Das Zusammenspiel von SEO, Content und Social Media

Tipps für Start-Ups und junge Redakteure

03.09.2013 15:43:07
Marc Schoberer, Inhaber der SEO-Agentur Creative Contents, gehört zu den führenden kreativen Köpfen des Online-Marketings. In unserem Interview beleuchtet er das Zusammenspiel von SEO, Content und Social Media, spricht über die Chancen junger Startups – und gibt ganz konkrete Tipps zur redaktionellen Arbeit.
SEO & Content-Marketing (Marc Schoberer | Creative-contents.de)
SEO & Content-Marketing (Marc Schoberer | Creative-contents.de)

Du bist Inhaber von Creative Contents. Was macht die Arbeit deines Teams außergewöhnlich?

Wir kommen zwar aus der Content-Ecke, beschäftigen uns aber mit allen Bereichen des Online-Marketings. Unser Spezialgebiet ist daher nicht eine Spezialisierung auf einen Sektor an sich, sondern den Gesamtüberblick zu haben. Ich beschäftige mich neben Content intensiv mit SEO, Neuromarketing und Usability. Einer meiner Mitarbeiter ist Social-Profi. Wir fragen uns immer: Welche Maßnahmen sind für welchen Kunden in der jetzigen Situation ideal. SEO? Social? Content? Eine Kombination aus allem? Übrigens ist es genau diese Kombination, die der Markt massiv braucht. Spezialisten gibt es viele, es fehlt den Unternehmen an Projektmanagern, die diese komplexen Disziplinen bündeln und steuern. Dies übernehmen wir sehr gerne.

Recherche ist der Grundstein für ein erfolgreiches Content Marketing. Auf welche Dinge sollte man deiner Meinung nach achten? Welche Tipps würdest du einem jungen Start-Up geben, wenn die Marketingressourcen nur begrenzt verfügbar sind?

Oft fehlt den Ansprechpartnern im Unternehmen der Bezug zu Ihrem Produkt an sich. Jedes Produkt sollte einen USP haben. Wir sitzen immer wieder in Meetings, in denen Projektmanager oder Ressortleitungen ins Stocken geraten, wenn sie uns genau diese Assets verraten sollen. Was macht das Produkt einzigartig? Welchen Mehrwert bietet es? Ist das Produkt sexy, oder erleichtert es eher den Alltag? Wichtig ist es, den Fokus auf den Mehrwert für den Nutzer/Anwender/Käufer zu legen. Bietet euren Lesern Mehrwert. Direkt auf eurer Website. Wieso erst umständliche Pressemitteilungen streuen, wenn er bei euch alles über euer Produkt erfahren kann? Und auch nur noch einen Klick vom Kauf entfernt ist? Liefert hochwertigen Content. Platziert euch als Experten. Keiner sollte euer Produkt besser kennen als ihr selbst! Und verabschiedet euch von der Meinung, eine Website müsste prall gefüllt sein mit Werbebotschaften.

Wie kann eine junge Firma mit kleinen Mitteln eine souveräne Content Abteilung aufbauen?

Hier gibt es keinen Königsweg, da jeder Charakter und jedes Unternehmen individuell ist. Ist im Unternehmen selbst redaktionelle Kompetenz vorhanden, ist dies eine gute Voraussetzung, Content-Marketing im kleinen Stil zu betreiben. Wichtig ist vor allem, dass die einzelnen Disziplinen gut miteinander arbeiten und sich austauschen. Redaktion, Produktmanagement, Marketing. Je weniger Reibungsverluste es gibt, desto effektiver und glaubwürdiger werden die Kampagnen. Eine Content-Abteilung kann also auch durchaus aus einem redaktionell begabten Projektmanager bestehen. Wir haben mehrere kleinere Unternehmen, die uns perfekt mit Input versorgen und wir dann als externe Redaktion fungieren. Dies funktioniert erstaunlich gut und kann ein Einstieg in das Content-Marketing sein. Auch mit kleinerem Budget.

Kommen wir auf den Punkt: Ist Content Marketing nur ein Trend oder steckt hinter alldem ein wichtiger Faktor für Firmen, Agenturen und Co.?

Content-Marketing ist kein Trend, weil es Content-Marketing schon immer gab. Früher nannte man es nur anders. Es war schon immer das Ziel eines jeden Unternehmens, User/Menschen/Käufer durch Inhalte an das Unternehmen zu binden. Dank Coca-Cola wurde Content-Marketing nur wiederentdeckt und auf Grund des digitalen Fortschritts jetzt besser integrierbar. Dank Social Media gibt es auch wesentlich mehr Möglichkeiten und Chancen, die Content-Marketing-Aktivitäten zu streuen. Ein wichtiger Faktor ist es vor allem für Unternehmen! Die Zeiten des Push-Marketings (Kauf mich! Kauf mich!) sind vorbei. Pull-Marketing heißt das neue Marketing. Ein User kommt in der heutigen Zeit zu einem Großteil über die Suchmaschine (starke Brands ausgenommen) und möchte guten Content. Content, der weiterhilft. Content, der Mehrwert bietet. Content der unterhält. Und was gibt es da Besseres, als diese Inhalte direkt auf der eigenen Seite anzubieten. Eine bessere Reputation gibt es nicht! Vor allem ist Content-Marketing auch flexibel und direkt an die Bedürfnisse des Unternehmens anpassbar. Reichweite? User? Reputation? Alles ist möglich.

Welche Tipps & Tricks würdest du jungen Redakteuren auf dem Weg zum Erfolg mitgeben?

Ich kenne viele junge Redakteure, die extrem von sich überzeugt sind. Sobald der Kunde dann in den ersten Projekten etwas zu bemängeln hat, zweifeln sie an sich selbst. Habt also mehr Vertrauen in euch und eure Arbeit. Zu Beginn der redaktionellen Karriere ist noch kein Text perfekt. Jeder Text hilft einem jedoch zu reifen. Also gebt euch diese Zeit. Nutzt die sozialen Netzwerke zur Recherche. Welche Inhalte laufen hier? Wie sehen die Texte von guten, etablierten Portalen aus? Eignet euch gute Recherchekonzepte an und bleibt vor allem eines: Neugierig.

Über Marc Schoberer

Marc Schoberer

Marc ist seit 2006 Chef der Agentur Creative-Contents.de und kreiert mit seinem Team Kampagnen im On- und Offlinebereich. Die Schwerpunkte der Jungs liegen im SEO, Social Media, Online-Marketing & Content-Marketing. Zu seinem G+Profil geht´s hier entlang.

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