Gesundheit im Büro

10 Tipps wie Sie die Feinstaubbelastung im Büro senken

18.03.2014 16:30:55

Laserdrucker mit Tonerkartusche stehen im Verdacht, durch Feinstaubpartikel die Gesundheit der Büroangestellten zu gefährden. Trotz mehrerer Studien ist der tatsächliche Grad der gesundheitsgefährdenden Wirkung noch immer umstritten. Um sicher zu gehen, können Unternehmen mit wenigen Maßnahmen ihre Mitarbeiter vorsorglich schützen und eventuellen Krankheitsausfällen vorbeugen. Wir zeigen Ihnen, wie Sie Feinstaubbelastung in Ihren Räumen niedrig halten und die Gesundheit und Produktivität Ihrer Mitarbeiter langfristig stärken.

Fehlzeiten durch allergische Reaktionen

Brennende Augen, Reizungen von Atemwegen und Haut oder Kopfschmerzen– jeder kennt die typischen allergischen Reaktionen durch Feinstaubbelastungen. Aufgrund seiner geringen Größe wird der Feinstaub beim Einatmen nicht gefiltert, sondern kann bis in Lungen und Blutbahn vordringen und dort im schlimmsten Fall Herz-Kreislauf-Beschwerden verursachen.

Feinstaubpartikel

Aufgrund ihrer geringen Größe können Feinstaubpartikel wie Tonerstaub bis tief in die Luftwege gelangen

Neben Zigarettenrauch ist die Verkehrsbelastung einer der Hauptverursacher der Staubpartikel. Alte Drucker, die ohne einen Filter gebaut wurden, haben eine noch höhere Staubpartikelbelastung als die Abgase einer viel befahrenen Straße.

Feinstaubquelle Laserdrucker

Studien zufolge ist die Feinstaubbelastung durch einige Laserdrucker ähnlich hoch wie an einer Hauptverkehrsstraße

 

Gesundheitliche Einschränkungen führen zu Konzentrationsverlusten und im schlimmsten Fall zu dauerhaften Gesundheitsproblemen. Für Unternehmen bedeutet das im Zweifel erhöhte Fehlzeiten bei ihren Mitarbeitern.

Wie gefährlich sind Laserdrucker? | Servicezeit | WDR (ARD | Youtube.com)

Beim Neukauf auf Prüfzeichen achten

Alte Geräte haben zumeist nicht nur einem vermehrten Schadstoffausstoß, sondern verursachen häufig auch höhere Kosten. Ist das aktuelle Gerät also besonders wartungsintensiv oder erfordert hohe Stromkosten, lohnt sich nicht nur aus gesundheitlichen Gründen die Überlegung einer Neuanschaffung.
Schaffen Sie ein emissionsarmes Gerät an, das zusätzlich eine geringe Lärm- und Ozonemission hat. Viele neuartige Geräte verfügen bereits über einen Aktivkohle- oder einen Feinstaubfilter. Erkennen kann man geeignete Geräte an Prüfzeichen wie dem „DGUV Test“-Prüfsiegel oder dem Umweltzeichen „Der Blaue Engel“.

Infobox Blauer Engel

Standort richtig wählen!

Als Unternehmen können Sie viel tun, um die Feinstaubbelastung so gering wie möglich zu halten. Wegen der Lärmbelästigung sowie der freigesetzten Papier- und Tonerstaubpartikel sollten Sie das Gerät immer in einem separaten Raum aufstellen.

CheckboxEin eigener Druck- und Kopierraum sollte für alle Mitarbeiter und auch für Wartungsarbeiten gut zugänglich sowie ausreichend belüftet und beleuchtet sein. Die Belüftung kann entweder über ein Fenster oder eine Lüftungsanlage erfolgen.

CheckboxPlatzieren Sie das Gerät nicht in Räumen, in denen sich dauerhaft Mitarbeiter aufhalten oder Speisen und Getränke konsumiert werden.

CheckboxUm die Reinigung zu erleichtern, sollte der Kopierraum über einen leicht zu reinigenden Bodenbelag verfügen. Teppiche lassen sich schlecht reinigen und nehmen zusätzlich Staubpartikel auf, die sie kontinuierlich an die Raumluft abgeben.

10 Tipps um die Staubbelastung zu reduzieren

Mit einigen Tipps für den richtigen Umgang mit Laserdruckern lässt sich die Staubbelastung in der Raumluft ganz leicht reduzieren und Sie müssen keine gesundheitlichen Folgen fürchten:

Häckchen grauTipp 1: Staubarmes Papier verwenden

Verwenden Sie Kopier- und Druckerpapier, das der Norm DIN EN 12281 „Druck- und Büropapier – Anforderungen an Kopierpapier für Vervielfältigungen mit Trockentonern“ entspricht. Angaben finden Sie auf jedem Etikett.

Häckchen grauTipp 2: Feinstaubfilter installieren

Statten Sie vorhandene Kopier- und Druckgeräte nachträglich mit einem Feinstaubfilter aus. Besonders wirkungsstark sind Filter auf Aktivkohlebasis: Sie halten auch besonders kleine Partikel zurück und kosten zwischen 20 und 30 Euro (z.B. Clean Air von tesa).

Reduktion Emissionswerte

Mit einem Feinstaubfilter lassen sich die Emissionswerte reduzieren

 

Häckchen grauTipp 3: Papierstau vorsichtig entfernen

Verhindern Sie die Freisetzung von nicht fixiertem Tonerstaub und reißen Sie bei einem Papierstau das Papier niemals gewaltsam aus dem Gerät.

Häckchen grauTipp 4: Beim Tonerwechsel Einweghandschuhe tragen

Im Idealfall sollten Tonerkartuschen ausgewechselt werden, ohne dass Tonerstaub berührt oder eingeatmet wird. Tragen Sie deshalb beim Wechsel Einweghandschuhe. Waschen Sie nach der Wartung Ihre Hände dennoch gründlich mit kaltem Wasser und Seife. Durch warmes Wasser verkleben die Tonerpartikel auf der Haut und können nur schwer wieder abgewaschen werden.

Häckchen grauTipp 5: Mehrweg-Kartuschen nutzen

Tonerkartuschen, die in den Kopierer eingelegt werden können, sind in der Regel empfehlenswerter als Nachfülllösungen, da sie beim Wechsel weniger Staub freisetzen. Manche Hersteller bieten als umweltfreundliche Alternative auch Mehrweg-Kartuschen an.

Häckchen grauTipp 6: Feinstaubbelastung prüfen lassen

Ab ca. 300 Euro können Sie die Feinstaubbelastung in Ihren Büroräumen von einem Spezialisten für Baubiologie überprüfen lassen. Dieser gibt Ihnen auch weitere hilfreiche Tipps, wie Sie Feinstaubbelastung im Büro vermeiden können. Einen Baubiologen in Ihrer Nähe finden Sie online im Baubiologen-Verzeichnis (baubiologen-verzeichnis.de).

Häckchen grauTipp 7: Pflegeleichte Böden wählen

Achten Sie darauf, dass die Böden im Kopier- und Druckraum gut aufwischbar sind und wöchentlich gereinigt werden. Durch eine regelmäßige Bodenreinigung reduziert sich der Feinstaubgehalt erheblich.

Häckchen grauTipp 8: Gut lüften!

Der Raum in dem Ihr Drucker steht, muss gut zu belüften sein. Idealerweise verfügt er über eine spezielle Abluftfunktion, die die Absaugung der Raumluft möglich macht. Besonders nach dem Ein- und Ausschalten des Gerätes sowie nach großen Druckaufträgen empfiehlt es sich, eine kurze Stoßlüftung durchzuführen.

Häckchen grauTipp 9: Pflanzen als Schadstofffilter nutzen

Stellen Sie möglichst viele Pflanzen in den Büroräumen auf! Pflanzenblätter wirken als natürlicher Feinstaubfilter und halten die schadstoffhaltigen Partikel fest. Bestimmte Sorten eignen sich besonders gut zur Entgiftung der Raumluft:

Pflanzen als Luftfilter

Die richtigen Pflanzen können in Toner enthaltene Schadstoffe wie Benzol und Formaldehyd aus der Luft filtern

 

Häckchen grauTipp 10: Papierverbrauch senken

Der einfachste Tipp ist zugleich der effektivste: Versuchen Sie, die Anzahl der Ausdrucke soweit es möglich ist zu vermindern oder sogar ganz zu vermeiden. Das spart Geld, schon die Umwelt und verbessert gleichzeitig die Raumluft in Ihren Büroräumen.

Toner vorsichtig wechseln

Kopiergeräte sollten immer sachgemäß gewartet werden, da während dieser Vorgänge erhöht Tonerstaub freigesetzt wird. Das Auswechseln der Tonerkartuschen und verschmutzter Filter, die Reinigung der Druckerwalzen und die Behebung von kleinen Betriebsstörungen sollten nur mit Sachverstand und nach Anweisung des Herstellers durchgeführt werden.

Engagieren Sie für die Wartung einen Profi

Für größere Reparaturarbeiten, aber auch für die jährliche Wartung empfiehlt es sich, einen Wartungsvertrag abzuschließen. Ein professionelles Unternehmen kümmert sich dann regelmäßig um die Instandhaltung Ihres Kopiergerätes. Die meisten Hersteller bieten auch spezielle Kundendienstverträge zu ihren Geräten an.

Alternativen zum Laserdrucker

Wenn Sie alle Ratschläge beachten, können Sie bedenkenlos ein oder mehrere Geräte in Ihrem Büro installieren. Können die Tipps bei Ihnen im Büro nicht umgesetzt werden, macht es Sinn über die Anschaffung eines Tintenstrahldruckers nachzudenken: Diese sind weniger feinstaubbelastet als Laserdrucker. Sollten Sie sich zu einem Alternativprodukt beraten lassen wollen, können Sie auf Käuferportal unverbindlich bis zu drei Angebote einholen.

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