder das Shanghai World Financial Center.
  • Mehrkabinenaufzüge können innerhalb eines Schachtes betrieben werden. Das Ausweichen der Fahrstuhlkabinen wird durch eine vertiefte Schachtgrube oder erhöhten Schachtkopf gewährleistet, wodurch eine Kollision unmöglich ist.
  • Paternosteraufzüge hängen mehrere Fahrkabinen an zwei Kettensystemen, die sich im ständigen Umlaufbetrieb befinden. Die türlosen Kabinen müssen über einen Tritt in das Innere betreten und verlassen werden. Die Beförderungsgeschwindigkeit beträgt ca. 0,3 Meter pro Sekunden.
Klassische Personenaufzüge (Käuferportal)
Klassische Personenaufzüge (Käuferportal)

Der Personenaufzug ist ein mehrfacher Gewinn

Ob Innen- oder Außenaufzug, Einkabinen- oder Doppelkabinenaufzug – alle Systeme bieten die gleichen Vorteile:

  • Barrierefreiheit
  • Wertsteigerung der Immobilie
  • Leichter Transport von Lasten
  • Kinderwagenfreundlich
  • Serviceleistung
  • Leichte Bedienbarkeit

Mit regelmäßiger Wartung die Lebensdauer eines Personenaufzuges erhöhen

PersonenaufzugEin Personenaufzug muss regelmäßig gepflegt, gewartet und vom TÜV zertifiziert werden. Für die fachgerechte Wartung gibt es zahlreiche Dienstleister, die Sie unterstützen können. Diese überprüfen nicht nur die technischen Gegebenheiten, sondern informieren Sie auch über die neuesten Vorschriften. Bei regelmäßiger Wartung geben die Hersteller eine Lebensdauer von 25 bis 40 Jahren an. Innerhalb dieser Zeit kann eine Modernisierung der Aufzugsanlagen notwendig werden.

Anhand der folgenden Kriterien merken Sie, wann eine Modernisierung ansteht.

  • Sicherheitslücken nehmen zu
  • Instandhaltungs- und Reparaturkosten steigen stetig an
  • Baurechtliche oder sicherheitstechnische Vorschriften haben sich gerändert
  • Der Energieverbrauch ist zu hoch
  • Nutzer sind aufgrund ständige Ausfälle unzufrieden

Neubau oder Umbau –

Beim Einbau des Aufzuges müssen folgende Vorschriften hinsichtlich Baurecht, Sicherheit und Energie beachtet werden. Die folgenden Punkte zählen für Neubau und Modernisierung:

Fahrschacht: Aufzüge im Rauminneren müssen in einem Fahrschacht liegen, um bei einem Brand den Qualmaustritt in andere Geschosse so lange wie möglich zu verhindern. Bei Sonderregelungen und Außenaufzügen wird grundsätzlich kein Fahrschacht benötigt.

Brandschutz: Die Wände des Aufzuges müssen mit der Seite zum Fahrschacht aus nicht-brennbarem Material bestehen. Die Druckbelüftung zwischen Fahrkorb und Schacht reguliert den Qualm, wenn es zu einem Brand kommt. Die Brandfallsteuerung reguliert die Türen im Notfall, sodass sich diese manuell öffnen lassen und der Aufzug nicht weiter fährt.

Denkmalschutz: Unterliegen Fassade oder Dach dem Denkmalschutz, stellt der Personenaufzug kein Problem dar. Betrifft der Denkmalschutz allerdings auch das Innere des Gebäudes, muss ein Experte befragt werden. Eine verallgemeinerte Aussage lässt sich für diesen Fall nicht treffen.

Langlebigkeit und Energieeffizienz: Die Konstruktion muss 100% rostfrei sein. Am häufigsten wird feuerverzinktes Material oder Aluminium verwendet. Die Aufzugsanlage muss laut Energieausweisvorlagegesetz wärmeisoliert und energieeffizient sein (VDI-Richtlinie 4707). Die VDI-Richtlinie wird vom Verein Deutscher Ingenieure herausgeben.

Sicherheitsanforderungen: In jedem Personenaufzug muss ein 24-Stunden-Notrufsystem integriert sein, welches wie die gesamte Anlage, einer regelmäßigen Wartung unterliegt. Bei Stromausfällen sorgt die Notbeleuchtung für ausreichende Sichtverhältnisse. Bei Halt des Fahrtkorbs muss dieser sich in der sogenannten Bündigstellung befinden, um unfall- und barrierefreies Ein- und Aussteigen zu gewährleisten. Laut Betriebssicherheitsverordnung muss jede Aufzugsanlage alle zwei Jahre auf alle Sicherheitsbestimmungen überprüft werden.

Tipp der Redaktion

Beachten Sie immer das entsprechende Landesbaurecht Ihres Bundeslandes und prüfen, ob ggf. Sonderbestimmungen zu beachten sind.
Jenifer Etzdorf

Rekordhalter Aufzug – die schnellsten, kleinsten, längsten Anlagen

  • Der längste Aufzugsschacht der Welt befindet sich im Burj Kalifa in Dubai. Mit 504 Metern Länge fährt hier der schnellste Doppeldeckeraufzug mit 10 Metern in der Sekunde
  • Der schnellste Personenaufzug Europas fährt im Kollhoff-Tower in Berlin. Mit 8,65 Metern in der Sekunde befördert er seine Gäste.
  • Der kleinste Aufzug Europas fährt auf 0,5 m2 Grundfläche maximal 1 Person innerhalb eines Hotels in Böblingen zwischen den Stockwerken hin und her.
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