Inkasso

Das sollten Schuldner wissen

10.10.2013 12:52:26

Bei Ihnen stapeln sich offene Rechnungen und Mahnungen? Dann geht es Ihnen wie mittlerweile sehr vielen Verbrauchern in Deutschland. Sind Schuldner auch nach mehreren Mahnschreiben nicht in der Lage den offenen Betrag auszugleichen, beauftragen heutzutage viele Gläubiger spezielle Anwaltskanzleien oder Inkassobüros, um die offenen Forderungen einzutreiben. Worauf Sie als Schuldner achten sollten beziehungsweise welche Rechte und welche Pflichten Sie gegenüber Inkassounternehmen haben, erfahren Sie in unserem Ratgeber.

Euro Forderungen
Euro Forderungen (Images_of_Money | Flickr.com)

Was tun, wenn sich ein Inkassobüro einschaltet?

Hat der Gläubiger die Forderungen an ein Inkassounternehmen abgetreten, so verhandeln Sie nicht mehr direkt mit Ihrem ursprünglichen Gläubiger. Das Inkassobüro muss über eine offizielle Vollmacht oder Abtretungserklärung des Gläubigers verfügen, die Sie anfordern können. Liegt eines der beiden Dokumente vor, sind Inkassounternehmen oder Inkassoanwälte prinzipiell berechtigt, sich mit ihren Forderungen an Sie zu wenden und diese einzutreiben.
Als Schuldner werden Sie zunächst vom Inkassodienst in einem ersten Schreiben auf die offenen Forderungen hingewiesen und um Begleichen gebeten. In einem zweiten Schreiben werden Sie gebeten den offenen Betrag unverzüglich auszugleichen. Reagieren Sie nicht oder zu spät, erhalten Sie einen dritten Brief, der oft den Vorschlag zu einer Ratenzahlungsvereinbarung enthält.

Was passiert, wenn Sie nicht auf Mahnungen reagieren?
Wenn Sie nicht auf schriftliche Mahnungen reagieren, wird das Inkassobüro Sie versuchen telefonisch zu kontaktieren, in der Regel außerhalb der normalen Arbeitszeiten sowie am Wochenende.

Wichtig: Werden Sie als Schuldner selbst aktiv!
Sowohl Verbraucherzentralen als auch Schuldnerberatungsstellen empfehlen Ihnen als Schuldner dringend das Problem nicht zu verdrängen oder die Forderungsabwicklung gar zu verzögern. Setzen Sie sich auf jeden Fall mit in Ihren Gläubigern in Verbindung. Haben Sie sogar mehrere Gläubiger und somit einen höheren Schuldenanteil, sollten Sie sich Hilfe bei einer offiziellen Schuldnerberatung oder einer Verbraucherzentrale suchen. So können Sie entweder selbst oder mit der Hilfe von Experten die Möglichkeiten zum Schuldenabbau sondieren und beispielsweise Ratenzahlungsvereinbarungen, zeitlich begrenzte Stundungen oder aber Vergleiche abschließen. In der Regel haben Sie gute Chancen so eine Ratenvereinbarung bewilligt zu bekommen, da der Gläubiger dem Schuldner gegenüber eine Schadenminderungspflicht hat. Das bedeutet, der Gläubiger hat Ihnen gegenüber die Pflicht, das Eintreiben des offenen Betrags so kostengünstig wie möglich zu halten. Aus diesem Grund sollten Sie – wenn Sie in eine finanzielle Notlage geraten sind – Ihrem Gläubiger so schnell wie möglich darlegen, warum Sie zahlungsunfähig sind. Informieren Sie Ihren Gläubiger rechtzeitig, müssen Sie die Kosten für einen etwaigen Inkasso-Auftrag nicht zwingend tragen

Was tun bei ungerechtfertigten oder überhöhten Forderungen?

Bei berechtigten Forderungen müssen Sie normalerweise alle durch das Inkassoverfahren verursachten Kosten tragen. Diese dürfen aber weder künstlich in die Höhe getrieben noch unangemessen sein. Prüfen Sie die in den Mahnschreiben aufgelisteten Kosten.Inkasso & Forderungsmanagement

Sollten Sie Zweifel an der Richtigkeit der Forderung haben, so müssen Sie einen Brief an das Inkassobüro aufsetzen. Wichtig ist, dass Sie in Ihrem Schreiben erklären, dass es sich um eine unrechtmäßige oder zu hohe Forderung handelt und dies begründen. Auch in derartigen Fällen wird der Inkassodienst Ihren Einwänden nachgehen und genau zu prüfen, ob die Forderung zu Recht besteht.

Grundregeln für Schuldner

Haben Sie erst reagiert, als sich ein Inkassodienstleister bei Ihnen gemeldet hat und die Situation gestaltet sich zunehmend ausweglos? Die Grundregel für Schuldner lautet: Reagieren! Melden Sie sich bei Ihren Gläubigern und erklären Sie Ihre Lage.
Desweiteren sollten Sie folgende Ratschläge beachten:

  • informieren Sie Ihren Gläubiger schnellstmöglich über Ihre Zahlungsunfähigkeit, um zusätzliche Kosten zu vermeiden
  • unterscheiben Sie eine Selbstauskunft erst nach ausführlicher Prüfung und holen Sie gegebenenfalls professionelle Beratung über die Verbraucherzentralen ein
  • lassen Sie beim Schriftwechsel in keinem Fall eine andere Person unterschreiben, da diese im schlimmsten Fall für Ihre Zahlungsverpflichtungen eintreten muss

Aktiv werden!

Wenn Sie Ihre Schulden abbauen und langfristig schuldenfrei bleiben möchten, ist es wichtig, dass Sie selbst aktiv werden. Hierzu sollten Sie in Verhandlungen mit Ihren Gläubigern treten und eine angemessene Lösung wie etwa eine Ratenzahlung oder einen Vergleich aushandeln. Sind Sie sich beim Vorgehen unsicher, dann suchen Sie sich Hilfe bei einem Anwalt, einer Schuldnerberatung oder einer Verbraucherzentrale.

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