Software zur Videobearbeitung

So finden Sie die richtige Videobearbeitungssoftware

19.02.2014 14:49:43

Mit Hilfe von Videobearbeitungssoftware können selbst Einsteiger professionell Filme und Videos erstellen. Die drei marktführenden Videobearbeitungssoftwares sind hierbei Adobe Premiere, der Media Composer von Avid und die Apple-Software Final Cut Pro. Wir stellen Ihnen die Programme vor und sagen Ihnen, was Sie bei der Wahl beachten sollten.

die richtige Videobearbeitung die richtige Videobearbeitung (D@LY3D| flickr.com)

Mitgelieferte Software und Freeware als Einstieg

Für den Einstieg in die Videoproduktion sind die im Betriebssystem enthaltenen Videoschnittprogramme Windows Movie Maker und iMovie (Apple) gut geeignet.
Außerdem ist Freeware wie der Magix Movie Maker eine Möglichkeit, erste Erfahrungen im Umgang mit Filmmaterial zu machen. Die professionellen Programme unterscheiden sich vor allem in ihren Fähigkeiten, Material von High-End-Kameras einlesen und ausgeben zu können. Im Folgenden geben wir Ihnen einen Überblick über die wichtigsten Programme.

Der Spezialist für die Postproduktion: Adobe

Das Film- und Videoschnittprogramm Adobe Premiere hebt sich vor allem durch Vorteile in der Postproduktion aufwendigerer Videos von den anderen Softwares ab. Als Studio-Version lässt sich Premiere durch professionelles Colorgrading mit Speedgrade und Compositing mit Adobe After Effects erweitern. Die Compositing- und Animationssoftware ermöglicht 2D- und 3D-Compositing, Partikeleffekte und die Erstellung eigener Themes und Texttafeln.
Durch den einfachen Export von Adobe Premiere zu After Effects kann auf Knopfdruck in der gerade geschnittenen Sequenz an digitalen Effekten gearbeitet werden. So werden Änderungen im Schnitt durch Verlinkung live übernommen.

Von Creative Suite zu Creative Cloud

Adobe Creative Suite vereint verschiedene Design-, Grafik- und Produktionsprogramme des Herstellers. Sei der Version 5.5 sind Adobe Premiere und After Effects zusätzlich mit dem Warp Stabilizer ausgestattet, mit dem sich verwackelte (Bewegt-) Aufnahmen stabilisieren lassen. Zwar ist die Auflösung danach etwas geringer, doch der Warp Stabilizer sorgt für flüssige Fahrten und Bewegungen.

Zwar ist Creative Suite 6 noch käuflich zu erwerben, der Hersteller plant aber keine neue Version. Stattdessen wird das Paket durch die Creative Cloud ersetzt, mit der Nutzer immer auf dem neuesten Stand sind. Für Einzelanwender fällt eine monatliche Pauschale von 61,49 Euro an. Nutzt man die Videobearbeitungssoftware nur selten, kann das unnötige Kosten bedeuten. Professionelle Anwender dagegen profitieren von den Aktualisierungen.

Die Adobe-Alternative für private Nutzer

Hobby-Usern bietet Adobe Premiere Elements als Alternative. Ähnlich wie Photoshop Elements ist Premiere Elements eine abgespeckte Version des eigentlichen Programms. Zum Einlesen, Schneiden und Bearbeiten der Endanwenderkameras ist Premiere Elements bestens geeignet und bietet einen leichten Umstieg auf die Vollversion der Creative Cloud. Darüber hinaus ist der zuverlässige Schnitt mit Premiere Elements bei einem Preis von rund 65,- Euro vergleichsweise günstig.

Nur für Macs: Final Cut Pro

Wer einen Apple Computer besitzt, sollte die herstellereigene Videobearbeitungssoftware Final Cut Pro in Betracht ziehen. Das Programm unterscheidet sich zwar erheblich von den anderen Softwares, bietet jedoch gerade Hobby-Anwendern und Freelancern ein kompaktes Gesamtpaket mit einer Vielzahl von Funktionen. Die Magnetic Timeline stellt beispielsweise eine nützliche Alternative zu anderen nichtlinearen Videoschnittfeatures dar. Das Transcodieren der Filmdateien im Hintergrund in ProRes 4:2:2 erleichtert nicht nur Schnitt und Ausgabe, sondern sorgt auch für eine flüssige Wiedergabe von Effekten und Filtern, ohne dass der Nutzer zwischenzeitlich pausieren muss.
Material kann in allen gängigen Formaten von ARRI, Red und Black Magic eingelesen werden. Auch Endnutzerformate wie H.264-Quicktime Files (Aufzeichnungen mit digitalen Spiegelreflexkameras) werden unterstützt.
Weitere Vorzüge von Final Cut Pro X sind die automatische Audiokorrektur und die Erkennung des Bildausschnitts sowie der unschlagbare Preis von 269,-Euro. Zusätzlich lässt sich Final Cut mit Apple Motion und Compressor (je 45,-)um ein Compositing-Programm und einen Codierer erweitern.
Inzwischen ist auch Multicam-Editing mit Final Cut Pro X möglich. Dass das Programm keine DV-Bänder mehr einlesen kann, dürfte die wenigsten Nutzer stören.

Durchaus negativ allerdings fallen dagegen die mangelnden Exportoptionen auf. Weder an Programme wie Color oder Motion kann auf Knopfdruck exportiert und re-importiert werden. Das war bei Final Cut Studio 3 noch anders. Die Studio-Version gilt mit ihrer umfangreichen Mediathek und Ausstattung auch heute noch als Videobearbeitungssoftware, die mit Premiere und Avid messen lassen kann.

Der Media Composer von Avid

Der Media Composer 7 ist das System der Firma Avid im Bereich Videobearbeitung. Vor allem die nahtlose Zusammenarbeit mit Pro Tools, einer der wichtigsten Audio Suiten der Branche, macht den Avid Composer in vielen Firmen zum Schnittprogramm erster Wahl.
Mit etwa 940,- Euro Kosten ist der Media Composer zwar nicht ausgesprochen teuer, die Konkurrenz mit der Creative Cloud von Adobe und dem kostengünstigen Final Cut Pro X lassen Avids Modell heute aber fast veraltet wirken.

Wer viel mit Pro Tools abmischt, sollte sich den Media Composer 7 dennoch genauer anschauen. Dass sich die Rechnung auch preislich durchaus lohnen kann, beweist der Umfang der Composer Suite: Titler Pro (zur Erstellung von Zwischentiteln) und Avid DVD (zum Mastern von DVDs) gehören ebenso zum Lieferumfang wie Squeeze, mit dem man Filme beispielsweise zum Abruf online optimal codieren kann.

Add-Ons für den Feinschliff

Wer zusätzlich zum Schnitt noch seine Videobearbeitungssoftware aufwerten will, der sollte in eine Color Grading Suite investieren. Digitale Videos lassen sich mit den richtigen Tools farblich deutlich verbessern. Selbst das flache H.264 Material der digitalen Spiegelreflexkameras kann deutlich optimiert werden, wenn es richtig behandelt wird.
DaVinci Resolve Lite etwa ist sogar kostenlos erhältlich, die einzige Funktion, die dem Programm fehlt, ist ein Export in 4k, der auch nur mit RED- oder ARRI-Material wirklich sinnvoll ist. Mit DaVinci gelingen ambitionierteren Filmern hollywoodreife Filme.

Ein weiteres überzeugendes Add-On für den Schnitt ist Filmconvert 2. Mittels digitaler Anpassung von Farbkurven und Körnung lässt es Videos filmischer Aussehen. Durch eine Analyse der eingesetzten Profile und der Kamera sorgt Filmconvert 2 stets für passgenaue Ergebnisse und wandelt digitale Videos sogar in verschiedene Stock Footages um.

Garantiert professionelle Ergebnisse

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass mit allen drei gängigen Programmen der großen Hersteller fachmännische Ergebnisse erzielt werden können. Welche Videosoftware letztlich die geeignetste ist, hängt auch davon ab, mit welchen Programmen man sonst arbeitet.
Final Cut Pro X ist eine schnelle und günstige All-in-One-Suite, während Adobe Creative Cloud auf Effekte spezialisiert ist. Für Musikvideos, die viel Tonmischung erfordern, ist der Media Composer besonders gut geeignet.
Um den vollen Funktionsumfang der Programme nutzen zu können, bedarf es stets einige Einarbeitung. Wenn Sie Ihre Videoproduktion in professionelle Hände geben möchten, können Sie sich hier unverbindlich Anbieter in Ihrer Nähe empfehlen lassen.

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